Ignatius Gabriel I. Tappouni

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ignatius Gabriel I. Kardinal Tappouni

Ignatius Gabriel I. Kardinal Tappouni (arabisch ‏جبرائيل تبوني‎, DMG Ǧibrāʾīl Tabbūnī; französisch Ignace-Gabriel I. Tappouni; * 3. November 1879 in Mosul, Osmanisches Reich, heute Irak; † 29. Januar 1968 in Beirut) war ein führender Prälat der Syrisch-Katholischen Kirche. Er diente als Patriarch von Antiochia von 1929 und 1968, und wurde 1935 zum Kardinal erhoben.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Geboren als Abdul-Ahad Dawood Tappouni, getauft als Leo Gabriel Tappouni, studierte er am syrisch-chaldäischen Priesterseminar der Dominikaner. Er wurde am 3. November 1902 zum Priester geweiht, wobei er sich den Namen Dominik gab. Nach der Lehre am gleichen Seminar bis 1908 war Tappouni als Sekretär des Nuntius in Mesopotamien tätig.

Am 12. September 1912 wurde er Titularbischof von Danaba und chaldäischen Apostolischen Vikar von Mardin ernannt. Tappouni wurde am 19. Januar 1913 Titularbischof von Batnae dei Siri, zum gleichen Zeitpunkt erhielt er seine bischöfliche Weihe von Patriarch Ignatius Rahmani. Bei seiner Weihe nahm er den Namen Theophile Gabriel an. Während des Ersten Weltkrieges gelangte er in Haft der osmanischen Türken in Aleppo während der osmanischen Christenverfolgung. Viele Leute bemühten sich um Tappounis Freisetzung, einschließlich Kaiser Franz Joseph von Österreich.

Nach seiner Freilassung wurde er am 24. September 1921 zum Erzbischof von Aleppo durch Patriarch Rahmani geweiht. Tappouni wurde einstimmig von der syrischen Synode als Nachfolger für den späten Rahmani als Patriarch von Antiochia und damit zum Oberhaupt der Syrisch-Katholischen Kirche gewählt. Pius XI. bestätigte seine Wahl und machte ihn im Konsistorium am 16. Dezember 1936 zum Kardinalpriester von Santi XII Apostoli. Tappouni, der den Namen Ignatius Gabriel annahm, war der erste Prälat einer Katholischen Ostkirche seit Pius IX., der in das Kollegium der Kardinäle aufgenommen wurde.

Tappouni war einer der wahlberechtigten Kardinäle, die im Konklave von 1939 Pius XII. wählten und nahm am Konklave 1958 teil, das Johannes XXIII. wählte. Von 1962 bis 1965 nahm er am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. Während der Beratungen des Rates über die Erklärung gegen Antisemitismus, beschrieb Tappouni das Dokument als unangebracht, da die Anerkennung von Israel durch den Vatikan die muslimische Führer im Nahen Osten wütend machen würde. Nach seiner Tätigkeit als wahlberechtigter Kardinal verzichtete er am 11. Februar 1965 gemäß dem Motu Proprio Ad purpuratorum patrum, was bedeutet, dass Patriarchen, die nicht der Westkirche angehören, keine Titelkirche- oder diakonie haben sollten, auf seine Titelkirche Santi XII Apostoli.

Er starb in Beirut im Alter von 88 Jahren und ist in der syrisch-katholische Kathedrale von Beirut begraben.

Ehrungen[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Der theologisch Konservative Tappouni forderte Kardinal Giuseppe Siri im Konklave von 1963 auf, zu kandidieren.

Weblinks[Bearbeiten]