Ich komme vom Ende der Welt

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Filmdaten
Deutscher Titel Ich komme vom Ende der Welt
Originaltitel L’avventuriero
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1967
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Terence Young
Drehbuch Jo Eisinger,
Luciano Vincenzoni
Produktion Alfredo Bini,
Selig J. Seligman
Musik Ennio Morricone
Kamera Leonida Barboni
Schnitt Peter Thornton
Besetzung

Ich komme vom Ende der Welt (Originaltitel: L’avventuriero) ist ein italienischer Abenteuerfilm von Regisseur Terence Young aus dem Jahr 1967. Als literarische Vorlage diente der Roman Der Freibeuter (The Rover, 1923) von Joseph Conrad.

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 1797 bereitet sich Napoleon Bonaparte darauf vor, seinen Erzfeind England in Ägypten anzugreifen. Indes gelingt es Kapitän Peyrol, mit seiner französischen Brigg Marigalante die vor Toulon kreuzende englische Korvette Amelia des Admiral Nelson zu überlisten und unversehrt in den Hafen einzulaufen. Peyrol, der nach vierzig Jahren erstmals seine Heimat wiedersieht, übergibt die Marigalante den Hafenkommandanten. Der alte Korsar will der See für immer den Rücken kehren und mit seinem erworbenen Vermögen einen ruhigen Lebensabend verbringen. Doch Kommissar Dussard beschuldigt ihn, ein ehemaliger Deserteur der königlichen Flotte zu sein, und versucht auf diese Weise in den Besitz von Peyrols Dublonenschatz zu gelangen.

Der gewiefte Peyrol kann jedoch entwischen und findet Zuflucht an einem entlegenen Strand in der Gegend, wo er einst geboren wurde. Dort findet er in einem alten Gehöft nur noch wenige Menschen vor – darunter ein seltsames Mädchen namens Arlette, ihre Tante Caterina, der scheue Krüppel Michel und Scevola, ein sadistischer Knecht. Die gütige Caterina nimmt den Fremden wohlwollend auf, auch in der Hoffnung, er könne bei ihnen bleiben und ebenda ein neues Zuhause finden. Schon bald wird Peyrol jedoch von seiner Rastlosigkeit geplagt. Mit Hilfe des lahmen Michel versucht er, das Wrack eines alten Segelboots wieder seetüchtig zu machen. Die kindliche Zuneigung von Arlette taut derweil sein hartes Herz auf. Er ist überzeugt, dass ihr merkwürdiges Verhalten samt ihrer Angstzustände von einem traumatischen Erlebnis in ihrer Kindheit herrührt, als ihre Eltern brutal ermordet wurden. Als der jähzornige Scevola sich an Arlette vergreift und droht, das Gehöft in Brand zu legen, schreitet Peyrol gerade noch rechtzeitig ein und kennt kein Erbarmen gegen den Wüterich, der sich zudem als Mörder von Arlettes Eltern entpuppt. Nach dem Tod Scevolas beginnt sich der emotionale Zustand Arlettes kontinuierlich zu verbessern.

Eines Tages taucht auf dem Gut der junge Offizier Real auf, der in Peyrol genau den richtigen Mann für eine gefährliche Mission gefunden zu haben glaubt. Admiral Nelson soll eine gefälschte Geheimbotschaft zugespielt werden, die es der französischen Flotte ermöglicht, ungehindert in Richtung Ägypten auslaufen zu können. Peyrol lehnt zunächst ab. Doch als er erkennt, dass Arlette den jungen Offizier liebt, macht er sich auf den Weg, sich selbst zu opfern, und segelt mit der Botschaft den Engländern auf seinem reparierten Boot entgegen. Fast scheint es, als wolle er die Blockade der Engländer mit ihren nun wie wild umherfliegenden Geschossen durchbrechen. Im Wissen, dass er sterben wird, bindet er sich an das Steuer, an dem er schließlich tot samt Botschaft gefunden wird. Bei der darauffolgenden Seeschlacht bei Abukir wird Napoleons Seeflotte von den Briten geschlagen, dennoch gelingt es dem Korsen, seine Macht auszuweiten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ich komme vom Ende der Welt ist eine Verfilmung des Romans Der Freibeuter (The Rover, 1923), dem letzten vollständigen Werk des polnischen Schriftstellers Joseph Conrad. Hauptdarsteller Anthony Quinn und Rita Hayworth waren bereits 1941 gemeinsam in Rouben Mamoulians Stierkampf-Drama König der Toreros (Blood and Sand) zu sehen. Während die italienischen Darsteller in Ich komme vom Ende der Welt ihre Dialoge beim Dreh in ihrer Muttersprache vortrugen, sprachen Anthony Quinn und Rita Hayworth ihre Dialogzeilen auf Englisch, die beide erst in der Postproduktion auf Italienisch nachsynchronisierten.

In Deutschland wurde der Film erstmals am 12. Januar 1968 in den Kinos gezeigt. 2007 und 2009 erschien der Film auf DVD.

Kritiken[Bearbeiten]

„Routiniert inszenierte Romanverfilmung, der es nicht gelingt, die menschlichen Konflikte glaubwürdig zu machen, so dass sie auf dem Niveau der Abenteuergeschichte bleibt“, befand das Lexikon des Internationalen Films.[1] William Thomaier schrieb seinerzeit in Films in Review, dass die Handlung „nach einem vielversprechenden Anfang […] flach“ falle und „das Interesse des Zuschauers […] auf der Strecke“ bleibe. Der Verlauf der Geschichte sei „nie übersichtlich“ und das Tempo „ermüdend“. Der Film bleibe zwar Conrad „treu, aber wahrscheinlich zu sehr, da die Schwäche des Buchs größtenteils für die Schwülstigkeit des Films verantwortlich ist“. Das Ende sei jedoch „sehr gut“.[2]

Soundtrack[Bearbeiten]

  • Ennio Morricone: L’Avventuriero. Dagored (Cargo Records) 2005, eine CD mit elf Aufnahmen der Filmmusik.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ich komme vom Ende der Welt im Lexikon des Internationalen Films
  2. “After a fairly promising beginning the plot goes to land and audience interest grinds to a halt. The story line is never lucid and the tempo is tedious. The film is rather faithful to Conrad, perhaps too much so, for the book’s weakness is chiefly responsible for the picture’s turgidity. The film’s ending is well done.” William Thomaier in Films in Review zit. nach Gene Ringgold: The Films of Rita Hayworth. Citadel Press, Secaucus 1974, S. 239.