Iliad

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den französischen Internetdienstanbieter; zu dem Lesegerät für E-Books siehe iLiad.
Iliad
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft franz. Rechts
ISIN FR0004035913
Gründung 1991
Sitz Paris, Frankreich
Leitung Maxime Lombardini (CEO)
Mitarbeiter 6 876 (2013)
Umsatz 3 747 Mio. Euro (2013)[1]
Branche Internet/Telekommunikation
Website www.iliad.fr

Iliad SA mit Sitz in Paris ist ein französischer börsennotierter Internetdienstanbieter (ISP) und Mobiltelefoniebetreiber, der unter anderem unter den Marken Free und Alice tätig ist und mit ca. 13,6 Millionen Kunden (Stand: Ende 2013)[1] einer der führenden ISP und Mobilfunkanbieter in Frankreich ist. Free ist einer der Pioniere im sogenannten Triple-Play im Breitbandbereich (mit einem kombinierten Internet-, Telephonie- und Fernsehangebot) im französischen Markt; mit dem Start seiner Mobiltelephonaktivitäten im Januar 2012 wurde das Internetangebot erfolgreich auf Quadruple Play ausgeweitet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Iliad wurde in den 1980er-Jahren unter dem Namen Fermic Multimedia gegründet und war zunächst ein Anbieter von Minitel-Inhalten, teilweise pornographischer Natur (sog. Minitel rose). Die Firma wurde 1991 von Xavier Niel erworben und bietet seit September 1994 als erster Anbieter einen Internetanschluss über das Minitelsystem an. 1999 erwarb Iliad eine Telekommunikationslizenz und im Jahr 2000 investierte Goldman Sachs 15 Millionen Euro in das Unternehmen. Im Herbst 2002 startete das Unternehmen sein ADSL-Angebot mit Triple Play und unterbot dabei preislich alle Konkurrenten, so dass Free ab März 2003 zweiter Internetdienstanbieter in Frankreich nach France Telecom wurde.

Iliad wurde 2004 an die Börse gebracht, Xavier Niel ist aber weiterhin größter Aktionär.

Im Sommer 2008 erwarb Iliad für 775 Millionen Euro den Konkurrenten Liberty Surf, eine Tochter der Telecom Italia, die in Frankreich als ISP unter der Marke Alice mit ca. 850.000 Kunden tätig ist.[2]

Im Dezember 2009 gewann Iliad die Ausschreibung für die 4. französische Mobiltelefonlizenz; der kommerzielle Betrieb wurde im Januar 2012 mit einem sehr aggressiven Preisangebot aufgenommen. Ende 2013 hatte Free nach nur zwei Jahren Betrieb bereits 8 Millionen Kunden im Bereich Mobilfunk.[1]

Kontroverse[Bearbeiten]

Im Januar 2013 wurde bekannt, dass Kunden ein Werbeblocker voreingestellt wurde. Dieser sollte durch Installation einer neuen Firmware auf den Routern der Kunden aktiviert werden. Angeblich geschah dies, um in Verhandlungen mit Google um die Bezahlung von der Weiterleitung hoher Datenmengen eine bessere Verhandlungsposition aufzubauen. Experten kritisierten dies jedoch als Gefahr für die Werbebranche. Free bot dennoch zu jeder Zeit die Möglichkeit an, den Werbeblocker zu deaktivieren.[3] Aufgrund des anhaltenden öffentlichen Interesses rückte Iliad wenige Tage später wieder von seinem Vorhaben ab.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rapport de Gestion 2013. Iliad, abgerufen am 11. März 2014 (pdf, französisch).
  2. Iliad et Telecom Italia finalisent la cession d’Alice France. Pressekommuniqué vom 28. August 2008. Illiad, abgerufen am 25. Oktober 2011 (pdf; 131 kB, französisch).
  3. Jörn Brien: Internet ab Zugang werbefrei: Provider setzt auf voreingestellten Ad Blocker. In: t3n Magazin. 4. Januar 2013, abgerufen am 6. Januar 2013.
  4. Falk Steiner: Französischer Provider beendet Werbeblockade. In: Heise Online. 7. Januar 2013, abgerufen am 8. Januar 2013.