Ignaz Franz von Mosel

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Ignaz von Mosel, Lithographie von Josef Kriehuber, 1830

Ignaz von Mosel (* 1. April 1772 in Wien; † 8. April 1844 ebenda) war ein österreichischer Komponist, Musikschriftsteller und Beamter.

Leben[Bearbeiten]

Mosel war 1797 Ingrossist der k.k. Bancal-Staatsbuchhaltung, Beamter im k.k. Obersthofmeisteramt und zuletzt k.k. Hofrath und erster Kustos der Hofbibliothek. 1812 war er der erste Dirigent in Wien, der einen Taktstock verwendete, als er gemeinsam mit Carl Steinacker ein Monumentalkonzert leitete. Mit besonderem Einsatz leitete und organisierte er die auf Anregung von Andreas Streicher durchgeführten Musikfeste der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien von 1812 bis 1816, so etwa die Händel-Aufführungen in der Winterreitschule, die letztlich zur Gründung der Gesellschaft und ihres Chores führten. Am 18. Juli 1818 wurde er in den Adelsstand erhoben. Ab 1820 fungierte Mosel als Hoftheater-Vice-Director, hatte auf die Geschicke der Hofoper nur wenig Einfluss, nachdem Domenico Barbaja sie pachtete. Für die Bühnenmusik des Burgtheaters aber engagierte er sich nach wie vor. Ab 1821 war Mosel Vizedirektor der Hofbibliothek, ab 1829 deren Direktor. Er trug den Titel eines Hofrats.

Bedeutung[Bearbeiten]

Mosel war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im Musikleben des vormärzlichen Wien. Privat war er dem Schubert-Kreis freundschaftlich verbunden. Er komponierte vorwiegend Vokalwerke und war als wissenschaftlicher Musikschriftsteller und -rezensent von Bedeutung (so schuf er die erste wissenschaftliche Arbeit über das Requiem von Mozart). Durch seinen persönlichen Einsatz unterstützte er auch die Wiener Sängerknaben.

1974 wurde die Moselgasse in Wien-Favoriten nach ihm benannt. Eine Gedenktafel befindet sich am Familiengrab auf dem Hietzinger Friedhof (Gr. 44 Nr. 46).

Werke[Bearbeiten]

  • Die Feuerprobe. Oper (1812)
  • Salem. Lyrische Tragödie (1813, Libretto: Ignaz Franz Castelli)
  • Cyrus und Astyages. Oper (1818, Libretto: Matthäus von Collin)
  • Die Horatier (1843)
  • Lieder
  • Psalmen
  • Chorwerke
  • Schauspielmusik, Orchestertänze und -märsche

Schriften[Bearbeiten]

  • Versuch einer Aesthetik des dramatischen Tonsatzes, Wien 1813.
  • Über das Leben und die Werke des Anton Salieri. Wallishausser: Wien, 1827 (Reprint: Bock: Bad Honnef, 1999).
  • Geschichte der k.k. Hofbibliothek zu Wien. Beck: Wien 1835.
  • Über die Originalpartitur des Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart, Wien: A. Strauß's sel. Witwe 1839.
  • Nekrolog des großen Tonsetzers, Herrn Abbé Maximilian Stadler. Wien: Braumüller, 1864.

Literatur[Bearbeiten]

Tonträger[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]