Ibn Hazm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Halsband der Taube
(Ms. in Universitätsbibliothek Leiden)

Abu Muhammad Ali ibn Ahmad ibn Sa'id ibn Hazm, genannt Ibn Hazm al-Andalusi (arabisch ‏ابن حزم الأندلسي‎, DMG Ibn Ḥazm al-Andalusī; * 7. November 994 in Córdoba; † 16. August 1064 auf dem Gut Casa Montija bei Niebla) war ein arabischer Universalgelehrter im Kalifat von Córdoba. Er war ein Befolger der heute nicht mehr existierenden Rechtsschule der Zahiriten.[1]

Ibn Hazm wurde 994 in Córdoba geboren. Seine Familie war wohl westgotischer Abstammung und kam aus Huelva. Da sein Vater Wesir unter Almansor war, hatte er in seinen ersten Jahren Zugang zu den höfischen Kreisen in Córdoba. Auf Grund seiner umfassenden Ausbildung stieg er bald zu einem bedeutenden Universalgelehrten auf, der in Theologie, Philosophie und Dichtung umfassend bewandert war.

Da er aber Anhänger der muslimischen Rechtsschule der Zahiriten war, erhielt er in der Großen Moschee Lehrverbot und wurde auch später deshalb immer wieder vertrieben. In Sevilla wurden sogar seine Werke verbrannt. Ein weiterer Grund für seine mehrmalige Verbannung war seine angeblich pro-umayyadische Gesinnung, die in den Taifa-Königreichen verdächtig war. Nachdem er zeitweise Wesir unter dem umayyadischen Kalifen Abd ar-Rahman V. (1023–1024) gewesen war, zog er sich aus der Politik zurück.

Von seinen vielen Werken erlangte u.a. das Werk Die Trennung zwischen den Religionsgemeinschaften große Bedeutung, in dem er das Judentum, das Christentum und den Zoroastrismus sowie die wichtigsten islamischen Sekten einer kritischen Untersuchung unterzog, um sie zu widerlegen. Auch ein von ihm verfasstes Traktat über die Liebe Das Halsband der Taube fand weite Verbreitung in der islamischen Welt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. Arnaldez, Ibn Ḥazm. Encyclopaedia of Islam, Second Edition. Brill Online, 2013. Reference. 09 January 2013

Werke[Bearbeiten]

  • Halsband der Taube. Von der Liebe und den Liebenden. Aus dem Arabischen übersetzt und mit einem Nachwort von Max Weisweiler. Leiden: Brill 1941 [Leipzig: Reclam 1990. ISBN 3-379-00589-4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]