Ilsestein

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Kreuz auf dem Ilsestein
Gedenktafel von 1913

Der Ilsestein, früher auch Ilsenstein genannt, ist eine Granitfelsformation des Harzes nahe der Stadt Ilsenburg im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ilsestein befindet sich im Oberharz innerhalb des Naturparks Harz/Sachsen-Anhalt im Nationalpark Harz, wobei die Grenze des Nationalparks entlang des direkt östlich der Felsformation befindlichen Waldwegs verläuft. Sein 2,25 km (Luftlinie) südsüdwestlich der Kernstadt von Ilsenburg auf 473,2 m ü. NN[1] gelegener Gipfel erhebt sich etwa 130 bis 160 m hoch über den direkt westlich in Süd-Nord-Richtung vorbei fließenden Oker-Zufluss Ilse. Topographischen Karten ist zu entnehmen, dass eine im Flusstal befindliche Weggabelung nordöstlich unterhalb der Felsformation auf 315,5 m ü. NN[2] und eine östlich des Ilsesteins neben dem Gasthaus Ilsestein gelegene Stelle des vorgenannten Waldwegs auf 465,6 m ü. NN[2] liegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ilsestein auf einem Foto aus dem 19. Jahrhundert

Auf dem Ilsestein befand sich im 10. Jahrhundert auch eine kleine, unmittelbar nach der Umwandlung der alten Ilsenburg in ein Kloster errichtete Trutzburg. Sie wurde bereits nach 100-jährigem Bestehen um 1107 zerstört. Ihre Lage konnte rekonstruiert werden.

Auf dem Gipfelfels ließ Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode (1785–1854) am 18. Oktober 1814, ein Jahr nach dem Gefecht bei Möckern am ersten Tag der Völkerschlacht bei Leipzig, ein eisernes Kreuz errichten. Es dient der Erinnerung an seine in den Befreiungskriegen (1813–1815) gefallenen Freunde und Bekannten. Am 18. Oktober 1913 wurde im Beisein von Fürst Christian-Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1864–1940) eine zusätzliche Gedenktafel mit der Erläuterung der Entstehungsgeschichte des Eisenkreuzes von 1814 enthüllt.

Um den Ilsestein ranken sich mehrere Sagen, die zum Beispiel Heinrich Pröhle zu Papier brachte.

Johann Wolfgang von Goethe erwähnt den Ilsestein in der Walpurgisnacht-Szene in Faust I sowie zusammen mit Heinrichshöhe und Schnarcherklippen in Faust II.

Heinrich Heine beschreibt in Die Harzreise, wie er den Ilsestein besteigt.

Ein „Ilsenstein“ wird im ersten Akt von Adelheid Wettes Textbuch zur Märchenoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck erwähnt.

Aussichtsmöglichkeit und Wandern[Bearbeiten]

Brockenblick vom Ilsestein

Vom Gipfel des Ilsesteins fällt der Blick zum naheliegenden Brocken, der sich etwa im Südwesten erhebt, in das Ilsetal mit dessen Randbergen sowie nach Norden nach Ilsenburg und in das Harzvorland.

Das seit einigen Jahren geschlossene Gasthaus Ilsestein ist als Nr. 30[3] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. a b Sachsen-Anhalt-Viewer
  3. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 30 – Gasthaus Ilsestein auf harzer-wandernadel.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilsestein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.84666666666710.661666666667Koordinaten: 51° 50′ 48″ N, 10° 39′ 42″ O