Ilona Eibenschütz

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Ilona Eibenschütz (* 8. Mai 1872 in Pest (später Budapest); † 21. Mai 1967 in London) war eine Pianistin.

Leben[Bearbeiten]

Sie war das neunte Kind ihrer Eltern. Ihr Vater war Kaufmann. Zu ihren Geschwistern gehörte die Sängerin Riza Eibenschütz.[1] Im Alter von viereinhalb Jahre erhielt sie Klavierunterricht, zunächst von ihrem Cousin, dem Musiker Albert Maria Eibenschütz und danach bei dem Pester Pianisten Carl Marek. Im Jahr 1878 erhielt sie ein kaiserliches Stipendium, um ihre Ausbildung bei Hans Schmitt am Wiener Konservatorium fortzusetzen. In Wien trat sie auch erstmals öffentlich auf. Sie galt als Wunderkind und soll zusammen mit Franz Liszt im Duett musiziert haben. Mit neun Jahren spielte sie das Klavierkonzert d-Moll KV 466 von Mozart zusammen mit den Wiener Philharmonikern. Ab 1881 unternahm sie Konzertreisen durch deutsche Städte. Sie hatte Auftritte in Frankreich und vor dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. 1883 unternahm sie eine Tournee durch die größeren Städte Skandinaviens, bei der sie auch vor der dänischen Königin auftrat. Im Oktober 1883 ging sie auf eine Tournee durch Osteuropa, spielte am 17. und 19. Oktober in Riga und trat am 21. Dezember vor der russischen Zarenfamilie auf. Im Alter von zwölf Jahren schloss sie ihre Ausbildung in Wien ab, und legte ab 1886 zunächst eine Konzertpause ein. Von 1886 bis Ende 1889 studierte sie in Frankfurt am Main am Hochschen Konservatorium Klavier bei Clara Schumann und Kontrapunkt bei Iwan Knorr. Gegen Beginn ihres Studium lernte sie dort auch den Komponisten Johannes Brahms kennen. Ab 1889 begann Eibenschütz erneut Konzertreisen durch Deutschland, Österreich und Holland zu unternehmen. Das Klavierkonzert a-moll op. 54 von Robert Schumann spielte sie erstmals am 7. November 1890 in Berlin und erneut in Utrecht. Am 12. Januar 1891 gab sie erstmals ein Konzert in London bei den Monday popular concerts in der St. James's Hall, wo sie Schumanns Études Symphoniques op. 13 vortrug.

Bei einem Urlaubsaufenthalt mit ihrer Familie in Ischl traf sie 1891 erneut mit Brahms zusammen. Beide wiederholten ihre Begegnung in Ischl auch in den folgenden Jahren, und Brahms spielte ihr alleine dort seine Klavierstücke op. 118 und 119 erstmals selbst vor. Hierfür gibt Eibenschütz in ihren Erinnerungen als Datum zwar das Jahr 1892 an,[2], aber die Musikwissenschaft geht davon aus, dass es sich um den August des Jahres 1893 gehandelt haben muß.[3]. Brahms stand von Ischl aus bereits seit Mai 1893 mit Clara Schumann in brieflichem Austausch über die Klavierstücke op. 119, und hatte ihr im Juni und Juli des Jahres das Notenmaterial zugesandt.[4] Eibenschütz, die als Brahmsexpertin galt führte die Klavierstücke op. 118 und 119 zwischen Januar und April 1894 in mehreren Konzerten in England zunächst in Auszügen und dann als vollständige Zyklen erstmals auf.

1902 heiratete sie den aus Frankfurt am Main stammenden, in London ansässigen Aktienhändler Carl Derenburg (gest. 1927) und zog sich bald darauf weitgehend aus der öffentlichen Konzerttätigkeit zurück. Bereits 1902 und 1903 machte sie Schallplattenaufnahmen von Kompositionen von Brahms und Domenico Scarlatti. 1910 spielte sie bei einem Konzert der Classical Concert Society und trat 1913 mit dem Rosé-Quartett auf. Ihre Erinnerung an Brahms dokumentierte sie 1926 in einem Aufsatz und 1952 in einem Hörfunkvortrag der BBC, während dem sie auch einige Klavierstücke spielte. 1952 trat sie auch erneut öffentlich auf und spielte mit dem Amadeus-Quartett das Klavierquintett von Brahms.

Schriften[Bearbeiten]

  • My Recollections of Brahms, in: The Musical Times, 1926, S. 598 f.
    • Reminiscences of Brahms, BBC, Hörfunksendung vom 30. Oktober 1952

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Ehrlich: Berühmte Klavierspieler der Vergangenheit und Gegenwart. Eine Sammlung von 116 Biographen und 114 Porträts, (1894), A. H. Payne 1998, S. 100 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. K. J. Kutsch, Leo Riemens: Ehnn, Bertha In: Grosses Sängerlexikon Bd. 2, Saur, München 2003, S. 1301.
  2. sowohl in My Recollections of Brahms, The Muscial Times, 1926 als auch in Reminiscences of Brahms, BBC, 1952
  3. Imogen Fellinger: Brahms' Klavierstücke op. 116-119, in: Friedhelm Krummacher, Michael Struck (Hrsg.): Johannes Brahms, Henle 1999, Seite 199-210, hier Seite 200-201
  4. Brahms am Klavier (PDF-Datei; 4,18 MB), Konzertprogramm, Propiano Hamburg e.V., 2008, Seite 30