Ilbesheim (Donnersbergkreis)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Ilbesheim
Ilbesheim (Donnersbergkreis)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ilbesheim hervorgehoben
49.698.0752777777778297Koordinaten: 49° 41′ N, 8° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Kirchheimbolanden
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 6,11 km²
Einwohner: 581 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67294
Vorwahlen: 06352, 06355
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 031
Adresse der Verbandsverwaltung: Neue Allee 2
67292 Kirchheimbolanden
Webpräsenz: www.kirchheimbolanden.de
Ortsbürgermeisterin: Edeltraud Bienroth
Lage der Ortsgemeinde Ilbesheim im Donnersbergkreis
Obermoschel Niedermoschel Unkenbach Finkenbach-Gersweiler Waldgrehweiler Schiersfeld Sitters Alsenz Oberndorf (Pfalz) Mannweiler-Cölln Winterborn (Pfalz) Kalkofen (Pfalz) Niederhausen an der Appel Münsterappel Oberhausen an der Appel Gaugrehweiler Seelen Rathskirchen Teschenmoschel Bisterschied Ransweiler Stahlberg Bayerfeld-Steckweiler Sankt Alban (Pfalz) Gerbach Würzweiler Ruppertsecken Dielkirchen Katzenbach (Donnersbergkreis) Schönborn (Pfalz) Dörrmoschel Reichsthal Gundersweiler Gehrweiler Imsweiler Rockenhausen Höringen Schweisweiler Falkenstein (Pfalz) Winnweiler Lohnsfeld Wartenberg-Rohrbach Münchweiler an der Alsenz Gonbach Sippersfeld Breunigweiler Imsbach Börrstadt Steinbach am Donnersberg Ramsen (Pfalz) Kerzenheim Eisenberg (Pfalz) Göllheim Dreisen Standenbühl Lautersheim Biedesheim Ottersheim Bubenheim (Pfalz) Zellertal Einselthum Immesheim Albisheim (Pfrimm) Rüssingen Weitersweiler Marnheim Bennhausen Jakobsweiler Dannenfels Bolanden Kirchheimbolanden Mörsfeld Kriegsfeld Oberwiesen Orbis Morschheim Ilbesheim (Donnersbergkreis) Bischheim (Donnersberg) Rittersheim Stetten (Pfalz) Gauersheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel Landkreis Kaiserslautern Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Landschaft bei Ilbesheim

Ilbesheim ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden an.

Geographie[Bearbeiten]

Ilbesheim liegt im Südteil des Alzeyer Hügellands auf der sogenannten „Ilbesheimer Lösschwelle“. Die Gemarkung wird zu etwa 90 Prozent landwirtschaftlich genutzt und hat mit 0,3 Prozent extrem wenig Waldfläche.[2]

Der ehemalige Bahnhof Morschheim (Donnersbergbahn) liegt zum Teil auf der Gemarkung von Ilbesheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Ilbesheim wurde im 8. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Man fand jedoch Gräber, die bereits aus der La-Tène-Zeit stammen. Die heute protestantische Dorfkirche besitzt einen romanischen Turm, der in die Epoche um 1100 datiert wird.

Schon früh kam das Dorf als Exklave zur Grafschaft Falkenstein. Zunächst regierten diese die Herren von Bolanden, welche 1418 von den Grafen von Virneburg beerbt wurden.

Über verschiedene Eigentümer ging die Grafschaft Falkenstein und mit ihm das Dorf Ilbesheim 1667 an den Herzog von Lothringen über. Durch die Heirat des Lothringer Herzogs Franz Stephan mit Maria Theresia von Habsburg, kam Hohen-Sülzen an Österreich und unterstand dem Oberamt Winnweiler des Reichsteils Vorderösterreich.[3] Der zuständige Amtmann residierte in Winnweiler.

1756 beschwerten sich protestantische Ilbesheimer Einwohner beim Kaiser in Wien über die Einführung eines Mitbenutzungsrechtes (Simultaneum) ihrer Kirche für die Katholiken. Dazu wurden zwei mal Gemeindedeputierte nach Wien entsandt, über die sich Kaiser Franz I. in seiner schriftlichen Antwort vom 28. Juli 1756 befremdet zeigt, da „die zuletzt hierher deputierte Ilbesheimer Gemeindsleute, welchen es allem Ansehen nach nur um Vermehrung der von der Gemeinde etwan ziehenden Tagegeldern seyn mag, bereits in den 2ten Monat nach erhaltener Auskunft allhier sich ohnnützlich aufhalten“.[4]

Am 11. Juni 1758 fand in Ilbesheim erstmals seit der Reformation wieder eine Fronleichnamsprozession statt. Die deshalb an den Kaiser gesandte Klageschrift der protestantischen Gemeinde zeichnet ein interessantes und buntes Bild der barocken Landfestlichkeit. Sie berichtet, die Katholiken ließen im „gegenwärtig laufenden Jahre, und zwar am 11ten Junii, eine solche öffentliche Procession in loco (=am Ort) anrichten, und dazu catholische Glaubensgenossen von 5 Stunden weit, nebst denen benachbarten, insonderheit der angrenzenden churpfälzischen Gemeinde Stetten, mit Fahnen, Gesang und Klang, auch mit Aufstellung von versamleten und berufenen auswärtigen Bauersleuten mit Gewehr versehenen 2 Compagnie, dergestalten anordnen ... daß unter diesem Aufzuge das hochwürdige Guth publice (=öffentlich) durch den ... catholischen Pfarrern circumgestired (=umhergezeigt), an verschiedenen Stellen im Ort öffentliche Messe gelesen, benedictiones (=Segen) ertheilet, und bey solchen geistlichen Actibus (=Handlungen) jedesmalen von dem aufgerichteten Bauerncommando Feuer gegeben“ wurde.[5]

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Kirchheim zugeordnet.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Ilbesheim dem Landkommissariat Kirchheim im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kirchheimbolanden zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Kirchheimbolanden hervorging. Seit 1946 gehört Ilbesheim zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Zur Unterscheidung von Ilbesheim bei Landau in der Pfalz erhielt der Ort die Zusatzbezeichnung Ilbesheim auf dem Gleichen.[6]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ilbesheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 470
1835 635
1871 634
1905 581
1939 531
Jahr Einwohner
1950 677
1961 604
1970 523
1987 466
2005 516

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ilbesheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau ein bewurzelter goldener Getreidehalm, belegt von zwei gekreuzten goldenen Eichenzweigen mit je einer goldenen Eichel und zwei goldenen Eichenblättern“.

Es wurde 1937 vom Reichsstatthalter in Bayern verliehen und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1683.

Das 1622 eingesetzte Gerichtssiegel zeigt einen Eichenzweig ohne Blätter, der mit einem Getreidehalm gekreuzt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Ort kreuzen sich die L 445 und die L 446. In kurzer Entfernung befindet sich südwestlich ein direkter Anschluss an die A 63 (Kaiserslautern-Mainz). In Kirchheimbolanden ist ein Bahnhof der Donnersbergbahn.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Ludwig Knobloch (1901–1995), deutscher Politiker (CDU), MdB, Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Zuckerrübenbau-Verbände
  • Kurt Rocker (* 1928), Politiker (CDU)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilbesheim (Donnersbergkreis) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Verzeichnis der pfälzischen Ortschaften des österreichischen Oberamtes Winnweiler
  4. Zu den Ilbesheimer Abgesandten in Wien
  5. Zum Ablauf der Fronleichnamsprozession 1758 in Ilbesheim
  6. | Topographische Karte aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, | Darstellung (mit Orts-Neckreim) der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen