Ich spuck auf dein Grab

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Filmdaten
Deutscher Titel Ich spuck auf dein Grab
Originaltitel Day Of The Woman/I Spit on Your Grave
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe FSK : Ungeprüft
Stab
Regie Meir Zarchi
Drehbuch Meir Zarchi
Produktion Joseph Zbeda & Bill Tasgal
Kamera Louis McMahon
Schnitt Yuri Haviv
Besetzung
  • Camille Keaton: Jennifer Hills
  • Eron Tabor: Johnny
  • Richard Pace: Matthew
  • Anothony Nichols: Stanley
  • Gunter Kleemann: Andy
  • Alexis Magnotti
  • Ronit Haviv

Der Film Ich spuck auf dein Grab des israelisch-amerikanischen Regisseurs Meir Zarchi entstand im Jahr 1978 in den USA. Der Rape-and-Revenge-Film gehört zum Genre Exploitationfilm und erzählt die Geschichte einer Frau, die vergewaltigt wird und sich daraufhin an ihren Peinigern per Selbstjustiz rächt. Im Jahr 2010 wurde mit I Spit on Your Grave eine Neuverfilmung veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten]

Die junge Schriftstellerin Jennifer Hills (Camille Keaton) fährt zu einem abgelegenen Ferienhaus in New England, um dort ihren ersten Roman zu verfassen. Während ihres Aufenthaltes dort wird jedoch eine Gruppe skrupelloser Männer auf Jennifer aufmerksam. Die Männer fassen den Plan, Jennifer zu vergewaltigen. Im Zuge dieser Aktion lauern sie der jungen Frau auf, jagen sie durch den Wald, quälen, schlagen und vergewaltigen sie mehrfach und wollen sie letztendlich töten. Jedoch führt der geistig zurückgebliebene Matthew den Mord – zu dem ihn seine Mittäter ermutigen wollen – nicht aus. Das Opfer fasst daraufhin den Entschluss, sich an jedem seiner Peiniger durch tödliche Selbstjustiz zu rächen. Sie lockt Matthew auf die Insel und erhängt ihn. Sie kastriert Johnny und lässt ihn im Badezimmer verbluten. Die restlichen zwei, Andy und Stanley, tötet sie mit einer Axt und einem Motor eines Bootes. Dann fährt sie mit dem Boot davon.

Kontroverse[Bearbeiten]

Der Film erregte vor allem dadurch, dass die mehrfache Vergewaltigung der Hauptdarstellerin in erschreckend deutlicher Art und Weise gezeigt wird, die Aufmerksamkeit von Jugendschutz und Zensur weltweit. Im Vergleich zu Wes Cravens The Last House on the Left, welcher ebenfalls als „Rape and Revenge“-Film gilt, wurde bei Ich spuck auf dein Grab oft kritisiert, dass die Vergewaltigungsszene „zelebriert“ werde, statt sie zu „inszenieren“, wie dies in The Last House on the Left der Fall sein soll. Zudem führte auch die Thematik der Selbstjustiz, welche als einziges Mittel der Konfliktlösung dargestellt wird, und deren brutale Umsetzung in Deutschland zu einer bundesweiten Beschlagnahme nach §131 StGB. Auch die Charakterentwicklung vom Opfer zur Rächerin wurde an Ich spuck auf dein Grab kritisiert, da diese Thematik zu kurz abgehandelt werde.

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Ein an Niedertracht kaum zu überbietendes Machwerk“ – „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“, ISBN 3-89602-514-7.
  • „A vile bag of garbage […] Attending it was one of the most depressing experiences of my life. […] The story of 'I Spit on Your Grave' is told with moronic simplicity. These horrible events are shown with an absolute minimum of dialogue, which is so poorly recorded that it often cannot be heard.“ Ein ekelhafter Sack Müll. […] Sich den anzusehen war eine der depremierendsten Erfahrungen meines Lebens. […] Die Geschichte von „Ich spuck auf dein Grab“ wird mit debiler Schlichtheit erzählt. Diese schrecklichen Ereignisse werden mit einem absoluten Minimum an Dialogen gezeigt und sind so schlecht aufgenommen, dass man sie oft nicht versteht.- Filmkritiker Roger Ebert.[1]
  • „Unter dem Strich repräsentiert der Film ‚I Spit On Your Grave‘ beileibe keine Unterhaltung im üblichen Sinne des Begriffs - und dennoch ist dieser Film alles andere als ein Schundprodukt. Doch Zensoren verfahren bekanntermaßen nach einem alten Sprichwort, das besagt: ‚Wer sein eigenes Spiegelbild nicht mehr ertragen kann, der wird den Spiegel zerschlagen‘.“ - DVDForum.at.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Der Film wurde mehrmals und unter verschiedenen alternativen Titeln veröffentlicht. Es folgt eine Auswahl der Fassungen und Alternativtitel.

Fassungen[Bearbeiten]

  • In Deutschland erschienen bisher zwei VHS-Auflagen des Labels „Toppic“ sowie eine VHS des Labels „JVP Austria“, wobei es sich bei Letztgenanntem um ein Bootleg handelt. Auch vom Label „Astro“ existiert sowohl eine VHS als auch eine DVD. Zudem wurde je eine DVD von den Labels cmv-Laservision und „Cine Silver“ (ebenfalls als Bootleg) veröffentlicht. Alle diese Medien enthalten die ungeschnittene Fassung.
  • Die US-Version wurde unter anderem als VHS von den Labels „Anchor Bay“, „Vid America“ und „Elite“ veröffentlicht. Von „Elite“ gibt es zudem eine Laserdisc und zwei DVD-Versionen.
  • In den Niederlanden wurde eine VHS von „Video Power“ und eine DVD von „DFW“ produziert.
  • In der Schweiz existiert eine DVD-Fassung von „Centauri Interactive“ als Bootleg.
  • Das Label „VIP“ vertreibt eine VHS-Version in Frankreich und das Label „Vipco“ eine VHS in Dänemark, wo inzwischen auch eine DVD erschienen ist.
  • In Großbritannien existieren lediglich drei ungekürzte VHS-Versionen der Labels „Astra“ und „Wizard“, die noch aus der Zeit vor dem Video Recordings Act von 1984 stammen. Alle seither erschienenen Versionen (von „Screen Entertainment“ und von „Vipco“) sind geschnitten, ebenso wie das neue Release auf BluRay und DVD von 101 Films.
  • In Schweden existieren zwei VHS-Fassungen: eine geschnittene von „Viking Video“ sowie eine ungeschnittene von „Videofilm AB“.
  • In Österreich wurde der Film im Juni 2011 in der Unrated-Fassung auf DVD und BluRay vom Label „Illusions Unlimited“ veröffentlicht. Gleichzeitig erschien auch das Remake entsprechend.

Alternativtitel[Bearbeiten]

  • Blood Angel
  • Blood Force
  • Day Of The Woman
  • The Rape And Revenge Of Jennifer Hill
  • Horror Weekend
  • I Hate Your Guts
  • I Spit On Your Grave

Fortsetzung[Bearbeiten]

Mit Savage Vengeance wurde 1993 eine offizielle Fortsetzung gedreht; in dieser spielte Camille Keaton erneut die Jennifer Hills.[2] Rick Thompson's Eyes of the Prey aus dem Jahre 1992 bildet die inoffizielle Fortsetzung des Filmes und wird in Deutschland als Ich spuck auf dein Grab 2 – Ein Opfer blinder Wut vertrieben.[3]

Neuverfilmung[Bearbeiten]

Im Oktober 2010 kam mit I Spit on Your Grave eine Neuverfilmung dieses „Video Nasty“-Klassikers in die Kinos,[4] die im Februar 2011 auf DVD und BluRay erschien.

2013 entstand I Spit on Your Grave 2.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film ist gemeinsam mit der Neuverfilmung für die Home Media Magazine Awards nominiert.[5] Das Original ist in der Kategorie „Best Catalog Title“ nominiert, während die Neuverfilmung in der Kategorie „Best Indie/Small Budget Film on Disc“ nominiert ist.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roger Ebert: Review of I Spit on Your Grave, Chicago Sun-Times. 16. Juli 1980. Abgerufen am 15. Oktober 2010. 
  2. I Spit On Your Vengeance: The Donald Farmer Interview (2006)
  3. Haikos heisse Ecke – Filmkritiken – Ich spuck auf dein Grab
  4. I Spit On Your Grave 2010 bei der IMDB
  5. Vote for the 2012 Home Media Magazine Awards
  6. Home Media Magazine Awards Ballot, Zugriff am 13. März 2012

Weblinks[Bearbeiten]