Iden (Altmark)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Iden
Iden (Altmark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Iden hervorgehoben
52.78305555555611.91666666666722Koordinaten: 52° 47′ N, 11° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Stendal
Verbandsgemeinde: Arneburg-Goldbeck
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 37,37 km²
Einwohner: 908 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39606
Vorwahl: 039390
Kfz-Kennzeichen: SDL, HV, OBG
Gemeindeschlüssel: 15 0 90 270
Adresse der Verbandsverwaltung: An der Zuckerfabrik 1
39596 Goldbeck
Webpräsenz: www.arneburg-goldbeck.de
Bürgermeister: Norbert Kuhlmann
Lage der Gemeinde Iden im Landkreis Stendal
Aland Aland Altmärkische Höhe Altmärkische Wische Arneburg Bismark (Altmark) Bismark (Altmark) Eichstedt Goldbeck Hassel Havelberg Hohenberg-Krusemark Hohenberg-Krusemark Iden Kamern Klein Schwechten Klietz Osterburg Rochau Sandau (Elbe) Schollene Schönhausen (Elbe) Stendal Stendal Stendal Stendal Seehausen Seehausen Tangerhütte Tangermünde Werben (Elbe) Wust-Fischbeck Zehrental Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Rittergut Kannenberg um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Iden ist eine Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck an.

Geografie[Bearbeiten]

Iden am Rande der Altmark liegt in der Wische, etwa zehn Kilometer von der Elbe entfernt und etwa 13 Kilometer östlich der Stadt Osterburg (Altmark).

Iden besteht aus dem Hauptdorf Iden und den Ortsteilen Busch, Büttnershof, Germerslage, Kannenberg und Rohrbeck.

Geschichte[Bearbeiten]

Iden, Busch und Rohrbeck waren ursprünglich Bauerndörfer mit Rittergut und einer geringen Anzahl an Handwerkern, bis Ende des 19. Jahrhunderts eine spürbare wirtschaftliche Entwicklung durch Dampfflug, Eisenbahn, Zuckerrübenanbau und Tierzucht eintrat. Es entstand mit dem Gut ein anerkannter Musterbetrieb. Ab 1945 wurde in Iden Landwirtschaftswissenschaft betrieben; das ehemalige Gut wurde zu Forschungszwecken der Universität Halle übergeben. Lehre und Ausbildung wurden betrieben, Wissenschaftler zogen in die Gemeinde, um hier zu arbeiten. Im Jahr 1962 wurde das Versuchsgut Iden dann zum Institut für Tierzucht und Tierhaltung der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin. 1972 nannte es sich Institut für Rinderproduktion mit dem Schwerpunkt Technologie.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Sandauerholz am 1. Juli 2009 nach Iden eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten]

Parlament[Bearbeiten]

Bei den Gemeinderatswahlen am 14. Juni 2004 gab es folgende Ergebnisse:

  • IfB: 38,1 %
  • Freie Wählergemeinschaft Iden: 26,9 %
  • Wählergemeinschaft Rohrbeck: 10,6 %
  • Einzelbewerber: 9,8 %
  • Die Linke: 6,4 %
  • CDU: 5,1 %
  • SPD: 3,1 %

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Grün geviert; Feld 1 ein schwarzer Kuhkopf, Feld 2 ein aufgeschlagenes silbernes Buch, Feld 3 drei silberne Ähren, Feld 4 ein schwarzes Zahnrad.“

Schon im Jahr 1984, als Iden seine 650-Jahr-Feier beging, wurde ein Ortswappen entwickelt. Da in der DDR weder Rechtsgrundsätze zu kommunalen Wappen angewendet noch von staatlicher Seite auf heraldisch Regeln eines Wappens Rücksicht genommen wurde, konnte das so entwickelte „Wappen“ auch über Jahre in Gewohnheitsrecht geführt werden.

Ursprünglich war das Wappen von Iden ein Dreipass mit Rinderkopf, Ähren und aufgeschlagenem Buch, auf dem allerhand Grafik (Gaußsche Glockenkurve u. a. m.) zu sehen war. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990, als es zu Ortswappen wieder rechtliche Verbindlichkeiten gab, reichte die Gemeinde dann einen gevierten Schild ein. Er beinhaltete die Symbole Kuhkopf (Rinderzucht), Buch (Wissenschaft und Lehre), Ähren (Pflanzenproduktion) und Zahnrad (Technologie). Da mehrere Mängel seitens der Gutachter des Landeshauptarchivs beanstandet wurden, erhielt der Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch aus Magdeburg im März 2002 vom Gemeinderat den Auftrag, ein heraldisch korrektes und rechtsgültiges Wappen verbunden mit Flagge und Siegel zu erarbeiten. Dieses Wappen wurde auf der Gemeinderatssitzung am 12. März 2002 nach vorausgegangener Diskussion einstimmig beschlossen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Von Iden aus führen Landstraßen in die umliegenden Städte Osterburg (Altmark), Werben (Elbe) und über die Elbfähre nach Sandau (Elbe). Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Osterburg und Goldbeck an der Strecke Magdeburg–Wittenberge; die über Iden führende Kleinbahn Goldbeck–Werben (Elbe) wurde 1971 stillgelegt.

Bildung[Bearbeiten]

In Iden befindet sich das Zentrum für Technik und Tierhaltung, welches dazu dient, ansässige Landwirte weiterzubilden. Heute ist also in Iden die Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung und Technik des Landes Sachsen-Anhalt ansässig. Pflanzenbau, Rinderzucht sowie Wissenschaft und Lehre sind also weiter im Ort vertreten und geben ihm sein Gesicht.

Ferner gibt es dort eine Grundschule und eine Kindertagesstätte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am Geburtshaus des 1943 ermordeten kommunistischen Bergmanns, Arbeitersportlers und Spanienkämpfers Franz Zielasko befindet sich eine Gedenktafel. In Iden gibt es zudem eine Kirche aus dem 9. Jahrhundert. Im Ortsteil Büttnershof befindet sich das aus der Zeit um 1750 stammende Gutshaus Büttnershof.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Iden (Altmark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien