Ilopango (Berg)

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Ilopango
Die Entstehung der Islas Quemadas (1880)

Die Entstehung der Islas Quemadas (1880)

Höhe 442 m
Lage San Salvador (El Salvador)
Koordinaten 13° 40′ 0″ N, 89° 3′ 0″ W13.666666666667-89.05442Koordinaten: 13° 40′ 0″ N, 89° 3′ 0″ W
Ilopango (Berg) (El Salvador)
Ilopango (Berg)
Typ Caldera
Letzte Eruption 1880

Der Ilopango ist ein ehemaliger Vulkan rund 12 Kilometer östlich von San Salvador nahe der Stadt Ilopango. Von dem ehemaligen Vulkan sind nur noch die etwa 100 Meter hohen Kraterränder und die Wasserfläche des Ilopango-Sees zu sehen.

Ausbruch[Bearbeiten]

Über den Zeitpunkt seines großen Ausbruchs herrscht noch Unklarheit, nach Hart und Virginia Steen-McIntyre (1983)[1] in der Zeit 260 (± 114 Jahre), nach Robert J. Sharer (1994): 132–133.[2] Eine neue 14C-Datierung der Tephra ergab das Jahr 429 n. Chr..

Bei seinem gewaltigen Ausbruch wurden 20 bis 30 Kubikkilometer pyroklastisches Sediment (Vulkangestein und Asche) – etwa das zehnfache des Mount St. Helens – ausgeworfen, die das Land in einem Radius von 100 Kilometern zerstörten. Tausende der im Hochland lebenden Angehörigen der Maya starben beim Ausbruch; das Maya-Dorf Joya de Ceren wurde von Gestein und Asche verschüttet – die Überlebenden flüchteten wohl ins Tiefland nach Guatemala und Belize.

1951 bezeichneten Howel Williams und Helmut Meyer-Abich diesen großen Ausbruch nach der Tephra als Tierra Blanca Joven (TBJ). Man nimmt heute mindestens drei frühere Ausbruchsserien (TB2, TB3 und TB4 vor etwa 60.000 Jahren) an, die die Caldera formten.[3] Robert Dull, der die TBJ-Eruption 2001 auf das Jahr 430 datiert hatte, bringt sie nun in Verbindung mit der Wetteranomalie von 535/536. Als Beweis für diese These weist Dull auf eine Schicht aus Vulkanasche hin, die sich, laut letzten Forschungsergebnissen, nahezu zeitgleich mit dem Beginn der o.g. Anomalie rund um den Ilopango abgelagert hat. [4]

Ilopangosee[Bearbeiten]

Im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte bildete sich in der entstandenen Caldera auf etwa 440 Metern Höhe der 72 Quadratkilometer große und bis zu 230 Meter tiefe Ilopango-See (Lago de Ilopango; auch Lago de Apulo genannt).

In den Jahren 1879/80 entstand darin ein vulkanischer Lavadom – die kleine Insel Islas Quemadas mit einer Höhe von ca. 46 Metern und einem Durchmesser von 152 Metern. Im Jahr 1928 stieg das Wasser erneut und zerstörte viele Häuser entlang des Seeufers.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. William J. Hart, Virginia Steen-McIntyre: Tierra Blanca tephra from the AD 260 eruption of Ilopango caldera. In: Payson D. Sheets: Archeology and Volcanism in Central America. University Press, Austin, Tx. 1983, ISBN 0-292-78708-1, S. 14-34.
  2. Robert J. Sharer: The ancient Maya. University Press, Stanford, Calif. 1994, S. 132–133, ISBN 0-8047-2130-0
  3. Natural Hazards in El Salvador; S. 57
  4. http://www.fundar.org.sv/Noticias/e_noticias_fundar_otras.html

Weblinks[Bearbeiten]