Iden (Altmark)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Iden
Iden (Altmark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Iden hervorgehoben
52.78305555555611.91666666666722Koordinaten: 52° 47′ N, 11° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Stendal
Verbandsgemeinde: Arneburg-Goldbeck
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 37,37 km²
Einwohner: 908 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39606
Vorwahl: 039390
Kfz-Kennzeichen: SDL, HV, OBG
Gemeindeschlüssel: 15 0 90 270
Adresse der Verbandsverwaltung: An der Zuckerfabrik 1
39596 Goldbeck
Webpräsenz: www.arneburg-goldbeck.de
Bürgermeister: Norbert Kuhlmann
Lage der Gemeinde Iden im Landkreis Stendal
Aland Aland Altmärkische Höhe Altmärkische Wische Arneburg Bismark (Altmark) Bismark (Altmark) Eichstedt Goldbeck Hassel Havelberg Hohenberg-Krusemark Hohenberg-Krusemark Iden Kamern Klein Schwechten Klietz Osterburg Rochau Sandau (Elbe) Schollene Schönhausen (Elbe) Stendal Stendal Stendal Stendal Seehausen Seehausen Tangerhütte Tangermünde Werben (Elbe) Wust-Fischbeck Zehrental Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Iden ist eine Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck an.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Iden liegt im Norden des Landes Sachsen-Anhalt am Rand der Altmark. Es liegt in der Wische, einem ehemaligen Überflutungsgebiet der Elbe. etwa acht Kilometer westlich des Flusses. Die Gemeinde gliedert sich in das Dorf Iden und die Ortsteile Busch, Büttnershof, Germerslage, Kannenberg und Rohrbeck. Nachbargemeinden und -städte sind im Uhrzeigersinn: die Hansestadt Werben (Elbe) im Norden, die Stadt Sandau im Osten, die Gemeinde Hohenberg-Krusemark im Süden und die Hansestadt Osterburg im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Rittergut Kannenberg um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Die Anfänge der Dorfkirche Iden sollen bereits bis in die Zeit um das Jahr 800 zurückreichen. 1204 wurde das zur Gemeinde gehörende Dorf Rohrbeck erstmals urkundlich erwähnt. Iden wurde erstmals im Jahr 1334 schriftlich erwähnt. Iden, Busch, Rohrbeck, Kannenberg und Büttnershof waren ursprünglich Bauerndörfer mit einem Rittergut und einer geringen Anzahl an Handwerkern. Ende des 19. Jahrhunderts trat eine spürbare wirtschaftliche Entwicklung durch Dampfflug, Eisenbahn, Zuckerrübenanbau und Tierzucht ein. Am 1. April 1886 wurde Iden an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Die im Besitz des Rittergutsbesitzers Philipp Freise befindliche Kleinbahn Goldbeck–Werben (Elbe) mit den Bahnhöfen Iden und Rohrbeck verband Goldbeck an der Hauptstrecke zwischen Wittenberge und Magdeburg mit Werben am wichtigen Transportweg Elbe. Zunächst als Pferdebahn errichtet, wurde sie 1898 in eine normalspurige Eisenbahn mit Dampflokbetrieb umgewandelt.[2]

Das Gut Iden entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem anerkannten Musterbetrieb. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam es im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone zu weitreichenden Enteignungen. Die ehemaligen Rittergüter in Iden, Rohrbeck, Büttnershof, Kannenberg und Busch und ein Freigut in Germerslage wurden eingezogen und das Land unter landloser und -armer Bevölkerung aufgeteilt.[3] Ab 1945 wurde in Iden agrarwissenschaftliche Forschung betrieben. Das Gut wurde als Forschungsstätte der Universität Halle übergeben. Vor Ort wurde Lehre und Ausbildung betrieben, Wissenschaftler zogen in die Gemeinde, um hier zu arbeiten. Im Jahr 1962 wurde das Versuchsgut Iden dann zum Institut für Tierzucht und Tierhaltung der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin. 1971 wurde die über Iden führende Kleinbahn Goldbeck–Werben (Elbe) stillgelegt. 1972 wurde das Landwirtschaftliche Institut in Institut für Rinderproduktion mit dem Schwerpunkt Technologie umbenannt.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Sandauerholz mit ihren Ortsteilen Büttnershof, Germerslage und Kannenberg am 1. Juli 2009 nach Iden eingemeindet.[4]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Iden ist Norbert Kuhlmann. Er gewann die Wahl am 12. Februar 2012 mit 87,82 Prozent der gültigen Stimmen. Sein Gegenkandidat war Rainer Pempel bekam 12,18 Prozent. Insgesamt beteiligten sich 479 Personen an der Wahl. Die Wahlbeteiligung lag somit bei 57,5 Prozent. Es ist die zweite Amtszeit Kuhlmanns. Rainer Pempel war Idener Bürgermeister von 2000 bis 2004.[5]

Gemeindevertreterversammlung[Bearbeiten]

Die letzte Kommunalwahl fand am 25. Mai 2014 statt. Jeder Wähle hatte drei Stimmen zu vergeben. Bei 795 Wahlberechtigten und 360 Wählern lag die Wahlbeteiligung bei 45,3 Prozent. Jeder Wähler hatte bis zu drei Stimmen. Sechs Stimmzettel waren ungültig. Zur Wahl traten zwei Wählergruppen und die Partei Die Linke an. Wahlsieger wurde die Wählergruppe Initiative für Bürgernähe, die 809 von 1054 Stimmen und somit 76,8 Prozent erhielt. Mit diesem Ergebnis wurde alle acht aufgestellten Kandidaten der Wählergruppe in das Gemeindeparlament gewählt. Zweitplatzierte wurde die Bürgergemeinschaft Sandauerholz, die 201 Stimme beziehungsweise 19,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen und zwei Sitze errang. Die einzige Kandidatin, die die Partei Die Linken aufgestellt hatte, wurde mit 44 Stimmen (4,2 Prozent) gewählt. Vier von elf Gemeinderäten sind weiblich. Jeweils eine Rätin entsenden die Initiative für Bürgernähe und Die Linke, zwei die Bürgergemeinschaft Sandauerholz.

Wahl 2014 Anzahl  % Sitze
Wahlberechtigte 795
Wähler 360 45,3
ungültige Stimmzettel 6 1,7
gültige Stimmen (bis drei pro Wähler) 1054 99,2
Initiative für Bürgernähe 809 76,8 8 1
Bürgergemeinschaft Sandauerholz 201 19,1 2 2
Die Linke 44 4,2 1 1

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Grün geviert; Feld 1 ein schwarzer Kuhkopf, Feld 2 ein aufgeschlagenes silbernes Buch, Feld 3 drei silberne Ähren, Feld 4 ein schwarzes Zahnrad.“

Schon im Jahr 1984, als Iden seine 650-Jahr-Feier beging, wurde ein Ortswappen entwickelt. Da in der DDR weder Rechtsgrundsätze zu kommunalen Wappen angewendet noch von staatlicher Seite auf heraldisch Regeln eines Wappens Rücksicht genommen wurde, konnte das so entwickelte „Wappen“ auch über Jahre in Gewohnheitsrecht geführt werden.

Ursprünglich war das Wappen von Iden ein Dreipass mit Rinderkopf, Ähren und aufgeschlagenem Buch, auf dem allerhand Grafik (Gaußsche Glockenkurve u. a. m.) zu sehen war. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990, als es zu Ortswappen wieder rechtliche Verbindlichkeiten gab, reichte die Gemeinde dann einen gevierten Schild ein. Er beinhaltete die Symbole Kuhkopf (Rinderzucht), Buch (Wissenschaft und Lehre), Ähren (Pflanzenproduktion) und Zahnrad (Technologie). Da mehrere Mängel seitens der Gutachter des Landeshauptarchivs beanstandet wurden, erhielt der Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch aus Magdeburg im März 2002 vom Gemeinderat den Auftrag, ein heraldisch korrektes und rechtsgültiges Wappen verbunden mit Flagge und Siegel zu erarbeiten. Dieses Wappen wurde auf der Gemeinderatssitzung am 12. März 2002 nach vorausgegangener Diskussion einstimmig beschlossen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde Iden führen zwei Landesstraßen. Die Landesstraße 9 als West-Ost-Achse führt von der L 1 in Kerkuhn über die Bundesstraße 189, Osterburg und die L 14 nach Iden. Nach Osten wird sie über die Fähre Sandau über die Elbe zur Bundesstraße 107 in Sandau geführt. Die Nord-Süd-Achse ist die Landesstraße 16, die von der L 2 in Werben über Iden zur L 15/L 32 in Stendal führt und die Landesstraßen 14, 35 und die Bundesstraße 189 kreuzt. Dritte Hauptstraße ist die Kreisstraße 1062ins südwestlich gelegene Goldbeck. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Osterburg und Goldbeck an der Strecke Magdeburg–Wittenberge. Bis 1971 verfügte Iden über einen eigenen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz.

Bildung[Bearbeiten]

In Iden befindet sich das Zentrum für Technik und Tierhaltung, eine Weiterbildungsstätte für Landwirte.[7] Weiterhin ist die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen Anhalt mit der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung und Technik des Landes Sachsen-Anhalt ansässig.[8] Ferner gibt es dort eine Grundschule, in der die Schüler die ersten vier Schuljahre unterrichtet werden und eine Kindertagesstätte.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Baugeschichte der Dorfkirche in Iden soll bis in das 9. Jahrhundert zurückreichen. Es handelt sich um einen romanischen Feldsteinbau. Im Ortsteil Büttnershof steht das aus der Zeit um 1750 stammende und zum Gaststättenbetrieb ausgebaute Gutshaus Büttnershof, ein Fachwerkbauwerk.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Franz Zielasko (1896 bis 1943) war ein Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und Spanienkämpfer. Er wurde am 19. Juli 1896 in Iden geboren und am 18. August 1943 durch die Gestapo im Polizeigefängnis Gladbeck ermordet. An seinem Geburtshaus befindet sich eine Gedenktafel.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Iden (Altmark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Iden. Eingesehen am 23. Dezember 2014.
  3. Schwarzbuch der Bodenreform - Enthaltene Gemeinden und Orte. Im Web-Archiv. Eingesehen am 24. Dezember 2014.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  5. igu: Norbert Kuhlmann gewinnt Bürgermeisterwahl deutlich. Erschienen am 13. Februar 2012 in Volksstimme.de. Eingesehen am 23. Dezember 2014.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBekanntmachung über die Ergebnisse der Kommunalwahlen am 25.05.2014 zur Wahl der Stadt- und Gemeinderäte in den Mitgliedsgemeinden der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck. Lindemann, Gemeindewahlleiter, 2. Juni 2014, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  7. Zentrum für Tierhaltung und Technik. Eingesehen am 23. dezember 2014.
  8. Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen Anhalt. Eingesehen am 23. dezeember 2014.
  9. Grundschule Iden. Eingesehen am 23. dezember 2014.