Ida Siekmann

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Ida Siekmann im Fenster des Gedenkens der Gedenkstätte Berliner Mauer
Der Präsident von Zypern vor dem Mahnmal für Ida Siekmann am Unglücksort (Mai 1962)
Gedenktafel in der Bernauer Straße: „Dem Opfer der Schandmauer Ida Siekmann; † 22.8.1961, gewidmet“

Ida Siekmann (* 23. August 1902 in Gorken, Westpreußen; † 22. August 1961 in Berlin), eine Krankenschwester[1], war vermutlich das erste Todesopfer an der Berliner Mauer und verstarb nur neun Tage nach der Abriegelung der Sektorengrenze und dem Beginn des Mauerbaus.

Leben[Bearbeiten]

Ida Siekmann wurde im Gutsbezirk Gorken im Kreis Marienwerder geboren. 1961 lebte sie in der Bernauer Straße 48 in Berlin-Mitte. Sie hatte eine Schwester, Martha L., die nur wenige Häuserblocks entfernt im Westteil der Stadt lebte, an der Lortzingstraße.[2] Die Gebäude auf der südlichen Seite der Straße gehörten seit 1945 zum sowjetischen Sektor, während die Straße und die nördliche Bebauung zum französischen Sektor gehörten. Mit der Abriegelung der Sektorengrenze war es den Bewohnern nicht mehr möglich, auf den Bordstein vor ihrem Haus zu gehen, weil dieser zum anderen Sektor gehörte. In ihrem Haus wurden regelmäßige Kontrollen durch die Grenzpolizei durchgeführt.

Am 21. August wurde die Haustür des Mehrfamilienhauses von den Behörden der DDR verbarrikadiert, um so eine Flucht aus dem Haus zu verhindern. Ida Siekmann warf am Morgen des 22. August 1961 Federbetten und ähnliches aus einem Fenster im dritten Stock ihres Wohnhauses auf den zu West-Berlin gehörenden Bürgersteig (52° 32′ 24,8″ N, 13° 24′ 10,56″ O52.540223413.4029327). Damit wollte sie ihren Fall abfangen. Wenig später sprang sie aus dem Fenster, noch bevor die Westberliner Feuerwehr ein Sprungtuch bringen konnte. Beim Aufprall verletzte sie sich schwer. Sie starb auf dem Weg ins Lazarus Krankenhaus.

Die Presse in West-Berlin berichtete ausführlich über den Vorfall, der für Unmut in der Bevölkerung sorgte. Bei der Beisetzung des Leichnams auf dem Städtischen Friedhof im damaligen Bezirk Wedding am 29. August 1961 nahmen Anwohner und Vertreter der West-Berliner Politik teil. Der Sarg war mit Blumen in den Farben West-Berlins geschmückt. Der Bezirk richtete an der Unglücksstelle ein Mahnmal ein. Am 23. August 1962 legten dort Robert F. Kennedy und Willy Brandt einen Kranz nieder. Das Mahnmal wurde später durch eine Gedenktafel ersetzt. Am Gedenkstein für Opfer der Berliner Mauer wird ebenso an sie erinnert wie mit einem Foto im „Fenster des Gedenkens“ der Gedenkstätte Berliner Mauer. Am 15. April 2010 benannte die Bezirksvertretung Münster Mitte eine Straße nach ihr, den Ida-Siekmann-Weg.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Galante und Jack Miller, "The Berlin Wall" (Seiten 79-80), 1 Januar 1965, Arthur Baker Ltd.
  2. Hamburger Abendblatt article "In der Tasche der Toten fand man die Adresse der Schwester", 23 August 1961.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ida Siekmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien