ifo-Geschäftsklimaindex

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ifo Geschäftsklimaindex

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist ein monatlich vom ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München erstellter weicher Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Elemente[Bearbeiten]

Das ifo Geschäftsklima wird seit 1972 regelmäßig vom ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München veröffentlicht. Die aus den Fragebögen erhaltenen Antworten werden entsprechend der Firmengröße gewichtet (d. h. die Antwort einer großen Firma zählt mehr) und unter Hinzuziehung der Branchengewichte im deutschen BIP aggregiert (d. h., dass das Ergebnis in der Automobilbranche mehr zählt, als bspw. das Ergebnis in einer für Deutschland weniger bedeutenden Branche, wie z. B. der Bekleidungsindustrie). Das ifo Geschäftsklima wird als geometrischer Mittelwert aus den Ergebnissen zu den Fragen „Aktuelle Geschäftslage“ und „Geschäftserwartungen“ berechnet. Aus dem Geschäftsklima wird der Geschäftsklimaindex ermittelt. Dabei handelt es sich um eine einfache Indexierung: das aktuelle Geschäftsklima wird in Bezug zum Geschäftsklima von 2005 gesetzt, wobei dem letzteren ein Index-Wert von 100 zugrunde gelegt wird.

Manchmal wird die wirtschaftliche Lage auch in Form einer Konjunkturuhr dargestellt.

Aktuelle Zahlen und Grafiken sowie die vollständigen Zeitreihen werden regelmäßig auf der Internetseite des ifo Instituts veröffentlicht.

Verfahren[Bearbeiten]

Die Fragebögen werden in der ersten Woche eines jeden Monats an Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels versandt. Die Unternehmen werden u. a. gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Mitte des Monats erhalten die Unternehmen eine Erinnerung, falls sie noch nicht geantwortet haben. Bis zum Vortag der Veröffentlichung des ifo Index, meist in der letzten Woche des Monats, können die Unternehmen die Fragebögen abgeben. In der Regel werden 7000 Meldungen aus den Unternehmen ausgewertet.

Fragebogen[Bearbeiten]

Der Bogen besteht aus insgesamt etwa 20 Fragen. Die Unternehmen werden u. a. befragt zu

  • ihrer gegenwärtigen Geschäftslage (Auswahlmöglichkeit: gut, befriedigend oder schlecht)
  • ihren Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr (Auswahlmöglichkeit: günstiger, gleich bleibend oder ungünstiger)
  • der Nachfragesituation (Auswahlmöglichkeit: verbessert, nicht verändert oder verschlechtert)
  • der Zahl ihrer Beschäftigten (Auswahlmöglichkeit: zunehmend, gleichbleibend, abnehmend)

Berechnungsverfahren[Bearbeiten]

Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der (gewichteten) Prozentanteile der Antworten „gut“ und „schlecht“, der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der (gewichteten) Prozentanteile der Antworten „günstiger“ und „ungünstiger“. Das Geschäftsklima ist ein geometrischer Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung des Indexwerts wird das Geschäftsklima auf den Durchschnitt des Basisjahres (derzeit 2005) normiert.

Interpretation[Bearbeiten]

Der Index ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Der Vorteil gegenüber der amtlichen Statistik besteht darin, dass er häufiger erhoben wird und schneller verfügbar ist (das BIP beispielsweise wird nur quartalsweise erhoben und mit einer Verspätung von ca. zwei Quartalen unter Vorbehalt veröffentlicht). Außerdem unterliegt der Geschäftsklimaindex - im Gegensatz zur amtl. Statistik - keinen Revisionen.

Aufgrund des eng begrenzten Umfanges der erhobenen Daten (z. B. lag der Anteil der vom Ifo-Institut erfassten Branchen am BIP 1998 nur bei etwa 35 %) erkauft er sich seine Vorteile allerdings durch eine im Vergleich zu harten Daten wie etwa dem BIP geringere Zuverlässigkeit.

Besondere Bedeutung hat er bei der Prognose von Trendwenden im Wirtschaftswachstum. Eine Trendwende bei der Konjunkturentwicklung ist mit hoher Sicherheit gemäß der so genannten Dreimal-Regel erst nach einem dreimaligen Ausschlagen des Geschäftsklima-Indikators in die betreffende Richtung zu erwarten (vgl.: MCD-Maß / months of cyclical dominance).[1]

Bei einem Vergleich zwischen den Indizes und dem BIP werden hier die Veränderungsraten der Indizes und die Veränderungsraten des Vorjahres-BIP herangezogen. Der Korrelationskoeffizient zwischen ermitteltem Geschäftsklima und Veränderungsraten des BIP liegt dann bei etwa 0,7.[1] Ein Wert von 0,7 besagt, dass 49 % der Veränderungen im BIP durch den Geschäftsklimaindex bestimmt werden können.

Bei den Geschäftserwartungen ergibt sich im direkten Vergleich mit dem BIP ein Koeffizient von 0,6. Wenn man die Werte des Index um eine Periode in die Vergangenheit verschiebt, um seine Prognosefähigkeit zu bewerten, steigt der Koeffizient auf 0,65. Die Angaben der Unternehmen haben also erwartungsgemäß einen Vorlauf gegenüber der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung.[1]

Die Geschäftsbeurteilung hat von den veröffentlichten Indizes die geringste Korrelation zur Entwicklung des BIP: erst wenn man die Werte des Index ein Quartal in die Zukunft verschiebt, liegt die Korrelation auf einer akzeptablen Höhe bei 0,66. Dies bedeutet, dass dieser Index einen Nachlauf von etwa sechs Monaten hat.[1]

Höchst- und Tiefstwerte[Bearbeiten]

Seinen tiefsten Wert im vereinigten Deutschland erreichte der Index nach der seit Mai 2011 geltenden Klassifikation der Wirtschaftszweige und Gewichtung[2] mit 84,6 Punkten (2005=100) im Dezember 2008. Ebenfalls im Dezember 2008 wurde im Teilindikator Geschäftserwartungen mit 78,5 Punkten ein Allzeittief erreicht. Der zweite Teilindikator Geschäftslage verzeichnete im Mai 1993 mit 84,0 Punkten den bis dahin niedrigsten Stand.

Das Allzeithoch des ifo-Index wurde im Februar 2011 mit 115,4 Indexpunkten erreicht und übertraf damit leicht den Höchstwert aus dem vorherigen Konjunkturzyklus im Dezember 2006 (113,6 Punkte). Beim Teilindikator Geschäftsbeurteilung wurde der historische Höchstwert im Juni 2011 mit 123,3 Punkten gemessen, nach 121,2 Punkten im Dezember 2006. Im Februar 2011 beurteilten die Unternehmen die Entwicklung ihrer zukünftigen Geschäftslage (Teilindikator Geschäftserwartungen) bei einem Indexwert von 110,7 so gut wie nie zuvor.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d André Kunkel: Prognosefähigkeit des ifo-Geschäftsklimas sowie die Überprüfung der „Dreimal-Regel“. (PDF; 249 kB) In: ifo-Diskussionsbeiträge. Nr. 80, 2003.
  2. Pressemitteilung der CESifo Gruppe vom 19. Mai 2011

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]