Iglo (Deutschland)

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Iglo GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Juli 2006
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Francesco Fattori, Markus Mischko[1]
Mitarbeiter 627 Vollkräfte (2009)
Umsatz 308,6 Mio. Euro (2009)
Branche Nahrungsmittel
Website www.iglo.de

Iglo (Eigenschreibweise: iglo) ist ein deutsches Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg, das am 1. Juli 2006 im Rahmen der Trennung von Unilever gegründet wurde. Iglo ist eine Gesellschaft, die zur deutschen Iglo-Gruppe gehört, welche wiederum unter der Iglo Holding GmbH mit Sitz in Bremerhaven zusammengefasst ist. Maßgebliche operative Einheiten der Holding befinden sich in Hamburg (ca. 90 Mitarbeiter) und Reken (ca. 530 Mitarbeiter) sowie in Bremerhaven mit der Frozen Fish International GmbH (FFI) (Fischverarbeitung, 840 Mitarbeiter).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1939 bis 1961 firmierte der Tiefkühlkosthersteller unter Solo Feinfrost mit 18 Produktionsstandorten, darunter in Emden und Wunstorf. 1959 wurden die ersten Tiefkühl-Fischstäbchen produziert.

1960 wurde der Name „Iglo“ erstmals bei der Vermarktung von tiefgekühlten Nahrungsmitteln wie Fischstäbchen und Spinat in den Niederlanden verwendet, wobei Iglo die niederländische Bezeichnung für Iglu ist. 1961 entschloss sich Unilever, anstelle des englischen Namens der Schwesterfirma „Birds Eye“ den Namen Iglo ebenfalls in Deutschland zu verwenden. Damit folgte auch die Umfirmierung des Unternehmens in Iglo Feinfrost und es wurde mit der Herstellung und dem Verkauf von tiefgekühltem Spinat in Deutschland begonnen.

Die Langnese-Iglo GmbH entstand 1963 aus einem Zusammenschluss der beiden Unilever-Firmen Langnese Eiskrem GmbH (seit 1936 bei Unilever) und Iglo GmbH.[2] Am 1. Januar 1970 übernahm das Unternehmen vom Nestlé-Konzern die Findus-Jopa GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main und übernahm die Produktion von Tiefkühlkost und Eis in Reken. 1980 folgt die Einführung der Tiefkühl-Pizzamarke „Crossa“.

Im August 2005 wurde die Langnese-Iglo GmbH ein Teil der Unilever Deutschland GmbH und fungierte nicht mehr als eigenständiges Unternehmen.

Nach 45 Jahren, am 9. Februar 2006, gab Unilever den Verkauf seiner europäischen Tiefkühlmarken „Iglo“ und „Birds Eye“ bekannt. Als Gründe wurden die steigende Konkurrenz durch Billigprodukte und zu geringe Gewinn- und Wachstumsaussichten genannt. Einzig in Italien wurde die dort starke Marke „Findus“ behalten. Daher wurde am 1. Juli 2006 der Bereich Tiefkühlkost in die neu gegründete Iglo GmbH ausgegliedert. Iglo und Birds Eye wurden am 28. August 2006 für 1,73 Milliarden Euro an die Private-Equity-Gesellschaft Permira verkauft. 2010 wurde die iglo GmbH im Konzernabschluss der „BEIG Topco Limited – Birds Eye“ mit Sitz in Feltham, Großbritannien, berücksichtigt. Die Gruppe „Birds Eye Iglo“ firmiert seit Mitte 2011 unter „Iglo Foods Group Limited“.

Außenauftritt[Bearbeiten]

1985 wurde in Deutschland die Werbefigur „Käpt’n Iglo“ eingeführt. Diese basiert auf der 1966 von der Werbeagentur Lintas erfundenen Figur „Captain Birds Eye“. Seitdem wurde der „Käpt’n Iglo“ mit verschiedenen Darstellern besetzt, darunter von 2008 bis 2010 durch den Schauspieler Gerd Deutschmann.

Das Iglo-Logo mit der dreizackigen Gabel wurde 2004 ersetzt.[2] Das neue Iglo-Logo wird folgendermaßen beschrieben:

„Im neuen iglo Logo verbinden sich nun die warme, rote Farbgebung und die natürliche, blattähnliche Form mit der strahlenden Sonne zu einem starken Symbol, das den Bedürfnissen einer Trends und Maßstäbe setzenden großen Lebensmittelmarke mehr als gerecht wird.“[2]

Dieses neue Logo wird auch für die anderen Markennamen „Birds Eye“ und „Findus“ verwendet.

Standards[Bearbeiten]

Einige der Iglo-Produkte sind mit dem MSC-Zertifikat für Nachhaltigkeit ausgestattet, bspw. die Käpt’n-Iglo-Fischstäbchen. Der Konzern kooperierte zeitweise mit dem WWF und stellte Spenden für eine nachhaltige Fischerei zur Verfügung.[3] Nach eigenen Angaben aus dem Jahr 2010 bezog Iglo rund 40 % der Rohware aus MSC-zertifiziertem Fischfang.[4]

Produkte[Bearbeiten]

Iglo produziert eine breite Palette von Tiefkühlkost-Erzeugnissen, die unter der Dachmarke Iglo[5] vertrieben werden. Einige bekannte Marken sind Käpt’n-Iglo-Fischstäbchen[6], Heiße Hexe und Schlemmerfilet à la Bordelaise (wobei Letzteres jedoch nicht als Marke eingetragen werden durfte und daher nicht geschützt ist). Bis 2003 gehörte auch die Marke „Bistro[7] (unter anderem Tiefkühlbaguettes) zum Sortiment von Iglo.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.iglo.de Unser Management
  2. a b c d iglo stellt sich vor. Unternehmensbroschüre. Iglo, 2010, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011 (pdf).
  3. http://www.wwf.de/kooperationen/iglo
  4. www.iglo.de: MSC und iglo setzen ein Zeichen (Abgerufen am 13. Juli 2010)
  5. Markenregister
  6. Markenregister
  7. Markenregister