Iernut

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Iernut
Radnuten
Radnót
Wappen von Iernut
Iernut (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Mureș
Koordinaten: 46° 27′ N, 24° 14′ O46.44777777777824.230555555556276Koordinaten: 46° 26′ 52″ N, 24° 13′ 50″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 276 m
Fläche: 106,36 km²
Einwohner: 8.705 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Postleitzahl: 545100
Telefonvorwahl: (+40) 02 65
Kfz-Kennzeichen: MS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 8 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Cipău, Deag, Lechința, Oarba de Mureș, Porumbac, Racameț, Sălcud, Sfântu Gheorghe
Bürgermeister: Ioan Nicoară (USL)
Postanschrift: Str. 1 Decembrie 1918, nr. 9
loc. Iernut, jud. Mureș, RO–545100
Webpräsenz:

Iernut (deutsch Radnuten, ungarisch Radnót) ist eine Kleinstadt im Kreis Mureș in Rumänien.

Lage[Bearbeiten]

Iernut liegt etwa in der Mitte Siebenbürgens, am linken Ufer des Flusses Mureș (Mieresch). Die Kreishauptstadt Târgu Mureș befindet sich etwa 25 km nordöstlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde auf dem Gebiet von Iernut, bei den Einheimischen Fundu Bedeelor genannt, belegen eine Besiedlung der Region seit dem Bronzezeit.[2] Auf dem Territorium der heutigen Stadt existierte im 2. und 3. Jahrhundert eine römische Kolonie.

Iernut wurde erstmals 1257 unter dem Namen terra Ranolth urkundlich erwähnt; es gehörte damals zum Königreich Ungarn, später zum Fürstentum Siebenbürgen und zu Österreich-Ungarn. 1461 wurde der Ort zum Markt erhoben (oppidum Radnot). Der Ort war Zentrum einer Feudalherrschaft, die nacheinander im Besitz verschiedener ungarischer Adelsfamilien war (u. a. Bethlen und Rákoczi). Seit 1854 ist der rumänische Name schriftlich belegt. Im September 1944 – während des Zweiten Weltkrieges – kam es im heutigen Stadtteil Oarba de Mureș zu heftigen Kämpfen zwischen deutschen Truppen einerseits und sowjetischen und rumänischen Einheiten andererseits. Im sozialistischen Rumänien erfolgte die Ansiedlung mehrerer Industriebetriebe, unter anderem eines Wärmekraftwerkes. 1989 wurde Iernut zur Stadt ernannt.[3]

Außer der Energieerzeugung sind wichtige Erwerbszweige die Landwirtschaft, die Lebensmittelverarbeitung und die Fischzucht.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1850 waren von 5.268 Einwohnern auf dem Gebiet der heutigen Stadt 4.113 Rumänen, 851 Ungarn und 292 Roma. Bis 1966 war ein deutlicher Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen (11.635); danach ging die Einwohnerzahl zurück. 2002 wurden in der Stadt 9.523 Personen registriert, darunter 7.229 Rumänen, 1.426 Ungarn, 852 Roma und 12 Deutsche. 5.830 lebten in der eigentlichen Stadt, 3.693 in den acht eingemeindeten Ortschaften.[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Iernut liegt an der Bahnstrecke Alba Iulia–Târgu Mureș. In beide Richtungen verkehren etwa acht Nahverkehrszüge täglich. Es bestehen regelmäßige Busverbindungen nach Luduș und Târgu Mureș. Durch Iernut verläuft die Europastraße 60.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Kornis-Rákoczi-Bethlen (1545, umgebaut 1650–1660) im Renaissance-Stil, steht unter Denkmalschutz.[2]
  • Reformierte Kirche im 15. Jahrhundert errichtet, im 19. Jahrhundert erneuert, steht unter Denkmalschutz.[2]
  • Orthodoxe Kirche (18. Jahrhundert)
  • Historisches Museum
  • Denkmal für die Kämpfe 1944 im Ortsteil Oarba de Mureș
  • Holzkirche im Ortsteil Deag 1765 errichtet, steht unter Denkmalschutz.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Iernut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. a b c d Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB)
  3. Website des Kreises Mureş, abgerufen am 1. Februar 2009
  4. Volkszählung 2002, abgerufen am 1. Februar 2009 (PDF; 1,2 MB)