Iltutmish
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Shams-ud-din Iltutmish (Altamsh, reg. 1211–36) war ein namhafter Sultan von Delhi aus der sogenannten „Sklavendynastie“.
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[Bearbeiten] Herkunft
Sein Aufstieg begann als Leibsklave und Schwiegersohn Aibaks, eines der beiden bedeutenden Sklaven-Generäle der Ghuriden in Indien (der andere war Bhaktyar, Eroberer Bengalens, ermordet 1206). Als solcher wurde Iltutmish der Statthalter des oberen Gangestals, mit Sitz in Buda’un.
[Bearbeiten] Machtübernahme
Als der inzwischen zum tatsächlichen Machthaber in Nordindien aufgestiegene Qutb-ud-Din Aibak (reg. 1206–1210) beim Polospiel verunglückte, wurde zunächst Aram Shah sein Nachfolger. Aber Aram Shah, über dessen mögliche Verwandtschaft mit Aibak nichts Verlässliches bekannt ist, wurde nicht anerkannt: Kabacha, Statthalter des Punjab und Schwiegersohn Aibaks löste sich ab, Bhaktyars Nachfolger in Bengalen ebenso, und angesichts der Schwäche Aram Shahs luden die Militärs Iltutmish zum Staatsstreich ein. Der siegte und bestieg den Thron (1211). Darüber hinaus ließ er sich 1229 von einem Gesandten des Abbasiden-Kalifen von Bagdad feierlich als Sultan bestätigen; ein Schachzug, der seine Autorität auch formell festigte.
[Bearbeiten] Skizze der Regierung
Die noch junge Moslem-Herrschaft in Indien stützte sich damals ausschließlich auf das Militär, das in den wichtigsten Festungen wie Delhi, Gwalior, Ajmer, Kalinjar, Kanauj u.a. stationiert wurde. Die Verwaltung verblieb aufgrund der (noch) verschwindend geringen Zahl der Moslems zumeist in der Hand der alteingesessenen indischen Obrigkeit und das Eintreiben der „Steuern“ entsprach dem Kriegszustand. Die Sitten waren grausam, der Staat war dementsprechend instabil und ehrgeizige Militärs versuchten immer wieder, sich durch einen Umsturz einen größeren Anteil am Kuchen zu verschaffen.
Iltutmishs Regierungszeit war deshalb von fast ununterbrochenen Kämpfen mit abtrünnigen Statthaltern und mit Hindufürsten angefüllt. 1214 besetzte Yildiz, ein ehemaliger Statthalter der Ghuriden in Persien (genauer in Ghazna) die Stadt Lahore, nachdem ihn die Choresmier aus seiner Provinz vertrieben hatten. Er wurde von Iltutmish geschlagen und hingerichtet. Dann unterwarf der Sultan den Punjab-Statthalter Kabacha (1217) und Iwaz Khan von Bengalen (1225), nahm die Rajputenfestung Ranthambor, wurde den Choresmier Jalal-ud-Din Mangobarni los, schlug Kabacha erneut, bis der im Indus ertrank (1228), annektierte anschließend Sind und eroberte die Hindufestung Gwalior (1231). Als der in Bengalen als Statthalter eingesetzte Sohn Iltutmishs verstarb (1229), musste Bengalen erneut unterworfen werden (ca. 1231). 1234 überrannte Iltutmishs Armee den Hindu-Staat Malwa (gehörte den Paramara) bis Ujjain. 1236 verstarb der Sultan auf einem Feldzug gegen aufständische Khokars (lebten in den Vorbergen Kaschmirs).
[Bearbeiten] Jalal-ud-Din und die Mongolen
In dem Jahr 1221 schlugen die Mongolen unter der persönlichen Führung Dschinghis Khans den Choresm-Schah Jalal-ud-Din Mangobarni am Indus. Der entkam nach Indien, und Sultan Iltutmish schickte ihm Geschenke, verbunden mit dem Hinweis, das Klima in Delhi sei für ihn "zu ungesund". Jalal-ud-Din blieb also in Multan, bekam Zulauf von anderen Flüchtigen und wurde so in die Lage versetzt, Iltutmish herauszufordern. Der zögerte den Krieg mit einem Heiratsbündnis heraus und behielt mit seiner Politik recht: 1224/5 zog Jalal-ud-Din aus Indien ab, denn Persien war ihm wichtiger. Mongolische Truppenführer setzten sich jedoch ab 1229 im afghanischen Bergland und am Murghab fest und blieben eine Gefahr.
[Bearbeiten] Vermächtnis
Iltutmish vereinigte Nordindien vom Indus bis zum Golf von Bengalen unter der Oberhoheit Delhis. Seine Tochter Raziah (1236–1240) und seine Söhne Firoz (1236), Bahram (1240–42), Masud (1242–46), Mahmud (1246–66) regierten noch bis 1266, dann übernahm ein Sklave und Schwiegersohn Iltutmishs die Macht: Balban (1266–87).
An Bauwerken ist ihm die Fertigstellung des Qutb/Kutub-Minarett in Delhi zuzuschreiben, dazu der Bau an der Quwwat-ul-Islam-Moschee und sein Grabmal (vgl. Qutb-Komplex).
[Bearbeiten] Episode
Der Historiker Barani (1258–1357) überlieferte, dass Iltutmish eines Tages von islamischen Glaubenslehrern besucht wurde, die ihm vorwarfen, dass er die Hindus nicht zum Übertritt zum Islam zwänge. Er antwortete, dass sie sich dadurch erheben und ihn besiegen würden.
[Bearbeiten] Weblinks
Iltutmish bzw. Weblink zum Thema Delhi-Sultane
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Shams-ud-din Iltutmish |
| ALTERNATIVNAMEN | Altamsh |
| KURZBESCHREIBUNG | Sultan von Delhi |
| GEBURTSDATUM | vor 1211 |
| STERBEDATUM | 1236 |

