Ilf und Petrow

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Ilf und Petrow waren die zwei sowjetischen Prosa-Autoren der 1920er und 1930er Jahre, Ilja Ilf (Ilja Arnoldovich Fainsilberg, Илья Арнольдович Файнзильберг, 1897–1937) und Jewgeni Petrow (Jewgeni Petrowitsch Katajew, Евгений Петрович Катаев, 1903–1942). Den größten Teil ihres Werkes schrieben sie zusammen, und fast immer auch unter dem Namen „Ilf und Petrow“. Ihre beiden satirischen Romane Zwölf Stühle und Das goldene Kalb machten sie überaus beliebt. Die beiden Texte sind verbunden durch das Schicksal ihrer Hauptfigur, den Hochstapler Ostap Bender auf der Jagd nach Reichtum.

Ilf und Petrow

Beide Bücher schildern den Weg Benders und seiner Mitstreiter auf der Suche nach einem Schatz inmitten der zeitgenössischen sowjetischen Realität. Sie entstanden in der relativ liberalen Ära der Neuen ökonomischen Politik der 1920er Jahre. Die Protagonisten vermeiden in der Regel den Kontakt mit den offenkundig nachlässigen Strafverfolgungsbehörden. Ihre Position liegt außerhalb der organisierten, planorientierten sowjetischen Gesellschaft. Das Werk diente den Autoren als Plattform für einen Ausblick auf die Schattenseiten der sozialistischen Gesellschaft. Die Bücher zählen zu den meistgelesenen und zitierten Werken der russischen Kultur.

Zwölf Stühle wurde sowohl in der UdSSR als auch in den USA (von Mel Brooks) verfilmt; siehe Die zwölf Stühle.

Beide Schriftsteller bereisten während der Weltwirtschaftskrise die USA. Mit Ilfs auf der Reise gemachten Bildern verfassten die Autoren ein Foto-Essay unter dem Titel Amerikanische Photographien, erschienen in der Zeitschrift Ogonjok. Kurz darauf veröffentlichten sie das Buch Einstöckiges Amerika (Одноэтажная Америка). Der Fotoessay und das Buch dokumentieren ihre Abenteuer mit dem ihnen eigenen verspielten Humor. Ilf und Petrow scheuten sich nicht, gewisse Aspekte der amerikanischen Lebensweise in diesen Werken positiv darzustellen.

Ilf starb kurz nach der Reise nach Amerika an Tuberkulose; Petrow starb 1942 bei einem Flugzeugabsturz während des Deutsch-Sowjetischen Krieges.

Ein 1982 von der sowjetischen Astronomin Ludmilla Georgijewna Karatschkina entdeckter Kleinplanet wurde nach ihnen benannt: 3668 IlfPetrow.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ilja Ehrenburg: Menschen – Jahre – Leben (Memoiren), München 1962, Sonderausgabe München 1965, Band II 1923–1941, Portrait Ilf/Petrow Seite 309-314, ISBN 3-463-00512-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilf und Petrow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien