Ilsenburg (Harz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ilsenburg (Harz)
Ilsenburg (Harz)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ilsenburg (Harz) hervorgehoben
51.86555555555610.679722222222250Koordinaten: 51° 52′ N, 10° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 63,1 km²
Einwohner: 9422 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38871 (Darlingerode, Drübeck, Ilsenburg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 039452
Kfz-Kennzeichen: HZ, HBS, QLB, WR
Gemeindeschlüssel: 15 0 85 190
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Harzburger Straße 24
38871 Ilsenburg
Webpräsenz: www.stadt-ilsenburg.de
Bürgermeister: Denis Loeffke (CDU)
Lage der Stadt Ilsenburg (Harz) im Landkreis Harz
Quedlinburg Ballenstedt Ballenstedt Blankenburg (Harz) Ditfurt Falkenstein/Harz Quedlinburg Groß Quenstedt Halberstadt Harsleben Harzgerode Hedersleben Huy Ilsenburg (Harz) Nordharz Oberharz am Brocken Osterwieck Quedlinburg Schwanebeck Selke-Aue Thale Wegeleben WernigerodeKarte
Über dieses Bild

Ilsenburg (Harz) ist eine an der Ilse gelegene Kleinstadt am Nordharz, zugehörig zum Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten]

Karte von Ilsenburg (1912)
Blick auf Ilsenburg vor 1900
Blick auf Ilsenburg im Jahre 2007
Blick auf Ilsenburg im Jahre 2013
Klosterkirche, 2011

Ilsenburg liegt zwischen Wernigerode (Sachsen-Anhalt) im Osten und Bad Harzburg (Niedersachsen) im Westen am Ausgang des Ilsetals an der Bahnstrecke Heudeber-Danstedt–Vienenburg. Die Stadt ist an drei Seiten von bewaldeten Bergen umgeben, die über 550 m hoch sind.

Von Ilsenburg ist der Brocken über einen Wanderweg vorbei am Scharfenstein und Kleinen Brocken zu erreichen, der zu Ehren von Heinrich Heine Heinrich-Heine-Weg benannt wurde.

Südwestlich der Stadt liegt die Paternosterklippe, ebenso die Bäumlersklippe. Ein Familiendrama von dort wurde von Theodor Fontane aufgegriffen und fand Eingang in seine Novelle Ellernklipp.

Ilsenburg liegt am Nationalpark Harz und ist offizielle Nationalpark-Gemeinde.

Der Harzer Grenzweg am Grünen Band verläuft westlich an Ilsenburg vorbei in Nord-Süd-Richtung über rund 95 km bis nach Tettenborn bei Walkenried entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze; teilweise sind Grenzanlagen und Grenzwege noch erkennbar. Da dieses Gebiet rund 40 Jahre gesperrt war, hat sich dort eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt erhalten.

Am Harzer Klosterwanderweg befinden sich die beiden Klosteranlagen in Ilsenburg und im Ortsteil Drübeck.[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen der drei Ortsteile (Stand: 31. Dezember 2007)*:

Ortsteil Einwohnerzahl
Ilsenburg ** [3] 6.117
Darlingerode [4] 2.386
Drübeck *** [5] 1.497
Stadt Ilsenburg (Harz) 10.000

* für Darlingerode und Drübeck sind keine jüngeren Daten vorhanden

** mit dem Ortsteil Plessenburg

*** mit dem Ortsteil Öhrenfeld

Geschichte[Bearbeiten]

995 hielt sich auf einer Burg in der Nähe des heutigen Ilsenburg, die im 10. Jahrhundert zum Schutz eines kaiserlichen Jagdreviers im Harz gebaut wurde, Kaiser Otto III. auf. 1003 übergab sie sein Nachfolger Heinrich II. dem Bischof von Halberstadt zur Gründung eines Benediktinerklosters. Dieses war seit 1009 bekannt. Auf dem Ilsestein wurde danach eine neue Reichsburg erbaut, die jedoch 1107 völlig zerstört wurde.

Das in der Umgebung des 1525 im Bauernkrieg verwüsteten Klosters entstandene Dorf entwickelte sich Ende des 16. Jahrhunderts zum Flecken in der Grafschaft Wernigerode. 1545 wurde eine Eisenhütte mit zwei Hochöfen errichtet, die 1697 von Zar Peter I. besichtigt wurde. Ilsenburg entwickelte sich zu einer wohlhabenden Gemeinde, die am Ende des Dreißigjährigen Krieges Residenzstadt der Grafen zu Stolberg-Wernigerode wurde. Diese verlegten ihren Hofhaltungssitz erst 1710 zurück nach Wernigerode.

Ilsenburg wurde besonders durch die Produktion von Ofenplatten und Kunstguss bekannt.

Im Königreich Westphalen war Ilsenburg Bestandteil des Kantons Ilsenburg.

Im 18. Jahrhundert wurde südwestlich von Ilsenburg die Ernstburg errichtet.

1893 besuchten Ilsenburg 2400 Urlauber, nachdem bereits 1884 die Eisenbahn die Gemeinde erreicht hatte. Das Hüttenwerk wurde 1911 vorübergehend stillgelegt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde im Ort kurzzeitig ein Außenlager des KZ Dora-Mittelbau angelegt, in dem 16 italienische Militärinternierte zur Zwangsarbeit eingesetzt waren.

1947 folgte die Anerkennung als Luftkurort; am 1. Januar 1959 wurde Ilsenburg in Würdigung seiner wirtschaftlichen Bedeutung und als wichtiges Erholungszentrum das Stadtrecht verliehen.

In Ilsenburg wurde 1948 die Evangelische Forschungsakademie gegründet.

Der touristische Namenszusatz (Harz) wurde am 1. Februar 2007 offiziell dem bisherigen Namen hinzugefügt.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 2009 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Darlingerode und Drübeck mit dem Ortsteil Oehrenfeld eingemeindet.[7] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Ilsenburg (Harz), deren Sitz sich in der Stadt befand, aufgelöst.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenkstein für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewalt 1933–1989 gegenüber der Marienkirche
  • Ehrenanlage auf dem Ortsfriedhof für vier namentlich bekannte Personen aus verschiedenen Nationen, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstein im Friedenspark zur Erinnerung an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

(laut amtlichem Endergebnis der Wahl zum Bürgermeister von Ilsenburg am 27. September 2009; Wahlbeteiligung: 68,8 %)

  • Denis Loeffke (CDU): 52,77 %
  • Dirk Sielaff (SPD): 28,44 %
  • Werner Hofmann: 8,09 %
  • Liane Treziak: 7,29 %
  • Knut Stagge: 3,41 %

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung:
 %
50
40
30
20
10
0
41,6 %
31,6 %
14,0 %
7,4 %
3,2 %
2,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+6,1 %p
-4,0 %p
-1,7 %p
+0,7 %p
+0,8 %p
-1,8 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Freie Wähler Drübeck

(laut amtlichem Endergebnis der Wahl zum Stadtrat von Ilsenburg am 25. Mai 2014)

  • CDU: 8 Sitze (+1)
  • SPD: 6 Sitze (-1)
  • LINKE: 3 Sitze (±0)
  • Freie Wähler Drübeck: 2 Sitze (+1)
  • GRÜNE: 1 Sitz (±0)
  • FDP: 0 Sitze (-1)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 22. Februar 1938 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden zwischen zwei grünen Laubbäumen (Elsen oder Erlen) ein rotes Burgtor, dessen Giebel mit einem goldenen Schildchen, worin ein schwarzer Hirsch, belegt ist.“

Bis zum Jahre 1808 führte die Gemeinde ein Siegel, das zum ersten Male 1609 nachweisbar ist. Es zeigt das Burgtor zwischen den Elsen, ist also redend (Elisinaburg = Ilsenburg). Nach Aufhebung der westfälischen Herrschaft führte die Gemeinde bis 1900 nur noch den Hirsch der Grafen zu Stolberg.

Das jetzige Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Forellenteich

Religionen[Bearbeiten]

Marienkirche
St.-Benedikt-Kirche

Die evangelische Kirchengemeinde Ilsenburg gehört zum Kirchenkreis Halberstadt. Zu ihr gehört in Ilsenburg die Marienkirche, sie geht auf das 12. Jahrhundert zurück und wurde seitdem mehrmals umgebaut.

Die ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul, die zwischenzeitlich auch als Schlosskirche diente, gehört zum Kloster Ilsenburg. Eigentümer der Kirche, die heute für kulturelle und religiöse Veranstaltungen genutzt wird, ist seit 1974 die Stadt Ilsenburg.

Die katholische Kirche St. Benedikt, benannt nach Benedikt von Nursia, befindet sich an der Schlossstraße. Sie wurde 1934/35 von Wilhelm Ulrich erbaut und am 31. März 1935 benediziert. Sie ist die westlichste Kirche des Bistums Magdeburg, seit 2010 gehört sie zur Pfarrei St. Bonifatius mit Sitz in Wernigerode.

Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Friedrichstraße. Ihre Gemeinde, die zum Bezirk Halberstadt gehört, geht auf das Jahr 1865 zurück und ist damit die älteste Gemeinde der Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland in Sachsen-Anhalt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Ilsenburger Grobblech GmbH ist im Bereich Stahl tätig und beschäftigte 2012 etwa 800 Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört zur Salzgitter AG.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Ilsenburg

Der Bahnhof Ilsenburg liegt an der Bahnstrecke Heudeber-Danstedt–Bad Harzburg/Vienenburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1990, Dr. med. Thilo Blick posthum verliehen
  • 1991, Hermann Greifeld
  • 2002, Hans Riefenstahl, Heimatforscher

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit Ilsenburg in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilsenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Website zum Harzer Klosterwanderweg
  3. Wikipedia-Artikel vom 6. August 2008 mit Einwohnerzahl vom 31. Dezember 2007.
  4. Darlingerode
  5. Drübeck
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  8. http://www.stadt-ilsenburg.de/index.phtml?&mNavID=1.100&sNavID=117.101&NavID=117.101&object=tx%7C117.6990.1