Ilz (Donau)

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Ilz
(Oberlauf: Schönberger Ohe)
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Die Ilz bei Fürsteneck

Die Ilz bei Fürsteneck

Daten
Gewässerkennzahl DE: 174
Lage Bayerischer Wald
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Zusammenfluss von Großer und Kleiner Ohe bei Eberhardsreuth
48° 48′ 57″ N, 13° 22′ 10″ O48.81583333333313.369444444444430
Quellhöhe ca. 430 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung In Passau in die Donau48.57598213.474538290Koordinaten: 48° 34′ 34″ N, 13° 28′ 28″ O
48° 34′ 34″ N, 13° 28′ 28″ O48.57598213.474538290
Mündungshöhe 290 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 140 m
Länge 37,2 km
(mit Großer Ohe ca. 62 km)
Einzugsgebiet 850 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Kalteneck[1]
AEo: 760 km²
Lage: 18,8 km oberhalb der Mündung
NNQ (28.09.1947)
MNQ 1921/2006
MQ 1921/2006
Mq 1921/2006
MHQ 1921/2006
HHQ (21.12.1993)
2,4 m³/s
4,66 m³/s
16 m³/s
21,1 l/s km²
162 m³/s
419 m³/s
Durchflossene Stauseen Stausee Oberilzmühle

Die Ilz (im Oberlauf auch Schönberger Ohe[2]) ist ein linker Nebenfluss der Donau im Bayerischen Wald.

Verlauf[Bearbeiten]

Sie entspringt auf deutscher Seite im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet im Nationalpark Bayerischer Wald. Ihre Quellflüsse Kleine Ohe (Grafenauer Ohe), Große Ohe und Mitternacher Ohe entstammen der Region zwischen den Bergen Rachel (1.453 m) und Lusen (1.373 m). Diese vereinigen sich an der Ettlmühle unweit der Ortschaft Eberhardsreuth im Gemeindegebiet Schönberg. In der Nähe von Fürsteneck wird die Ilz mit den Wässern der Wolfsteiner Ohe und des Osterbachs vereint. Quellflüsse der Wolfsteiner Ohe sind Reschbach und Saußbach. Die Ilz mündet in Passau in die Donau, nur wenig oberhalb der Inn-Mündung gegenüber. Sie ist fast auf ihrer gesamten Länge weitgehend naturnah erhalten. Die Ilz hat am Pegel Kalteneck, 18,9 km vor der Mündung in Passau, einen langjährigen mittleren Abfluss von 15,9 m³/s.

Wasserqualität[Bearbeiten]

Kennzeichen der Ilz ist ihr weiches, bräunlich bis schwärzlich gefärbtes Wasser. Sie wird deshalb auch als schwarze Ilz oder schwarze Perle des Bayerischen Waldes bezeichnet.

Das Wasser der Ilz reagiert im gesamten Verlauf mit Keimbildung auf Restbelastungen aus Kläranlagen und landwirtschaftlichen Abschwemmungen. 1991 wurde ein Badeverbot in der gesamten Ilz ausgesprochen, 1993 die Aktion Rettet die Ilz ins Leben gerufen.

Im Jahr 2001 wurde die LEADER-Initiative Saubere Ilz abgeschlossen. Die Ilz wurde für die Jahre 2002 und 2003 als Flusslandschaft des Jahres gewählt. Die Proklamation fand anlässlich des Weltwassertages am 22. März 2002 durch Minister Werner Schnappauf in Grafenau statt.

Stauseen[Bearbeiten]

Zwischen Oberilzmühle und Hals

Der Stausee Oberilzmühle nördlich von Passau staut die Ilz über 5 km zum See auf. Die Stadtwerke Passau haben hier von 1951 bis 1955 das Wasserkraftwerk Oberilzmühle gebaut. Bei der Burgruine Hals wird die Ilz für das Kraftwerk Hals noch einmal auf 1 bis 1,5 km zum See aufgestaut. Das Bemühen, einen weiteren Stausee bei der Burgruine Dießenstein in der Gemeinde Saldenburg zu bilden, scheiterte in den siebziger Jahren am Widerstand der Naturschützer. Über 40.000 Bürger sprachen sich 1978 bei einer Unterschriftenaktion dagegen aus.

Holztrift[Bearbeiten]

Die Triftsperre bei Hals

Ab etwa 1729 begann der Ausbau des Oberlaufs für die Flößerei. 1788 erließ man in Passau die erste Triftordnung. Etwa sechs Wochen dauerte die Trift vom inneren Bayerischen Wald bis nach Passau, wo an der Bschütt ein großer Holzhafen entstand. Von 1827 bis 1829 wurde die Triftsperre bei Hals errichtet. Ein 115,5m langer, 3,2m breiter und 2,3m hoher Felstunnel verkürzte von da an den langen Weg durch die Halser Flussschlinge. Jährlich wurden hier bis zu 100 000 Ster Holz verfrachtet.

Auch die großen Sägewerke bei Schneidermühl, Schrottenbaummühle und Fischhaus erinnern noch heute an diese Art der Holztransporte, die erst nach 1945 durch den Ausbau der Forststraßen zum Erliegen kam.

Tiere und Pflanzen[Bearbeiten]

Ilz-Schleife bei Hals

Das Tal der Ilz bevölkert schätzungsweise mehr als 20.000 verschiedene Tierarten. In der Ilz kommt die Flussperlmuschel vor, ebenso der Flusskrebs, der aber an den aufgestauten Stellen fehlt. Auch der anspruchslosere Amerikanische Flusskrebs lebt in der Ilz. Als „König der Ilzfische“ gilt der Huchen, von dem Restbestände erhalten blieben. An den Ufern brüten noch der Eisvogel und die Wasseramsel, die im Winter durch Zuzügler aus dem Norden abgelöst werden. Auch der Flussuferläufer hat noch ein Brutvorkommen im Ilztal. Im Unterlauf wird gelegentlich die Gebänderte Prachtlibelle beobachtet.

Abgesehen von einer Vielzahl niederer Pflanzen wachsen an der Ilz mehr als 400 verschiedene Gefäßpflanzen. Als größte Pflanzenrarität des Ilztales gilt die Zottige Wolfsmilch, weitere Besonderheiten sind Sibirische Schwertlilie, Holunder-Schwertlilie (bei der Burgruine Hals), Borstige Glockenblume, Knäuel-Glockenblume, Preußisches Laserkraut, Drachenwurz, Lungen-Enzian, Froschbiss, Verkannter Wasserschlauch, Straußenfarn, Langblättriger Ehrenpreis, Gemeine Akelei, Leberblümchen, Sumpf-Herzblatt, Bunter Eisenhut und Brand-Knabenkraut. Die ursprüngliche Ufervegetation ist teilweise durch die Adventivpflanzen Schlitzblättriger Sonnenhut und Drüsiges Springkraut verdrängt worden.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Im Bereich des gescheiterten Stauseeprojektes am Dießenstein wurde 1981 nach langwierigem Interessenkonflikt das Naturschutzgebiet Ilz am Dießenstein geschaffen, das 1991 in Obere Ilz umbenannt wurde. Es hat eine Größe von 380 Hektar. Ein weiteres Naturschutzgebiet, das 91,5 Hektar große Naturschutzgebiet Halser Ilzschleifen, entstand am 3. Dezember 1993 bei Hals. Bereits am 20. Februar 1960 wurde das von Fürsteneck bis Passau reichende Landschaftsschutzgebiet Schutz des Landschaftsteils Ilztal im Bereich des Stadt- und des Landkreises Passau mit einer Größe von 1219,0 Hektar errichtet.

Wassersport[Bearbeiten]

Unter Einhaltung der Befahrungsregeln der Flüsse in Bayern (Stand Oktober/2007) ist das Befahren der Ilz mit Kajaks und Kanus in genau geregelten Abschnitten eingeschränkt gestattet oder ganzjährig untersagt.

Derzeit gibt es für den Flussabschnitt Stauwehr Hals - Straßenbrücke Hals (= Flusskilometer 4,5 - 2,2) ein ganzjähriges Befahrungsverbot. Vom 1. Mai bis 30. Juni ist die Befahrung des Abschnitts Ettelmühle - Mündung Wolfsteiner Ohe (= Flusskilometer 42,5 - 24,6) ausnahmslos untersagt. Für den Abschnitt Furth bis Schrottenbaummühle (= Flusskilometer 38,3 - 27,1) wird im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30 April auf die freiwillige Selbstbeschränkung für Wassersportler hingewiesen: Diese fordert einen Mindestpegel an der Schrottenbaummühle von > 85 cm ein und erlaubt das Anlanden nur an Wehren und Brücken.

Aktuelle Informationen dazu werden vom Bayerischen Kanu-Verband e.V. veröffentlicht.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Fürsch, Anita Götthans; unter Mitarbeit von Helmut Grosu: Die Ilz. Ein Natur- und Wanderführer, Verlag Morsak, Grafenau, 3. Auflage 1991, ISBN 3-87553-365-8
  • Paul Praxl: Die Ilz - Eine Flusslandschaft in Vergangenheit und Gegenwart in: Der Bayerwald, Zeitschrift des Bayerischen Wald-Verein e.V., Ausgabe 1/2005, S. 3 - 19

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006. Einzelblatt Pegel Kalteneck. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF, deutsch, Auf: hnd.bayern.de).
  2. BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung
  3. Befahrungsregeln auf bayerischen Flüssen beim Bayerischen Kanu-Verband abgerufen am 22. September 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien