Illinois (Volk)

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Ein Stammesmitglied der Illinois, Zeichnung von Georges-Henri-Victor Collot (1796)

Die Illinois waren eine Konföderation kleiner Algonkin sprechender Indianerstämme, die ursprünglich über das Gebiet verstreut waren, welches das heutige südliche Wisconsin, das nördliche Illinois und Teile von Missouri und Iowa umfasste. Der Name leitet sich von ihrer Eigenbezeichnung Illiniwek oder Illini, das Das Volk bedeutet, her. Als Ende des 17. Jahrhunderts die ersten französischen Siedler kamen, bezeichneten sie die Illini als "[les] Illinois" (Die Illini-ischen, Illinois).

Stämme der Illinois-Konföderation[Bearbeiten]

  • Cahokia (lebten in ganz Zentral- und Süd-Illinois)
  • Kaskaskia (lebten am oberen Illinois River, in der Nähe von Utica bis ins südliche Wisconsin)
  • Michigamea (lebten nordöstlich in Arkansas zwischen dem St. Francis River und dem Mississippi)
  • Moingwena (lebten an der Mündung des Des Moines River (Riviere de Moingwena) bis ins südöstliche Iowa und nordöstliche Missouri)
  • Peoria (lebten im nordöstlichen Iowa, südwestlichen Wisconsin und nordwestlichen Illinois)
  • Tamaroa (lebten beiderseits des Mississippi an den Mündungen des Illinois und Missouri)
  • Chepoussa (Chipussea) (lebten im nordöstlichen Arkansas und südöstlichen Missouri)
  • Coiracoentanon (lebten entlang des Des Moines River im südöstlichen Iowa)
  • Taporowa (Tapohero, Tapuoaro) (lebten im östlichen Iowa und westlichen Illinois, in der Nähe der Mündung des Iowa River)

Zusätzlich gab es noch kleinere Gruppen (engl.: Bands) wie die

  • Chinkoa (Chinko)
  • Espeminkia (Ispeminkia)
  • Maroua (Omouahoa)
  • Albiui (Albivi)
  • Amonokoa
  • Matchinkoa
  • Negawichi (Negaouichiriniouek)

Die Illinois wohnten ursprünglich in mehr als 60 Dörfern und zählten Mitte des 17. Jahrhunderts ca. 12.000 Menschen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Illinois waren in erster Linie Jäger; kleine Jagdgruppen erlegten das ganze Jahr hindurch Tiere des Waldes und fast die gesamte Dorfgemeinschaft beteiligte sich an winterlichen Bisonjagden in der Prärie. Von den Frauen gezogener Mais und anderes Gemüse vervollständigten die Ernährung. Ihre Dörfer bestanden aus mit Schilfmatten bedeckten Hütten, die mehreren Familien Platz boten. Über die soziale Organisation der Illinois ist wenig bekannt, sie war derjenigen der Miami wohl sehr ähnlich. Sie hatten einen Friedenshäuptling, der von der Ratsversammlung des Dorfes gewählt wurde, während der Kriegshäuptling nach seinen Führungseigenschaften bei Kriegszügen ausgewählt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts konzentrierten sich die meisten Illinois entlang des Illinois Rivers von Starved Rock bis zum Mississippi River, wohin sie wegen der Feindseligkeiten der Dakota, Fox, Sauk und anderer nördlicher Stämme ausgewichen waren. Durch Überfälle der Irokesen in ihrer Zahl erheblich reduziert, schwächte außerdem die Einführung von Alkohol durch französische Händler den Stamm. Die Ermordung des Ottawahäuptlings Pontiac durch einen Illinois provozierte Vergeltungsaktionen von verschiedenen nördlichen Algonkin-Stämmen, wodurch ihre Bevölkerungszahl weiterhin abnahm. Die Überlebenden suchten Zuflucht bei französischen Siedlern in Kaskaskia im Staat Illinois, während Sauk, Fox, Kickapoo und Potawatomi ihnen fast das gesamte Wohngebiet wegnahmen. Im Jahre 1832 verkauften die verbliebenen Illinois ihr Land, zogen nach Kansas und anschließend nach Oklahoma.

Demographie[Bearbeiten]

Gegen 1650 gab es ca. 12.000 Illinois, nach den sogenannten Biberkriegen der Irokesen gegen die Illinois, hatten 1701 nur noch rund 6.000 und fünf der ursprünglichen Stämme überlebt. Nach schweren Epidemien und vielen Kriegen zählten die Franzosen 1736 nur noch 2.500 Illinois. 1769 hatten benachbarte Stämme die Illinois fast vernichtet, so dass ihre Zahl auf 600 Menschen sank. 1854 gab es nur noch 84 von ihnen, und diese verschmolzen mit den zu den Miami zählenden Wea und Piankashaw und wurden die United Peoria, Kaskaskia, Wea, and Piankashaw. Heute gibt es 2.000 eingeschriebene Stammesmitglieder.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]