Igel (Mosel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Igel
Igel (Mosel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Igel hervorgehoben
49.716.5480555555556164Koordinaten: 49° 43′ N, 6° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Trier-Land
Höhe: 164 m ü. NHN
Fläche: 7,3 km²
Einwohner: 1995 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 273 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54298
Vorwahl: 06501
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 051
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenfeldstr. 12
54295 Trier
Webpräsenz: www.gemeinde-igel.de
Ortsbürgermeister: Franz-Josef Scharfbillig (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Igel im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Igeler Dorfkapelle
Das Grutenhäuschen im Weinberg bei Igel/Mosel

Igel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Trier-Land an. Historisch wie optisch herausragendes Monument ist ein römisches Grabmal, die Igeler Säule.

Lage[Bearbeiten]

Igel liegt am linken Moselufer westlich von Trier nahe der Grenze zu Luxemburg, gut einen Kilometer flussaufwärts der Mündung der Saar am gegenüberliegenden Ufer. Eine geologische Besonderheit ist die Igeler Verwerfung, eine tektonische Verschiebung von Buntsandstein- und Kalksteinfelsen am „Igeler Berg“. Sie setzt sich über die Mosel hinweg fort und lässt sich vom gegenüberliegenden „Liescher Berg“ aus gut beobachten.

Igel besteht aus den Ortsteilen Igel (1753 Einwohner) und Liersberg (272).[2]

Name[Bearbeiten]

Der Ortsname Igel leitet sich von der Adlerfigur (Adler = lat. aquila, frz. aigle, engl. eagle [iːɡɫ]) her, welche die Spitze der Igeler Säule zierte und von der noch heute Reste zu erkennen sind. Den alten Römern war der Adler das Symbol des Gottes Jupiter.[3][4] Ähnlich wurden mit Adlern bekrönte Gebäude in mehreren rheinischen Städten als ‚Eigelstein‘ im Sinne von Adlerstein bezeichnet.[5] Der Heimatforscher Dr. Eberhard Zahn führte den Namen demgegenüber auf das mittellateinische Wort „agulia“ (Vgl. frz. aiguille = Nadel) zurück, der mittelalterliche Bezeichnung für die Obelisken in Rom.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Eroberung des Landes Gallien (58–51 v. Chr.) und des Gebietes der keltischen Treverer (um 50 v. Chr.) verblieb das Trierer Land bis um 450 n. Chr. unter römischer Herrschaft. Innerhalb dieses Zeitabschnitts entstand Igel aus einer Siedlung in der Nähe der Villa der Tuchfabrikanten- und Großgrundbesitzerfamilie der Sekundinier. Vermutlich stand die Villa auf dem Plateau oberhalb des Denkmals der Igeler Säule, dort wo heute die alte Dorfkapelle steht oder etwa 400 m weiter östlich in der Flur „Königsacht“.

Untersuchungen an und unter der „Igeler Säule“, dem Grabmal der Sekundiner, im Jahre 1911 haben ergeben, dass unter oder in der Nähe des Denkmals keine Grabkammer vorhanden ist. Etwa 1,6 km weiter westlich vom Grabmal befindet sich allerdings eine römische Grabkammer, die im Volksmund „das Grutenhäuschen“ (Grut = Grotte) genannt wird. Es wurde auf den Resten der ursprünglichen Grabkammer 1962 vom Landesmuseum in Trier restauriert. 2001 wurden die oberen und vorderen Teile des ursprünglichen Tempels rekonstruiert, so dass es der Besucher heute betrachten kann, wie es ursprünglich ausgesehen hat.[7]

Um 275/276 wurde Igel vermutlich wie viele andere Städte und Dörfer in der Gegend bei den Einfällen der Alemannen und Franken in Schutt und Asche gelegt.

Um 700 schenkte der fränkische König Childerich III. unter dem Hausmeier Pippin von Heristal (678–714) dem Erzbischof Lutwinus (695–713) in Trier seinen Besitz, das ehemalige Secundinier-Landgut, in Igel. Vermutlich wurde schon um diese Zeit in Igel eine Kapelle errichtet, die dem heiligen Dionysius geweiht war.

An den Ostertagen des Jahres 882 wurden die Stadt Trier und das umliegende Land, so auch Igel, beim zweiten Normanneneinfall erneut geplündert und verwüstet. Die Igeler Säule überstand diesen Normannensturm, wurde aber durch das Herausreißen der Eisenklammern beschädigt.

Im Jahre 929 wurde Igel erstmals urkundlich erwähnt. Es ist eine Schenkungsurkunde eines gewissen Megingaud, der damit drei Hufen Land, Weinberge und Zubehör in „Villa Aguilla“ der Trierer Abtei St. Maximin vermacht.

An der Stelle der um 700 errichteten Kapelle wurde etwa 1250 die alte Dorfkapelle erbaut. Sie wurde dem hl. Dionysius geweiht, weil der Ort im Besitz einer Reliquie ist. Dieser Heilige ist auch der Schutzpatron der Gemeinde.

