Ibn Abi Usaibiʿa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ibn Abi Usaibiʿa (arabisch ‏ابن أبي أصيبعة‎, DMG Ibn Abī Uṣaibiʿa; * nach 1194 in Damaskus; † 1270 in Salchad) war ein arabischer Arzt und Biograph aus dem 13. Jahrhundert. Sein voller Name lautete Muwaffaq ad-Dīn Abū l-ʿAbbās Ahmad ibn al-Qāsim ibn Chalifa ibn Yūnus asch-Schiʿrī al-Chazradschī / ‏موفق الدين أبو العباس أحمد بن القاسم بن خليفة بن يونس الشعري الخزرجي‎ / Muwaffaq ad-Dīn Abū l-ʿAbbās Aḥmad b. al-Qāsim b. Ḫalīfa b. Yūnus aš-Šiʿrī al-Ḫazraǧī. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit verfasste er eine bekannte Sammlung von 380 Biographien hauptsächlich muslimischer Ärzte und Wissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Ibn Abi Usaibiʿa entstammte einer Ärztefamilie. Er studierte Medizin in Damaskus und erhielt dabei Botanik-Unterricht von Ibn al-Baitar. Ibn Abi Usaibiʿa arbeitete im Damaszener Nuri-Krankenhaus. Später wechselte er zu dem Nasir-Hospital in Kairo. Im Jahre 1236 trat er in den Dienst von ʿIzz ad-Din Aibak al-Muʿazzami in Salchad, wo er 1270 verstarb.

Werk[Bearbeiten]

Ibn Abi Usaibiʿa wurde bekannt wegen seiner Sammlung von Biographien ‏عيون الأنباء في طبقات الأطباء‎ / ʿUyūn al-anbāʾ fī ṭabaqāt al-aṭibbāʾ („Quellen der Nachrichten der Ärztegenerationen“). Das Buch umfasst 15 Kapitel und beschäftigt sich mit den Ursprüngen der Medizin und den Biographien bedeutsamer Ärzte und Wissenschaftler, darunter Griechen, Araber, Perser und Inder.[1] Es enthält beispielsweise Biographien von Avicenna, al-Farabi, Ibn Ruschd, Galenos und Hippokrates und gewährt darüber hinaus Einblicke in die Funktions- und Arbeitsweise der orientalischen Medizin im 13. Jahrhundert.[2] Es umfasst 15 Kapitel und basiert auf frühere biographischen Arbeiten zum Beispiel von Ibn Dschuldschul.[3] Ibn Abi Usaibiʿa verfasste noch weitere, jedoch verlorengegangene Werke zu Themen der Medizin. Das Buch wurde 1884 Europa von August Müller herausgegeben (Ibn abi Useibia, Königsberg 1884).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Muslimheritag über Ibn Abi Usaibiʿa
  2. http://www.islamicmedicine.org/bimaristan.htm Sharif Kaf Al-Ghazal
  3. Encyclopaedia of Islam, New Edition, Leiden, s.v. Ibn Abi Usaybiʿa

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Vernet in: Encyclopaedia of Islam, New Edition, Leiden Brill, s.v. Ibn Abi Usaybiʿa