Icing

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Beispiele für Icing

Icing ist ein Begriff im Eishockey und wird im Deutschen mit „Unerlaubter Befreiungsschuss“, „Unerlaubter Befreiungsschlag“ oder „Unerlaubter Weitschuss“ übersetzt. „Unerlaubter Befreiungsschuss“ ist dabei der Begriff, der in der offiziellen Übersetzung der IIHF-Regeln verwendet wird.

Definition[Bearbeiten]

Wenn ein Spieler aus der eigenen Spielhälfte (inklusive der Mittellinie) den Puck über die verlängerte Torlinie schießt, schlägt oder ablenkt, nennt man dies Icing (IIHF-Regel 460). Dabei ist allerdings die Position des Pucks bei der Schussabgabe ausschlaggebend und nicht die Position des Spielers selbst. Nach den internationalen Regeln der IIHF pfeift ein Linienrichter das Spiel in einem solchen Fall sofort nach Überschreiten des Pucks über die Torlinie ab und es gibt ein Bully im Verteidigungsdrittel der für das Icing verantwortlichen Mannschaft. Diese Anwendung wird auch „No-Touch-Icing“ oder „Automatic Icing“ genannt.

Wird zu Unrecht auf Icing entschieden und dies korrigiert, so findet ein Bully am Anspielpunkt in der Spielfeldmitte statt (IIHF-Regel 440).

Ausnahmen[Bearbeiten]

Nach den Regeln der IIHF liegt kein Icing vor, wenn

  • durch den Weitschuss ein Tor erzielt wird.
  • der Weitschuss in Unterzahl erfolgt.
  • der Puck vor dem Überschreiten der verlängerten Torlinie einen gegnerischen Spieler oder den Torwart am Körper, an den Schlittschuhen oder am Stock berührt.
  • der Weitschuss direkt vom Bully aus erfolgt.
  • nach Meinung des Linienrichters ein Spieler des gegnerischen Teams (mit Ausnahme des Torwarts) den Puck vor Überschreiten der verlängerten Torlinie hätte spielen können.
  • der Torwart bei einer Icing-Situation seinen Torraum verlässt oder sich der Torwart außerhalb seines Torraums befindet und zum Puck hin bewegt.

Seit der Saison 2006/07 gilt der Torraum nicht mehr als „Icing aufhebend“.

Touch-Icing[Bearbeiten]

Von den internationalen Regeln abweichend wird beim so genannten „Touch-Icing“ verfahren. Hierbei pfeift der Linienrichter das Spiel erst ab, wenn ein Spieler der verteidigenden Mannschaft den Puck berührt hat. Erreicht ein Spieler der angreifenden Mannschaft den Puck zuerst, geht das Spiel ohne Unterbrechung weiter. Diese Regelabweichung wird vor allem in Nordamerika (unter anderem in der National Hockey League) angewandt und soll zu einem schnelleren Spielablauf führen. Sie ist jedoch sehr umstritten, da vielfach die Ansicht vertreten wird, das Touch-Icing provoziere schwerere Verletzungen. So wird etwa die tödliche Verletzung des damaligen tschechoslowakischen Nationalverteidigers Luděk Čajka 1990 infolge eines Touch-Icings von den Kritikern angeführt.

Aktuell haben fast alle europäischen Profi- und Amateurligen das „Touch-Icing“ abgeschafft und in Nordamerika wird intensiv über die Abschaffung auch für die NHL diskutiert, nachdem beispielsweise die American Hockey League das No-Touch-Icing schon erfolgreich eingeführt hat. Seit 2013 gilt in der NHL die sogenannte Hybrid-Icing-Regel.[1] Außerdem gelten verschärfte Regeln für Bodychecks in Icing-Situationen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDan Rosen: Hybrid icing tops list of rule changes for 2013-14. National Hockey League, 2013-19-30, abgerufen am 3. Dezember 2013 (englisch).