Ian McKellen

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Ian McKellen (2013)

Sir Ian Murray McKellen, CH, CBE (* 25. Mai 1939 in Burnley) ist ein britischer Film- und Theaterschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Ian McKellen bei der Weltpremiere des dritten Teils des Herr der Ringe in Wellington (Neuseeland)

Ian McKellen wurde kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Lancashire, England geboren. Sein Vater, Denis Murray McKellen, war Bauingenieur und, wie beide Großväter McKellens, nebenberuflicher Laienprediger. Die Atmosphäre bei den McKellens zuhause war stark christlich geprägt, aber weder auf konformistische noch institutionalisierte Weise. Seine Eltern lehrten ihn, dass die christliche Idee am besten ausgelebt werde, indem man christlich handelt. Seine Mutter, Margery Lois McKellen (geborene Sutcliffe), starb, als McKellen zwölf Jahre alt war, sein Vater, als er 24 war. Auf sein Coming-out gegenüber seiner Stiefmutter Gladys McKellen reagierte diese erleichtert. Als Quäkerin fand sie es wichtiger, dass er ehrlich sein könnte, zumal ihre Religionsgemeinschaft sich seit Jahrzehnten nicht mehr für die sexuelle Orientierung der Menschen interessierte.

McKellen ist ein Aktivist für die Rechte von Schwulen und Lesben. Bereits 1988 äußerte er sich in einer Fernseh-Show zu seiner Homosexualität. 1989 war er Mitbegründer der Gruppe Stonewall, welche sich vor allem gegen die sogenannte Clause 28 einsetzte.[1]

Vor einigen Jahren wurde bei McKellen Prostatakrebs diagnostiziert, der bei dem Schauspieler aktiv beobachtet wird.[2]

Karriere[Bearbeiten]

Mit drei Jahren besuchte er mit seinen Eltern eine Peter-Pan-Vorstellung im Manchester Opernhaus. Der junge Ian war fasziniert vom Spiel auf der Bühne und entwickelte sich in der Folgezeit zu einem regelmäßigen Theaterbesucher. Auf diese Weise kam er während der darauf folgenden Jahre in ersten Kontakt mit Werken von Shakespeare, dessen Dramen es ihm besonders angetan haben.

Mit 18 Jahren erhielt er ein Stipendium für das St Catharine’s College der Universität von Cambridge. Seine Schulzeit war ebenfalls vom Theaterspiel geprägt. Nach Beendigung seiner Ausbildung beschloss er, Schauspieler zu werden. Sein Debüt als Theaterschauspieler gab er 1961 in Coventry. Obwohl er keine professionelle Ausbildung als Schauspieler hatte, engagierte man ihn dort am Belgrade Theatre für das Stück A Man for All Seasons. Es folgten weitere Stücke. Bereits bevor er seine ersten Rollenangebote für Film und Fernsehen erhielt, war er ein bekannter Theaterschauspieler.

Die Aufnahme in die Royal Shakespeare Company unterstrich seine Bedeutung als britischer Theaterdarsteller. In Hollywood-Produktionen spielte er zunächst nur kleinere Rollen. Sein endgültiger Durchbruch kam mit der Darstellung des Magneto in den X-Men-Filmen und als Gandalf in der Herr-der-Ringe-Trilogie. In diesen sehr gegensätzlichen Rollen des „Superschurken“ und des weisen „Übervaters“ konnte er seine Vielseitigkeit demonstrieren. Für die Rolle des weisen Zauberers war ursprünglich Sean Connery vorgesehen, welcher aber aufgrund von Verständnisproblemen in Bezug auf die umfangreiche Tolkien-Welt abgelehnt hatte.[3]

1995 trat McKellen mit seiner Beteiligung an Richard III. erst- und bislang einmalig als Drehbuchautor in Erscheinung. Er übernahm zudem die titelgebende Hauptrolle.

Für die Darstellung des Regisseurs James Whale in Gods and Monsters gewann er 1999 den Chlotrudis Award als Bester Schauspieler und wurde für den Oscar nominiert. 2002 wurde McKellen als bester Nebendarsteller für seine Rolle als Gandalf im ersten Teil von Der Herr der Ringe erneut für den Oscar nominiert. Zu dieser Oscarverleihung erschien er, als wahrscheinlich erster Nominierter in der Oscar-Geschichte, in Begleitung seines Lebensgefährten.[4]

2009 brachte ihm die Darstellung des König Lear in dem US-amerikanischen Programm The Great Performances eine Emmy-Nominierung ein, nachdem er bereits in der Vergangenheit dreimal für den US-amerikanischen Fernsehpreis nominiert worden war (1994 für And the Band Played On, 1996 für Rasputin und 2007 für Extras). Im selben Jahr erhielt McKellen den Preis für das Lebenswerk des Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián zugesprochen. In der dreiteiligen Verfilmung des Tolkien-Romans Der Hobbit übernimmt er wieder die Rolle des Gandalf.

Ian McKellen hat mittlerweile über vierzig Filmpreise erhalten.

Sonstige Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1979 erhielt er den Orden Commander of the British Empire (CBE), und 1990 wurde er von der britischen Königin zum Ritter geschlagen. Auf der Berlinale 2006 wurde er mit einem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet, vom Independent als einflussreichster Schwuler des Jahres gelistet.[5] Außerdem ernannte ihn der Gouverneur von Georgia ehrenhalber zum Oberstleutnant der Nationalgarde. Damit war er zu diesem Zeitpunkt, entgegen der „Don’t ask, don’t tell“-Politik des amerikanischen Militärs, das einzige offen schwul lebende Mitglied dieser Armee.[6] 2007 wurde er von Elisabeth II. zum Mitglied des Order of the Companions of Honour ernannt.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ian McKellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Timeline of lesbian and gay history – 1989. Stonewall, archiviert vom Original am 7. Februar 2009, abgerufen am 11. Dezember 2012 (englisch).
  2. Emine Saner: Ian McKellen: 'My ambition is to get better as an actor'. In: Guardian. 24. August 2011, abgerufen am 19. Dezember 2012 (englisch).
  3. Cinema: Hintergrundartikel Voll von der Rolle: Hollywoods Besetzungskarussel Ausgabe 02/11, S. 81.
  4. And the Oscar goes to…. Der totale Rummel! OutNow.ch, 26. März 2002, abgerufen am 11. Dezember 2012.
  5. Marc Shoffman: Ian McKellen ranked most influential gay man. PinkNews, 3. Juli 2006, abgerufen am 11. Dezember 2012 (englisch).
  6. Dennis Klein: Gandalf im Kampf gegen den Terror. Queer.de, 26. Juli 2006, abgerufen am 11. Dezember 2012.