Ian McKellen

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Ian McKellen (2013)

Sir Ian Murray McKellen, CH, CBE (* 25. Mai 1939 in Burnley, Lancashire, England) ist ein britischer Film- und Theaterschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Ian McKellen wurde kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im englischen Burnley geboren. Sein Vater, Denis Murray McKellen, war Bauingenieur. McKellens Großeltern väterlicherseits waren schottischer und nordirischer Herkunft; daher stammt auch sein Nachname.[1] Sein Vater war, wie bereits beide Großväter McKellens, nebenberuflicher Laienprediger und einer seiner Urgroßväter war als evangelisch-protestantischer Minister in Ballymena, County Antrim tätig gewesen.[2]

Die Atmosphäre bei den McKellens zuhause war stark christlich geprägt, aber weder auf konformistische noch institutionalisierte Weise. Seine Eltern lehrten ihn, dass die christliche Idee am besten ausgelebt werde, indem man christlich handelt. Seine Mutter, Margery Lois McKellen (geborene Sutcliffe), starb, als McKellen zwölf Jahre alt war, sein Vater, als er 24 war. Auf sein Coming-out gegenüber seiner Stiefmutter Gladys McKellen reagierte diese erleichtert. Als Quäkerin fand sie es wichtiger, dass er ehrlich sein könnte, zumal ihre Religionsgemeinschaft sich seit Jahrzehnten nicht mehr für die sexuelle Orientierung der Menschen interessierte.

McKellen ist ein Aktivist für die Rechte von Schwulen und Lesben. Bereits 1988 äußerte er sich in einer Fernseh-Show zu seiner Homosexualität. 1989 war er Mitbegründer der Gruppe Stonewall, welche sich vor allem gegen die sogenannte Clause 28 einsetzte.[3] Vor einigen Jahren wurde bei McKellen Prostatakrebs diagnostiziert, der bei dem Schauspieler aktiv beobachtet wird.[4] Im Juni 2014 wurde dem mittlerweile über siebzig Jahre alten Schauspieler von der Cambridge University die Ehrendoktor-Würde (Doctor of Letters) zuerkannt.[5]

Theaterkarriere[Bearbeiten]

Mit drei Jahren besuchte er mit seinen Eltern eine Peter-Pan-Vorstellung im Manchester Opernhaus. Der junge Ian war fasziniert vom Spiel auf der Bühne und entwickelte sich in der Folgezeit zu einem regelmäßigen Theaterbesucher. Auf diese Weise kam er während der darauf folgenden Jahre in ersten Kontakt mit Werken von Shakespeare, dessen Dramen es ihm besonders angetan haben.

Mit 18 Jahren erhielt er ein Stipendium für das St Catharine’s College der Universität von Cambridge. Seine Studienzeit war ebenfalls vom Theaterspiel geprägt. An der Universität war er Mitglied der örtlichen Theatergruppe namens Marlowe Society und debütierte dort in Bühnenaufführungen wie Henry IV, Cymbeline und Die tragische Historie vom Doktor Faustus.

Nach Abschluss seines Studiums beschloss McKellen, vollberuflicher Schauspieler zu werden. Sein Debüt als Theaterschauspieler gab er 1961 in Coventry. Obwohl er keine professionelle Ausbildung als Schauspieler hatte, engagierte man ihn dort am Belgrade Theatre für das Stück A Man for All Seasons. Die nächsten vier Jahre folgten weitere Stücke in regionalen Repertoiretheatern, bevor er 1965 schließlich am Londoner West End auf der Bühne seinen bisher größten Erfolg verbuchen konnte.

Im selben Jahr wurde McKellen auch Mitglied der National Theatre Company vom Old Vic Theatre, wodurch er 1969 seinen endgültigen Durchbruch als Theaterdarsteller in Edinburgh feiern konnte. In den 1970er und 1980er Jahren war er ein populäres Gesicht auf den Theaterbühnen Großbritanniens. Er wurde Mitglied der Royal Shakespeare Company und trat am Royal National Theatre in einer Reihe von Shakespeare-Stücken wie Macbeth und Othello auf, in welchen er des Öfteren auch Hauptrollen verkörperte.

Nachdem McKellen um die Jahrhundertwende herum seine Theaterarbeit für seine Filmkarriere unterbrochen hatte, kehrte er 2007 zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder auf die Theaterbühne zurück und trat in Stücken wie König Lear und Die Möwe auf. 2009 sah man ihn am Theatre Royal Haymarket in dem Stück Warten auf Godot, an der Seite seines langjährigen Freundes und Kollegen Patrick Stewart.

Filmkarriere[Bearbeiten]

Ian McKellen bei der Weltpremiere des dritten Teils des Herr der Ringe in Wellington (Neuseeland)

Die Aufnahme in die Royal Shakespeare Company unterstrich seine Bedeutung als britischer Theaterdarsteller. In Filmproduktionen spielte er seit Mitte der 1960er Jahre zunächst nur kleinere Rollen. 1993 hatte er dann schon eine etwas größere Rolle in der Tragikkomödie Das Leben – Ein Sechserpack neben Donald Sutherland und Will Smith. Im selben Jahr verkörperte er auch in der Actionparodie Last Action Hero in einer Nebenrolle Den Tod. 1995 trat McKellen mit seiner Beteiligung an Richard III. erst- und bislang einmalig als Drehbuchautor in Erscheinung. Er übernahm zudem die titelgebende Hauptrolle. 1998 war er dann in Bryan Singers Der Musterschüler in der Hauptrolle eines Ex-Nazis zu sehen.

Sein endgültiger Durchbruch kam mit der Darstellung des Magneto in den X-Men-Filmen und als Gandalf in der Herr-der-Ringe-Trilogie. In diesen sehr gegensätzlichen Rollen des „Superschurken“ und des weisen „Übervaters“ konnte er seine Vielseitigkeit demonstrieren. Für die Rolle des weisen Zauberers war ursprünglich Sean Connery vorgesehen, welcher aber aufgrund von Verständnisproblemen in Bezug auf die umfangreiche Tolkien-Welt abgelehnt hatte.[6]

Für die Darstellung des Regisseurs James Whale in Gods and Monsters gewann er 1999 den Chlotrudis Award als Bester Schauspieler und wurde für den Oscar nominiert. 2002 wurde McKellen als bester Nebendarsteller für seine Rolle als Gandalf im ersten Teil von Der Herr der Ringe erneut für den Oscar nominiert. Zu dieser Oscarverleihung erschien er, als wahrscheinlich erster Nominierter in der Oscar-Geschichte, in Begleitung seines Lebensgefährten.[7]

2009 brachte ihm die Darstellung des König Lear in dem US-amerikanischen Programm The Great Performances eine Emmy-Nominierung ein, nachdem er bereits in der Vergangenheit dreimal für den US-amerikanischen Fernsehpreis nominiert worden war (1994 für And the Band Played On, 1996 für Rasputin und 2007 für Extras). Im selben Jahr erhielt McKellen den Preis für das Lebenswerk des Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián zugesprochen. In der dreiteiligen Verfilmung des Tolkien-Romans Der Hobbit übernahm er wieder die Rolle des Gandalf.

Ian McKellen hat mittlerweile über vierzig Filmpreise erhalten.

Sonstige Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1979 erhielt er den Orden Commander of the British Empire (CBE), und 1990 wurde er von der britischen Königin zum Ritter geschlagen. Auf der Berlinale 2006 wurde er mit einem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet, vom Independent als einflussreichster Schwuler des Jahres gelistet.[8] Außerdem ernannte ihn der Gouverneur von Georgia ehrenhalber zum Oberstleutnant der Nationalgarde. Damit war er zu diesem Zeitpunkt, entgegen der „Don’t ask, don’t tell“-Politik des amerikanischen Militärs, das einzige offen schwul lebende Mitglied dieser Armee.[9] 2007 wurde er von Elisabeth II. zum Mitglied des Order of the Companions of Honour ernannt.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ian McKellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ian McKellen: an unofficial biography, Mark Barratt, Virgin Books, 2005, p. 2
  2. Ian McKellen traces roots to Ballymena. UTV. Abgerufen am 1. September 2014.
  3. Timeline of lesbian and gay history – 1989. Stonewall, archiviert vom Original am 7. Februar 2009, abgerufen am 11. Dezember 2012 (englisch).
  4. Emine Saner: Ian McKellen: 'My ambition is to get better as an actor'. In: Guardian. 24. August 2011, abgerufen am 19. Dezember 2012 (englisch).
  5. Honorary degrees 2014. Abgerufen am 1. September 2014.
  6. Cinema: Hintergrundartikel Voll von der Rolle: Hollywoods Besetzungskarussel Ausgabe 02/11, S. 81.
  7. Oscars 2002: And the Oscar goes to…. Der totale Rummel! OutNow.ch, 26. März 2002, abgerufen am 18. Juni 2014.
  8. Marc Shoffman: Ian McKellen ranked most influential gay man. PinkNews, 3. Juli 2006, abgerufen am 11. Dezember 2012 (englisch).
  9. Dennis Klein: Gandalf im Kampf gegen den Terror. Queer.de, 26. Juli 2006, abgerufen am 11. Dezember 2012.
  10. Ian McKellen: Friedensrichter bei Hochzeit von Patrick Stewart? In: BUNTE.de. 9. September 2013, abgerufen am 10. Juli 2014.