Ich bin ein Elefant, Madame

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Filmdaten
Deutscher Titel Ich bin ein Elefant, Madame
Originaltitel Ich bin ein Elefant, Madame
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1969
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 6 (aktuell)
Stab
Regie Peter Zadek
Drehbuch Robert Muller
Wolfgang Menge
Peter Zadek
Produktion Ernst Liesenhoff
Kamera Gerard Vandenberg
Schnitt Herbert Taschner
Besetzung

Ich bin ein Elefant, Madame ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1969; er war der erste Kinofilm des bekannten Theaterregisseurs Peter Zadek.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film basiert auf dem Roman Die Unberatenen von Thomas Valentin (1963) sowie einer vorhergegangenen TV-Inszenierung des Romans unter seinem Originaltitel von 1966 durch Peter Zadek, und paraphrasiert die Studentenrevolte der 1960er Jahre. Der Schüler Rull probt an einem Gymnasium in Bremen den Aufstand und versucht, die autoritären Strukturen seiner Schule zu durchbrechen. Es entsteht eine humorvolle Protestbewegung, die eine demokratische Schulform verlangt. Der Film zeigt dabei die Schüler während des Unterrichts und in ihrem Privatleben. Er entlarvt die Lehrer, die sich an der althergebrachten Form von Schule festklammern. Gleichzeitig versuchen die Schüler, die fortschrittlichen Lehrer auf ihre Seite zu bringen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Peter Zadek war in den 1960er Jahren Hausregisseur der Städtischen Bühnen Bremen unter Intendant Kurt Hübner, der auch in diesem Film eine kleine Rolle übernommen hatte. Der Titel des Films persifliert das Lied Ich küsse Ihre Hand, Madame. Der Film wurde am Alten Gymnasium in Bremen (im ursprünglichen Gebäude an der Dechanatstraße) gedreht.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: „Stilsicher gefaßte Zeitkritik, die die allgemeinen Standpunktsuche zwischen den extremen Positionen von Autoritätsbeharren und sozialrevolutionärem Bewußtsein und die damit verbundenen Identitätskrisen, teils mit schockierenden Mitteln, zu spiegeln versucht.“ [1]
  • Heyne Filmlexikon (1996): „Ein ebenso engagiertes wie formal reizvolles Filmpamphlet gegen die autoritäre Gesellschaft von dem ehemals wilden Theatermacher.“
  • Evangelischer Filmbeobachter: „Ein gedanklich bedeutender und politisch aktueller Film, der am Beispiel des Lehrer-Schüler-Konflikts Schwächen unserer Gesellschaftsstruktur aufzeigt. Ohne Rücksicht auf künstlerisch-ästhetische Einheitlichkeit zweckhafte Anwendung der unterschiedlichsten formalen Mittel, um die gewollte Wirkung zu erreichen. Als Diskussionsfilm geeignet und ab 18 zu empfehlen.“[2]

Literatur[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film lief im Wettbewerb der Berlinale 1969 und gewann einen Silbernen Bären. Zadek erhielt für seine Regie außerdem den Bundesfilmpreis in Gold. Für seine darstellerische Leistung erhielt diesen Preis ebenfalls der Jungschauspieler Wolfgang Schneider (Bester Nachwuchsschauspieler).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ich bin ein Elefant, Madame im Lexikon des Internationalen Films
  2. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 126/1969