Ilbeshausen-Hochwaldhausen

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Ilbeshausen-Hochwaldhausen
Gemeinde Grebenhain
Koordinaten: 50° 31′ N, 9° 20′ O50.5216666666679.3283333333333432Koordinaten: 50° 31′ 18″ N, 9° 19′ 42″ O
Höhe: 432 m ü. NN
Einwohner: 1.248
Eingemeindung: 1972
Postleitzahl: 36355
Vorwahl: 06643
Teufelsmühle

Ilbeshausen-Hochwaldhausen ist ein Ortsteil von Grebenhain im Vogelsbergkreis, Hessen. Er besteht aus den Dörfern Ilbeshausen und Hochwaldhausen und gehört mit zusammen knapp 1300 Einwohnern zu den größeren Ortschaften des Landkreises.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Ilbeshausen-Hochwaldhausen liegt zentral im Vogelsberg, in der Nähe der höchsten Erhebungen Taufstein und Hoherodskopf, im Gebiet des Oberwalds.

Grebenhain, Sitz der Gemeindeverwaltung, liegt etwa 4 km südlich; die Kreisstadt Lauterbach befindet sich 17 km nordöstlich, Schotten 17 km westlich, Fulda 33 km östlich.

[Bearbeiten] Geschichte

Ersterwähnungsurkunde vom 29. Dezember 1012

Die Besiedlung des Gebietes um Ilbeshausen begann zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert. Dort, wo heute die Disseler Brücke unterhalb Ilbeshausens steht, soll im Jahre 754 der Leichenzug des ermordeten Bonifatius auf dem Weg von Mainz nach Fulda vorbeigeführt haben. Über diese Brücke verlief von Steinau an der Straße über Herbstein nach Nordhessen die Weinstraße, eine in damaliger Zeit bedeutende Querverbindung von Mainfranken nach Norddeutschland.

Erwähnt wird der Ort erstmals in einer Urkunde vom 29. Dezember 1012, in der König Heinrich II. der Abtei Fulda den Forst Zundernhart schenkt.[1] Neben Iliuuineshusun (Ilbeshausen) werden in dieser Schenkungsurkunde unter anderem ufe Creginfelt (Crainfeld), Warmuntessneida (Bermuthshain), Widenaho (Weidenau) und Calbaho (Kalbach) als Grenzpunkte des geschenkten Gebietes genannt.

Bis zum September 1376 wechselten mehrfach die Besitzer der Siedlung. Dann kaufte Landgraf Hermann II. von Hessen den Ort. Seitdem ist Ilbeshausen hessisch.

Hochwaldhausen wurde im Jahr 1903 von Jean Berlit zunächst als Kurort zur Nachkur von Patienten aus Bad Salzschlirf gegründet. Ebenfalls auf Veranlassung von Jean Berlit erfolgte 1928 der Bau eines großen Genesungsheims der AOK Kassel. Seit 1990 beherbergt der erweiterte Gebäudekomplex die Vogelsbergklinik, eine Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik.

1956 wurde Ilbeshausen-Hochwaldhausen vom Land Hessen das Prädikat Luftkurort verliehen.

Von 1912 bis 1929 waren nacheinander zwei bedeutende Reformschulen, die Dürerschule und die Bergschule, in Hochwaldhausen ansässig. 1922 gehörten für kurze Zeit Klaus und Erika Mann zu den Schülern der Bergschule.

[Bearbeiten] Wappen

Gemeindewappen 1953-1971

Im Jahre 1953 erhielt die Gemeinde Ilbeshausen nach Genehmigung durch das hessische Innenministerium in Wiesbaden das Recht, ein eigenes Gemeindewappen zu führen. Es zeigt die stilisierte Nachbildung des Wilden Mannes, einer auch an der bekannten Teufelsmühle verwendeten Fachwerkkonstruktion.

Nach der Gebietsreform war dieses Wappen zusammen mit Elementen der Wappen der Ortsteile Crainfeld und Herchenhain die Vorlage für das Wappen der Großgemeinde Grebenhain, deren Kerngemeinde bis dahin kein eigenes Wappen besaß.

