Icewind Dale 2

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Icewind Dale 2
Entwickler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Black Isle Studios
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Interplay
Mitwirkende (Auswahl) Joshua E. Sawyer (Lead Designer)
Chris Avellone
David Maldonaldo
Erstveröffent-
lichung
November 2002
Plattform PC (Windows)
Spiel-Engine Infinity-Engine
Genre RPG
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Maus, Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
Medium CD-ROM, DVD-ROM, Download
Sprache Deutsch
Aktuelle Version 2.01 (19. Dezember 2002)
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben

Icewind Dale 2 ist ein Computer-Rollenspiel für Windows-PCs aus dem Jahr 2002. Das Spiel stammt wie der Vorgänger Icewind Dale von den Black Isle Studios. Es knüpft lose an die Handlung des Vorgängers an.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung ereignet sich rund 30 Jahre nach den Vorkommnissen des Vorgängers.[1] Unter dem Banner der Chimäre sammeln sich Orks, Goblins und allerlei weitere finstere Kreaturen, um gegen die Zehnstädte vorzugehen. Die Abenteurergruppe zählt zu den wenigen Überlebenden einer Hilfsexpedition aus Luskan, die die belagerte Stadt Targos zu erreichen versuchen. Nachdem sie den Belagerungsring um die Stadt durchbrochen haben, stoßen die Abenteurer auf der Suche nach dem Grund für den Kriegszug und den verantwortlichen Drahtziehern weiter in das Gebiet des Eiswindtales vor. Neben vielen neuen Schauplätzen bereist man dabei erneut einige aus dem vorherigen Teil bekannte Orte.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Abgesehen von einem überarbeiteten Regelwerk unterscheidet sich Icewind Dale 2 spielerisch nur geringfügig von seinem Vorgänger und den anderen Infinity-Spielen. Der Spieler befehligt wie zuvor eine vollständig selbst erstellte, sechsköpfige Heldengruppe. Das Spielgeschehen wird aus einer isometrischen Überblicksperspektive präsentiert, die indirekte Steuerung erfolgt nach dem Point-&-Click-Prinzip. Das im Kern rundenbasierte Kampfsystem wird in Echtzeit ausgeführt, kann aber jederzeit per Tastendruck angehalten werden, um ohne Zeitdruck die Lage analysieren und Anweisungen an die Spielfiguren geben zu können.

Neu zum Einsatz kam eine modifizierte Version des Regelwerks 3.0 von Dungeons & Dragons, das sich in vielen Bereichen vom Regelwerk des Vorgängers unterscheidet. Im Gegensatz zu den zufällig ausgewürfelten Werten der zweiten Regelwerksedition (Advanced Dungeons & Dragons) besitzt Icewind Dale 2 mit D&D 3.0 ein sogenanntes Point-Buy-System,[1] in dem der Spieler bei der Gestaltung seines Charakteres vorgegebene Punkte nach Belieben verteilen kann. Neben den Standardrassen (bspw. Mensch, Elf, Zwerg) standen jetzt auch sogenannte Subrassen wie Dunkelelf oder Aasimar zur Verfügung. Daneben gab es zusätzlich zu den Hauptklassen neue Berufsspezialisierungen zur Auswahl, sowie das neu eingeführte Talentsystem zum Erlernen neuer Fähigkeiten.

Das Spiel ist weitgehend linear aufgebaut und stark kampfbetont. Es bestehen begrenzt Möglichkeiten, Aufgaben auf alternativen Wegen zu lösen. Zumeist wird unter einem „guten“ und einem „bösen“ Lösungsweg oder Kampf und friedlicher Lösung unterschieden.[2]

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Planungen zu Icewind Dale 2 begannen, als die Black Isle Studios ihr zuvor angekündigtes Rollenspiel-Projekt Torn aufgrund von Entwicklungsproblemen einstellen mussten. Die Idee zu einer Fortsetzung von Icewind Dale resultierte laut Lead Designer Joshua Sawyer aus dem Druck heraus, innerhalb kürzester Zeit ein neues, solides Spieleprojekt zu realisieren, um diese Projekteinstellung zu kompensieren. Aufgrund der umfangreichen Erfahrungen der Mitarbeiter mit der Infinity-Engine, fiel die Wahl auf Icewind Dale, da hier ein relativ kurzer Entwicklungszeitraum möglich schien. Das Team bekam die Vorgabe, innerhalb von vier Monaten ein fertiges Spiel zu präsentieren, Sawyer erhielt lediglich zwei Tage, um das gesamte Handlungskonzept zu erstellen. Da aber insbesondere das Design der Spielgebiete zeitlich nur wenig reduziert werden konnte, wurde der Entwicklungszeitraum verlängert auf letztlich zehn Monate.[3] Ziel des Projekts war eine Fortführung des Konzepts des ersten Teils, allerdings sollten die unterschiedlichen Schwerpunkte des Hauptspiels (Dungeon-Erkundung), des Add-ons Herz des Winters (Nutzung der unterschiedlichen Charakterfähigkeiten) und der kostenlosen Download-Erweiterung Die Herausforderungen des Meisters der Verlockungen (Rätsel-Elemente) für die Kampagne des Spiels kombiniert werden.

Die Infinity-Engine kam in Icewind Dale 2 zum letzten Mal zum Einsatz. Die Zauberanimation wurden nochmals überarbeitet, erforderten aber nach wie vor keine 3D-Beschleunigung. Das Interface wurde aufgrund der Regelwerksumstellung komplett überarbeitet und war nun in Teilen frei belegbar.[4] Durch die Verlängerung des Entwicklungszeitraums wurde auch das regeltechnische Grundgerüst nochmals überarbeitet und das Spiel auf die dritte Regelwerksedition von Dungeons & Dragons umgestellt.[3] Die Regelwerksumstellung erfolgte auf Drängen Sawyers, der darin ein wichtiges Verkaufsargument für den Titel sah, dessen mittlerweile betagte 2D-Technik nicht mehr dem technischen Stand der Zeit entsprach und in Konkurrenz zu 3D-Titeln wie BioWares Neverwinter Nights stand.[5]

Das Spiel beinhaltete im Vergleich zum Vorgänger eine Zahl neuer Kreaturen, Gegenstände, Fähigkeiten und Zaubersprüche, einiges davon durch Übernahmen aus Baldur’s Gate 2. Weitere Inhalte wurden exklusiv für das Spiel erstellt.[1] Die Begleitmusik des zweiten Teils wurde von Inon Zur geschrieben.[6]

Rezeption[Bearbeiten]

Wertungsspiegel
Publikation Wertung
4Players
75 %[7]
Gamestar
78 %[8]
Gameswelt
79 %[9]
PC Games
84 %[10]
Computer Gaming World
4.5 von 5[11]
GameSpot
8.3 von 10[12]
GameSpy
4 von 5[13]
IGN
9.0 von 10[14]
Metawertungen
GameRankings
81,95 %[15]
Metacritic
83 von 100[16]

Icewind Dale 2 erhielt sehr gute Bewertungen (Metacritic: 83 von 100[16] / GameRankings: 81,95 %[15])

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Richard „Jonric“ Aihoshi: Icewind Dale II Interview (englisch) In: RPGVault. IGN. 4. Februar 2002. Abgerufen am 6. November 2012.
  2. Joost „Myrthos“ Mans: Icewind Dale II Interview. In: RPGDot. 11. Juni 2002. Archiviert vom Original am 12. Oktober 2002. Abgerufen am 18. November 2012.
  3. a b Matt Chat 171: Josh Sawyer on Icewind Dale and Neverwinter Nights auf YouTube
  4. Jon „Buck“ Birnbaum: Icewind Dale/Icewind Dale II Interview (Scott Warner) (englisch) In: Gamebanshee. 15. März 2007. Abgerufen am 6. November 2011.
  5. Jon „Buck“ Birnbaum: Icewind Dale/Icewind Dale II Interview (Joshua E. Sawyer) (englisch) In: Gamebanshee. 15. März 2007. Abgerufen am 6. November 2011.
  6. Bruce Ladewig: Inon Zur Interview (englisch) In: RPGPlanet. IGN. 11. Oktober 2002. Abgerufen am 27. August 2011.
  7. Jörg Luibl: Test: Icewind Dale 2. In: 4Players. freenet AG. 18. November 2002. Abgerufen am 18. November 2012.
  8. Icewind Dale 2 im Test. In: Gamestar. IDG. 1. November 2002. Abgerufen am 18. November 2012.
  9. W. Korba: Icewind Dale II - Review. In: Gameswelt. Web Media Publishing AG. 10. Dezember 2002. Abgerufen am 18. November 2012.
  10. Fortsetzung der D&D-Rollenspiels von Black Isle. In: PC Games. Computec Media. 22. Oktober 2002. Abgerufen am 18. November 2012.
  11. Jeanne Kim Trais: Icewind Dale II. In: Computer Gaming World. Nr. 221, Dezember 2002, S. 116–117.
  12. Greg Kasavin: Icewind Dale II Review (englisch) In: GameSpot. CBS Interactive. 6. September 2002. Abgerufen am 18. November 2012.
  13. William Abner: Review: Icewind Dale II (englisch) In: GameSpy. News Corp. 27. August 2002. Abgerufen am 18. November 2012.
  14. Barry Brenesal: Icewind Dale II Review (englisch) In: IGN. News Corp. 5. September 2002. Abgerufen am 18. November 2012.
  15. a b GameRankings: Durchschnittliche Wertung des Spiels, basierend auf 36 Wertungen. Abgerufen am 18. November 2012.
  16. a b Metacritic: Durchschnittliche Wertung des Spiels, basierend auf 22 Artikeln. Abgerufen am 18. November 2012.