Ihlienworth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ihlienworth
Ihlienworth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ihlienworth hervorgehoben
53.7390083333338.91641111111111Koordinaten: 53° 44′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Land Hadeln
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 40,29 km²
Einwohner: 1576 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21775
Vorwahl: 04755
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 025
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 40
21775 Ihlienworth
Webpräsenz: www.ihlienworth.de
Bürgermeister: Horst-Christian Deck (CDU)
Lage der Gemeinde Ihlienworth im Landkreis Cuxhaven
Nordsee Schleswig-Holstein Bremerhaven Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Stade Landkreis Wesermarsch Armstorf Bad Bederkesa Belum Beverstedt Hagen im Bremischen Bülkau Cadenberge Cappel (Niedersachsen) Cuxhaven Drangstedt Hagen im Bremischen Dorum Elmlohe Flögeln Geversdorf Hagen im Bremischen Hechthausen Hemmoor Hollnseth Ihlienworth Köhlen Köhlen Kührstedt Lamstedt Lamstedt Langen (bei Bremerhaven) Lintig Loxstedt Midlum (Land Wursten) Misselwarden Mittelstenahe Mulsum (Land Wursten) Neuenkirchen (Land Hadeln) Neuhaus (Oste) Nordholz Nordleda Oberndorf (Oste) Odisheim Osten (Oste) Osterbruch Otterndorf Padingbüttel Ringstedt Hagen im Bremischen Schiffdorf Steinau (Niedersachsen) Stinstedt Stinstedt Hagen im Bremischen Wanna Wingst Wremen Hagen im BremischenKarte
Über dieses Bild

Ihlienworth (plattdeutsch Helnnworth) ist eine niedersächsische Gemeinde in der Samtgemeinde Land Hadeln im Landkreis Cuxhaven. Ihlienworth hat rund 1.600 Einwohner auf einer Fläche von etwa 40 km². Der Ferienort liegt zwischen Otterndorf und Bad Bederkesa.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Betroffenes Gebiet bei einer „kleinen“ Sturmflut von nur 4,50 m bei einem Deichbruch am Glameyer Stack, Otterndorf.

Nur der Ort Ihlienworth liegt auf einem künstlichen Siedlungshügel (Wurt). Bei den anderen Gemeindeteilen handelt es sich um typische Reihendörfer.

Die Nähe zur Elbmündung und zur Nordsee bringen die Gefahr mit sich, dass im Falle eines Deichbruchs bei einer Sturmflut das maximal 1 m über NN liegende Gemeindegebiet zu weiten Teilen überflutet werden würde. Ein mögliches Szenario wird im Artikel Glameyer Stack beschrieben.

Die Medem hat ihre Quelle in Ihlienworth und nimmt dort linksseitig die Emmelke auf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Sie besteht aus den Gemeindeteilen Oster-Ihlienworth, Wester-Ihlienworth (mit Hasendorf, Mittelteil und Westerende), Medemstade, Straßdeich und Mislag.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Ihlienworth grenzt im Norden an Neuenkirchen und Osterbruch, im Osten an Bülkau, im Südosten an Odisheim, im Süden an Steinau, im Westen an Wanna und im Nordwesten an Nordleda.

Geschichte[Bearbeiten]

Ihlienworth, Kirche St. Wilhadi

Die St. Wilhadi53.7395694444448.9172638888889 Kirche in Ihlienworth gehört zu den ältesten in der Region und ist dem Heiligen Willehad geweiht († 789). Daher wird vermutet, dass der Heilige nach der Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen hier gepredigt haben könnte. Die erste urkundliche Erwähnung als „Illingstede“ stammt jedoch erst von 1139, wenig später als „Elingewerh“. 1185 wird eine „Holländer Hufe“ an der Emmelke genannt. Anscheinend war die Urbarmachung (Hollerkolonisation) des anmoorigen Hadler Sietlands zu diesem Zeitpunkt schon weitgehend abgeschlossen.

Seit dem Mittelalter war Ihlienworth der Hauptort der „Fünf Kirchspiele“ (ursprünglich die Kirchspiele Ihlienworth, Steinau, Odisheim, Wanna und Süderleda). Nach dem Abbruch der Kapelle in Süderleda gab es zwar nur noch vier Kirchen im Sietland, aber seit 1481 wurde Ihlienworth in die Kirchspiele Oster- und Wester-Ihlienworth eingeteilt. – Der Begriff Sietland wurde erst seit dem 18. Jahrhundert gängig.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011
Einwohner 1.885 1.892 1.875 1.763 1.705 1.649 1.647 1.633 1.643

(jeweils zum 31. Dezember)[2]

Kultur[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Ihlienworth stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

2004 startete unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Umweltministers Hans-Heinrich Sander in Ihlienworth das Projekt „RE-ART ONe“. In einem ehemaligen Recyclingwerk wurden unter der Leitung des Heidelberger Konzeptkünstlers Samuel J. Fleiner Werke von 35 Künstlern aus 12 Ländern gezeigt, die Kunst aus Abfallmaterialien (Arte Povera und Recyclingkunst) herstellen. Diese Ausstellung wurde 2005 als weltweit erstes Kunstprojekt in der UN-Dekade Bildung für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. In der Folge wurde die Kunstschau deutscher Beitrag beim Weltumwelttag in San Francisco und war dort mehrere Monate in der City Hall ausgestellt. Anschließend wurde sie erste Kunstausstellung im neuen Umweltbundesamt in Dessau und wurde dann von der Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) nach Nairobi, Kenia, eingeladen. Zwischenzeitlich ist sie auf 50 Künstler aus 15 Ländern angewachsen. In Nairobi war die Ausstellung 2006 in der Main Lobby der United Nations Offices Nairobi (UNON)ausgestellt. Die Eröffnung wurde von Prof. Dr. Klaus Töpfer zusammen mit der kenianischen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Muta Maathai und der Leiterin der UN-Habitat Anna Tibajuka vorgenommen. Insgesamt zählte man über 30.000 Besucher. RE-ART ONe wurde 2008 als deutscher Beitrag beim Festival "Dubai Summer Surprise" gezeigt. Die Eröffnungszeremonie wurde vom Umweltminister der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) H.E. Dr. Rashid Ahmed Bin Fahad und dem stellvertretenden Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland und Kulturattaché Hans-Burkhart Sauerteig durchgeführt. Große Medienresonanz: Insgesamt 6 Fernsehsender, ein gutes Dutzend Pressefotografen und Radio Arabia berichteten von der Eröffnung.

2007 gab es mit „Kunst im Klimawandel“ und 2009 mit „Arte Sustenibile UNO“ Folgeprojekte dieser erfolgreichen Ausstellung. "Arte Sustenibile UNO" steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission sowie des Umweltministers von Niedersachsen Hans-Heinrich Sander und der Umweltministerin von Baden Württemberg Tanja Gönner und macht den Begriff Nachhaltigkeit zu einer Erfahrung aus erster Hand. "Arte Sustenibile UNO" war ebenfalls im Umweltbundesamt ausgestellt und zudem kulturelles Begleitprogramm der UNESCO Weltkonferenz Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Bonn. Die Ausstellung war außerdem u. a. in der Bundeskunsthalle und im Umweltbundesamt zu sehen und wurde damit zum Projekt im Dialog Nachhaltigkeit der Bundesregierung.

St. Wilhadi Kirche[Bearbeiten]

Der Turm der St. Wilhadi-Kirche

Mitten im Ort, auf einer großen Wurt direkt an der Medem, mit eigenem Anleger, da viele Bauern früher mit den Booten zur Kirche kamen, liegt die älteste Kirche im Land Hadeln. Es ist zwar nicht schriftlich belegt, aber es wird aus der Namensgebung geschlossen, dass der Heilige Willehad im 8. Jahrhundert als angelsächsischer Missionar im Land Hadeln das Wort Gottes predigte und erster Bischof in Bremen wurde.

Das heutige Aussehen des aus Feldsteinen im romanischen Stil im 13. Jahrhundert erbauten Gebäudes wird vor allem durch die Vergrößerung der Fenster im Jahre 1785 bestimmt. Die Holzdecke, der Chorraum und das Kirchenschiff sind mit Rankenwerk und Familienwappen bemalt und Verleihen der Kirche ein Aussehen wie es bei vielen Kirchen in Hadeln typisch ist. Diese Bemalung wurde vom Kirchenmaler Ebeling nach Mustern des 17. Jahrhunderts in den Jahren 1904/05 restauriert. Bilder aus dem Leben Willehads und des neuen Testamentes zeigt der gotische Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert. Die Kanzel, eine Stiftung von 17 Gemeindemitgliedern aus dem Jahre 1671, wurde von dem in Hadeln sehr bekannten Otterndorfer Bildschnitzer Jürgen Heydtmann angefertigt. Aus dem Jahre 1717 stammt das Taufbecken aus Sandstein mit einer Messingschale. Über die Orgel ist nicht viel bekannt, nur dass das Prospekt aus der Zeit um 1730 stammt und im letzten Jahrhundert erneuert worden ist.

Ein für Hadeln typischer Kirchturm, alleinstehender hölzerner Glockenturm, von denen es einige im Kirchspiel gibt, runden das Bild der Kirche ab.

Politik[Bearbeiten]

1970 schlossen sich die Gemeinden Ihlienworth, Steinau und Odisheim freiwillig zur Samtgemeinde Sietland zusammen. Zwei Jahre später schloss sich auch die Gemeinde Wanna an. Ihlienworth ist der Verwaltungssitz.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2011[3]
Wahlbeteiligung: 54,96 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,42 %
49,08 %
1,49 %

Seit der Gemeinderatswahl am 11. September 2011 verteilen sich die 11 Sitze folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber über einem grünen Dreiberg ein schwebendes Dreibalkenkreuz (Marienstern).“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ausflugskahn für die Fahrten auf der Medem

Ihlienworth nimmt i. S. der regionalen Raumordnung die Funktion eines Grundzentrums war.

Touristisch von Bedeutung ist der Wassertourismus auf dem Medem und anderen Gewässern; dazu zählen Kahnfahrten, Bootstouren, Kanutouren und Angeln. Jährliche Feste sind das Sietländer Kahnfest und der Holzmarkt.

Sagen und Legenden[Bearbeiten]

  • Die billige Wurt
  • Die Hexenfahrt
  • Der Goeshof

Literatur:
„Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung, ISBN 3-931771-16-4, von den Männern vom Morgenstern.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ihlienworth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. LSKN-Online
  3. http://wahlen.kdo.de/content.php?kunde=sg_landhadeln&wahlverz=sg_landhadeln/web/201109_K__Gemeinderatswahl_Ihlienworth_11.09.2011&wahlname=Gemeinderatswahl_Ihlienworth_11.09.2011&datei=110815093136951_0_1_txt_p_.html