[Bearbeiten] Baudenkmäler

[Bearbeiten] Teufelsmühle (Hansenmühle)

Teufelsmühle in Ilbeshausen, 2005

Die Teufelsmühle, mundartlich auch Hansenmühle genannt, wird erstmals in einem Lehenbrief vom 4. Januar 1530 erwähnt. Darin wird eine Mühle von Theodor Riedesel als Lehen an einen Klaus Tuvel gegeben. Im Jahr 1691 wurde die Mühle von dem Zimmermeister Hans Muth neu erbaut. Sie ist eines der bedeutendsten Fachwerkhäuser in Hessen. Von 1720 bis in die Gegenwart war das Gebäude im Besitz der Nachkommen des Erbauers. Einer örtlichen Sage nach soll die Mühle in einem Wettstreit zwischen dem Zimmermann und dem Teufel entstanden sein.

[Bearbeiten] Evangelische Pfarrkirche

Die evangelische Kirche in Ilbeshausen wurde 1765/66 als Steinkirche im Barock-Stil erbaut und beherbergte ursprünglich eine Orgel des Bimbacher Orgelbauers Jost Oestreich. Die Brüstungen der Emporen sind geschmückt von zahlreichen Bildern von Gottesmännern des Alten Testamentes und der zwölf Jünger. Über dem Haupteingang ist in der Mitte der Empore der Reformator Martin Luther dargestellt. An der Orgelempore sind Stationen des Lebens Jesu abgebildet; ein Teil der Abbildungen musste beim Aufstellen einer neuen größeren Orgel durch Hoforgelbauer Adam Eifert aus Stadtilm in Jahr 1898 entfernt werden.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Durch Ilbeshausen-Hochwaldhausen führen die Landesstraßen 3140 (Richtung Lanzenhain) und 3168 (nach Grebenhain bzw. zur Bundesstraße 275). Dadurch sind auf direktem Weg insgesamt 11 Nachbarorte erreichbar: Lanzenhain, Herbstein, Altenschlirf, Grebenhain, Breungeshain, Rudingshain, Götzen, Altenhain, Feldkrücken, Ulrichstein, Rebgeshain.

Sowohl Ilbeshausen als auch Hochwaldhausen besitzen je eine Haltestelle für die Buslinie 391 (Gedern - Lauterbach) des RMV sowie zwei Linien des an Wochenenden im Sommer verkehrenden Freizeitbusses Vulkanexpress der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (Schlitz - Hoherodskopf sowie Wächtersbach - Hoherodskopf)).

[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Seit der Fertigstellung des kleinen Kurparkes im Jahr 1959 wurde zunächst jährlich zum Mittsommer das Lichterfest von den örtlichen Vereinen veranstaltet. Heute findet das Fest in den geraden Jahren im zweijährigen Turnus am letzten Wochenende im August statt. Das Dorf erstrahlt dann im Glanz tausender bunter Kerzen. Zu dieser Illumination kommt als weitere Attraktion ein Lichterzug hinzu. Angeführt von einer Musikkapelle ziehen Kinder mit bunten Lampions und die örtlichen Vereine mit Fackelträgern durch den gesamten Ort bis zum Festplatz am Kurpark.

Am 2. Advent findet seit 1995 ein Weihnachtsmarkt auf dem Parkplatz am Kurpark statt.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Bürgermeister (1821-1971)

  • 1821 – 1837: Heinrich Ochs (* 1777, † 12. Februar 1837)
  • 1837 – 1862 (1837 bis 1850 kommissarisch): Johannes Ganß I. (* 1816, † 24. Februar 1900)
  • 1862 – 1887: Heinrich Ochs 3. (* 28. Januar 1814, † 12. Juli 1887)
  • 1887 – 1920: Heinrich Löffler 41. (* 9. Januar 1838, † 19. Februar 1920)
  • 1920 – 1934: Heinrich Ochs 4. (* 14. April 1870, † 11. Dezember 1947)
  • 1934 – 1945: Otto Gutermuth 2. (* 31. Mai 1896, † 26. Februar 1956)
  • April 1945 – 28. Juni 1945 (kommissarisch): Friedrich Bloß 1. (* 28. September 1890, † 24. August 1957)
  • 1945 – 1968 (28. Juni 1945 bis März 1946 kommissarisch): Johannes Ochs (* 1. November 1900, † 30. September 1988)
  • 1968 – 1971: Kurt Süßenberger (* 2. April 1941, † 2002)

[Bearbeiten] Ortsvorsteher (ab 1972)

  • 1972 – 1977: Albert Appel
  • 1977 – 1981: Wolfgang Rupp
  • 1981 – 1993: Rudolf Schäfer
  • seit 1993: Klaus Löffler (Stand Mai 2011)

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

  • Jean Berlit, * 12. Juni 1848 in Kassel; † 9. Oktober 1937 ebenda, Bäderunternehmer und Gründer von Hochwaldhausen.
  • Heinrich Löffler, * 14. August 1879, † 30. Dezember 1949 in Schlüchtern, deutscher Politiker (SPD), MdR.
  • Gottlob Binder, * 14. August 1885 in Holzgerlingen, † 16. August 1961 in Frankfurt am Main, deutscher Politiker (SPD).
  • Falko Löffler, * 1974 in Lauterbach, Schriftsteller, Fantasy-Autor und Computerspiel-Übersetzer.

[Bearbeiten] Vereinsleben

In Ilbeshausen-Hochwaldhausen findet ein reges Vereinsleben statt:

  • Männergesangverein "Liederkranz" (Gründung 18. Februar 1883)
  • Turn- und Sportverein 1909 Ilbeshausen e. V. (Gründung 26. Mai 1909 als Turnverein, Neugründung 1946)
  • Obst- und Gartenbauverein Ilbeshausen-Hochwaldhausen (Gründung 1927)
  • Kur- und Verkehrsverein (Gründung 13. April 1934, ab 1937 inaktiv, Neugründung 8. März 1952)
  • Freiwillige Feuerwehr (Gründung 26. Mai 1934, vorher Pflichtfeuerwehr seit 1834)
  • Naturschutzverein Ilbeshausen-Hochwaldhausen e. V. (Gründung 1965)
  • Kirmesburschen
  • Karnevalverein 2000 Ilbeshäuser Babbegei e. V. (Gründung 2000)
  • Frauengemeinschaft
  • VdK Ortsverband Ilbeshausen-Hochwaldhausen-Lanzenhain
  • Forstbetriebsvereinigung Ilbeshausen
  • Jagdgenossenschaft Ilbeshausen
  • Vogelsberger Motorrad-Club (VMC)

Gemeinsame Projekte aller ortsansässigen Vereine unter Federführung des Ortsbeirates waren der Neubau von Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrhaus (2001–2005) sowie der Friedhofshalle (2007).

11 Vereine und der Ortsbeirat sind seit dem 14. Juli 2009 offiziell in der Vereinsgemeinschaft (VGM) Ilbeshausen-Hochwaldhausen e. V. organisiert. Zweck der VGM ist die Förderung von Kultur und Brauchtum, speziell in Hinblick auf die 1000-Jahr-Feier des Ortes, die mit mehreren Veranstaltungen (u. a. einem Festwochenende am 26. und 27. Mai) im Laufe des Jahres 2012 stattfinden wird.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Urkunde Nr. 253 in: Harry Bresslau, Hermann Bloch, R. Holtzmann u. a. (Hrsg.): Diplomata 14: Die Urkunden Heinrichs II. und Arduins (Heinrici II. et Arduini Diplomata). Hannover 1900.1903, S. 291–292 (Monumenta Germaniae Historica; Digitalisat)

[Bearbeiten] Literatur

  • Karl August Helfenbein: Die Sozialerziehung der Dürerschule Hochwaldhausen, Lauterbach 1986
  • Fotoclub Lauterbach e. V. (Hg.): Ilbeshausen in alten Aufnahmen, Lauterbach 1987
  • Kalkhof, Gerhard: Geschichte des Luftkurortes Ilbeshausen-Hochwaldhausen, Ilbeshausen-Hochwaldhausen 1993
  • Vereinsgemeinschaft Ilbeshausen-Hochwaldhausen e. V. (Hg.): Ilbeshausen 1012-2012. 1000 Jahre Ortsgeschichte im Wandel der Zeit, Ilbeshausen-Hochwaldhausen 2011

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Ilbeshausen-Hochwaldhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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