Ignatius Zakka I. Iwas

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Ignatius Zakka I. Iwas (links) mit einem Priester
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Mor Ignatius Zakka I. Iwas (aramäisch ܐܝܓܢܐܛܝܘܣ ܙܟܝ ܩܕܡܝܐ ܥܝܘܐܨ, arabisch ‏إغناطيوس زكا الأول عيواص‎; geboren als Sanharib Iwas (arabisch ‏سنحريب عيواص‎) am 21. April 1933 in Mosul, Irak; † 21. März 2014 in Kiel[1]) war der 122. Patriarch der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien. Er amtierte von 1980 bis zu seinem Tod 2014 – länger als jeder andere antiochenische Patriarch.

Leben[Bearbeiten]

Sanharib Iwas war das vierte von sechs Kindern des Bashir Iwas. Mit zehn Jahren verlor er seinen Vater, mit zwölf seine Mutter. Von 1946 bis 1954 lernte er am St. Ephrem-Seminar in Mosul. Am 6. Juni 1954 empfing er die Mönchsweihe. Am 18. Dezember 1955 wurde er zum Diakon und am 17. November 1957 zum Priester ordiniert. Ab 1960 studierte er Englisch und orientalische Sprachen in New York. 1962/63 nahm er als Beobachter für die Syrisch-Orthodoxe Kirche am Zweiten Vatikanischen Konzil der römisch-katholischen Kirche teil.[2] Bei seiner Weihe zum Bischof von Mosul am 17. November 1963 nahm er den Namen Severius an (nach Severus von Antiochia). Ab 1967 war er zusätzlich verantwortlich für die Diözese Europa. 1969 wurde er zum Erzbischof von Bagdad und Basra bestellt.

Am 11. Juli 1980 wählte ihn die Synode der Syrisch-Orthodoxen Kirche zum Nachfolger des verstorbenen Patriarchen Mor Ignatius Yaqub III. Am 14. September 1980 wurde Mor Severius als Ignatius Zakka I. durch den indischen Katholikos Mor Baselios Paulose II. und die Erzbischöfe der Synode zum 122. Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche auf dem Stuhl des Apostels Petrus in Antiochien geweiht. Er trug den Titel „Patriarch von Antiochien und dem Ganzen Osten, Oberhaupt der universalen Syrisch-Orthodoxen Kirche“ und residierte im Mor-Ephrem-Seminar in Ma'arrat Saydnaya bei Damaskus. Als Patriarch förderte er eine Erneuerung des Mönchstums und intensivierte die Kontakte zu den syrisch-orthodoxen „Thomaschristen“ in Südindien.[2]

1984 kam es zu einem Zusammentreffen mit Papst Johannes Paul II., nachdem sich schon 1971 Papst Paul VI. und Patriarch Mor Ignatius Yaqub III. getroffen hatten. Die gemeinsam verabschiedete Erklärung enthält eine weitgehende gegenseitige Anerkenntnis der Rechtgläubigkeit, die aber nicht bis zur Aufnahme der vollen Eucharistie- und Sakramenten-Gemeinschaft geht. Für pastorale Notfälle wurden Ausnahmeregelungen vereinbart, nach denen Angehörige der einen Kirche Sakramente, darunter die Eucharistie, in der anderen Kirche empfangen dürfen.

In Deutschland war der Patriarch 1993 zur Einweihung der syrisch-orthodoxen Kirche Mor Aho in Paderborn, 1998 zur Weihe der heiligen Jungfrau Maria Kirche in Augsburg, 2000 auch zur Weihe des St. Jakob von Sarug Klosters in Warburg, 2001 zur Weihe der Mor Juhanun da-Kfone-Kirche in Delmenhorst und zuletzt im Dezember 2012, erneut in Warburg, zur Weihe von Philoxenos Matthias Nayis zum neuen Metropoliten und Patriarchalvikar der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland.[3]

Wegen des Bürgerkriegs in Syrien emigrierte er 2013 in den Libanon. Zur medizinischen Behandlung begab er sich nach Deutschland, wo er in einem Krankenhaus in Kiel starb.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ignatius Zakka I. Iwas – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Syrisch-orthodoxer Patriarch Zakka Iwas starb 80-jährig in Kiel. Katholische Presseagentur Österreich, 21. März 2014.
  2. a b c Patriarch Zakka gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. März 2014, S. 5.
  3. Glaubensimpulse in die Welt senden. Neue Westfälische, 10. Dezember 2012.
Vorgänger Amt Nachfolger
Ignatius Jakob III. Patriarch von Antiochia
1980–2014
Ignatius Aphrem II. Karim