1712 waren Chor und Kirchenschiff verfallen, 1756 war die Kapelle nur noch eine Ruine. 1759/60 wurde sie wieder aufgebaut, unter Einbezug des romanischen Turms des ursprünglichen Baues. 1953/54 wurde die neue Pfarrkirche errichtet.

Von 1912 bis zu ihrer Zerstörung 1945 überspannte bei Igel eine inoffiziell Hindenburgbrücke genannte Eisenbahnbrücke die Mosel, gebaut zur Entlastung der älteren und noch heute bestehenden Konzer Moselbrücke unterhalb der Saarmündung.

Am 16. März 1974 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Liersberg nach Igel eingemeindet.[8]

Die historischen Namen des Ortes waren Agullia, Egela (1052–1145), Egla (1052–1195), Egele (12. Jh.), Egle (1220–1515), Egel (1400–1648), Egell (458–1541), Eggel (1501–1528), Eegel (um 1540).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[9]

Jahr Einwohner
1815 0406
1835 0666
1871 0694
1905 0745
1939 1.177
1950 1.006
1961 1.203
1965 1.181
1970 1.180
Jahr Einwohner
1975 1.418
1980 1.725
1985 1.829
1987 1.873
1990 1.916
1995 2.046
2000 2.068
2005 2.012
2010 2.028

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Igel besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl 2014 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Igeler Säule

Igel ist bekannt durch die berühmte Igeler Säule. Dieses Baudenkmal aus der römischen Zeit ist ein circa 23 Meter hohes Grabdenkmal aus rotem Sandstein. Die Tuchkaufmanns- und Großgrundbesitzer-Familie der Secundinier ließ es in der Mitte des 3. Jahrhunderts errichten.

Sie ist exakt 9 km von der Römerbrücke in Trier entfernt. Das ergibt sich auch aus der Inschrift „L IIII“, die auf dem säulenförmigen Meilenstein im Relief in der Attika der Westseite des Denkmals (in der Mitte des Hintergrunds des von zwei Pferden gezogenen Reisewagens) zu finden ist. „L IIII“ bedeutet „Leugae quattuor“ = 4 Leugen = 4 gallische Meilen = ca. 9 km. Sie fiel im Mittelalter nicht der Zerstörung anheim, da man die Dreifigurengruppe auf der Frontseite für eine Darstellung der Hochzeit des römischen Kaisers Constantius Chlorus mit Flavia Iulia Helena Augusta, Eltern von Konstantin dem Großen, hielt.

Im Rheinischen Landesmuseums in Trier steht im Innenhof eine Kopie des Originals, die mit der ursprünglichen Bemalung versehen wurde. Die Igeler Säule gehört zum UNESCO-Welterbe Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier und ist das älteste Römerdenkmal seiner Art nördlich der Alpen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die romanische Gerichtslaube (Steinlaube oder „Pützhaus“), in der die Sitzungen des Igeler Schöffengerichts und die Gerichtsverhandlungen stattfanden.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Igel

Vereine[Bearbeiten]

Im Ort existiert eine Freiwillige Feuerwehr. Die Feuerwehr Igel sorgt auch für den Brandschutz in Langsur und Zewen.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Erhaltener Brückenkopf der 1945 zerstörten Hindenburgbrücke bei Igel/Mosel

Igel ist Station an der Bahnlinie Trier – Wasserbillig – Luxemburg. Auch zweigt zwischen Igel und der Moselbrücke die sog. Trierer Weststrecke ab. Bis 1968 war Igel Start- bzw. Zielbahnhof der Nims-Sauertalbahn Erdorf – Irrel – Igel (– Trier-West). Von 1912 bis zu ihrer Zerstörung 1945 überquerte bei Igel eine Eisenbahnbrücke, genannt Hindenburgbrücke, die Mosel.

Straßen[Bearbeiten]

Der Ort liegt an der B 49, die wenige Kilometer weiter in Wasserbilligerbrück an der luxemburgischen Grenze endet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Franziska Kandel: Familienbuch St. Dionysius Wasserliesch 1706–1899. (privat, 1994)
  • H. Wurringen: Familienbuch der kath. Pfarrei Igel 1706-1798. (privat, 1939)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohner mit Hauptwohnung zum Stichtag 31. Januar 2011, Einwohnerstatistik Verbandsgemeinde Trier-Land
  3. Welterbe Trier – Igeler Säule
  4. Aloys Leonardy, Igel, Unter dem Schatten der Adlerflügel, 1972
  5. ‚Egelstein‘ in Meyers Konversationslexikon 1905
  6. Dr. Eberhard Zahn, Die Igeler Säule bei Trier, Rheinische Kunststätten, Heft 6/7 1968
  7. www.eifel.de: Grutenhäuschen, Igel-Liersberg, abgerufen am 14. Dezember 2008
  8. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 180 (PDF; 2,6 MB)
  9. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Infothek
  10. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2014, Gemeinderat

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Igel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien