Ibaditen

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Die Ibaditen (arabisch ‏الإباضية‎, DMG al-ibāḍīya) sind der einzig übrig gebliebene Zweig der Charidschiten, einer frühen Glaubensrichtung des Islams, und folgen einer eigenen, von Dschabir ibn Zaid gegründeten Rechtsschule (madhhab). Einer ihrer Führer war Abdallah ibn Ibad, der auch als Namensgeber diente.

Die meisten Ibaditen leben heute im Oman. Der Oman ist das einzige Land, in dem sie, mit 75%, die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Außerdem gibt es noch kleinere Gemeinschaften in Nord- und Westafrika, die Djerba-Ibaditen in Tunesien, die Djebel-Nafusa-Ibaditen und Zuwara-Ibaditen in Libyen und die Sansibar-Ibaditen in Tansania.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Fremdsicht

Die vier sunnitischen Rechtsschulen (Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten und Schafiiten) sehen die Ibaditen durchaus als eine eigene Rechtsschule (madhhab) innerhalb des Islams an, nur dass die vier obengenannten Rechtsschulen sich alle gegenseitig anerkennen, die Ibaditen jedoch außerhalb dieses Konsenses stehen. Manchmal billigen die Sunniten den Ibaditen zu, dass sie eine strenge Auslegung des Islams praktizieren, haben aber meist wenig Verständnis dafür, wenn sie von Ibaditen als heterodox angesehen werden. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass diese Glaubensrichtung in ihren Lehren und Dogmen den Sunniten näher steht als den Schiiten.

Die Schiiten (vor allem die Ismailiten und die Imamiten, etwas weniger die Zaiditen), unterscheiden sich von den Ibaditen mehr als die Sunniten. Die Schiiten werfen den Ibaditen z.B. oft deren Geringschätzung für die schiitischen Imame vor. Außerdem sehen viele Schiiten die Ibaditen als extremistische Sekte an; in der Praxis hat das aber alles wenige Konsequenzen. Was vor allem Ismailiten und Ibaditen jedoch wieder vereint, ist ihr gemeinsames Schicksal, trotz aller theologischen Differenzen und eigener Toleranz, vom Rest (d. h. der Mehrheit) der Muslime blutig verfolgt worden zu sein.

[Bearbeiten] Selbstsicht und Theologie

Die Ibaditen sehen sich selbst als die „Familie der Aufrechten“ (ahl al-istiqama) an, andere Muslime als „Brüder im Islam“. Sie machen einen Unterschied zwischen zwei Formen des Unglaubens: kufr ni'ma und kufr schirk. Andere islamische Rechtsschulen unterscheiden zwischen „polytheistisch“ (schirk) und „andersgläubig“ (kafir). Wen die Ibaditen als kafir ni'ma ansehen, den meiden sie (bara?a), egal ob derjenige auch Ibadit oder sonstigen Glaubens ist. Ein kafir schirk ist in Ihren Augen jedoch noch viel schlimmer und mit einem Ketzer zu vergleichen.

Beni Isguen, heilige Stadt der Mozabiten

[Bearbeiten] Siehe auch

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