Im weißen Rößl (1952)

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Filmdaten
Originaltitel Im weißen Rößl
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1952
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Willi Forst
Drehbuch Horst Budjuhn
Erik Charell
Harry Halm
Produktion Günther Stapenhorst
für Carlton/Styria
Musik Ralph Benatzky
Werner Eisbrenner
Kamera Günther Anders
Schnitt Doris Zeltmann
Margot von Schlieffen
Besetzung

Im weißen Rößl ist eine deutsche Operettenverfilmung von Willi Forst aus dem Jahr 1952.

Handlung[Bearbeiten]

Der neue Oberkellner im Weißen Rößl in Sankt Wolfgang im Salzkammergut, Leopold, ist in die Rößlwirtin Josefa verliebt. Er schickt ihr jeden Tag rote Rosen, doch glaubt Josefa, sie seien eine Liebesgabe von Dr. Otto Siedler, einem Stammgast des Rößl, den wiederum Josefa liebt. Ihm reserviert sie stets das einzige Balkonzimmer, bereitet seine Lieblingsspeisen vor und passt den gesamten Hotelablauf an ihn an. Leopold verachtet Dr. Siedler, bevor der überhaupt im Hotel angekommen ist, und ist erfreut, als er mit Herrn Giesecke einen Gast im Rößl begrüßen kann, der gerade mit Dr. Siedler im Rechtsstreit liegt. Giesecke ist mit seiner Tochter Ottilie im Rößl abgestiegen. Dr. Siedler verliebt sich in die junge Frau, was Josefa entgeht, von Leopold jedoch unterstützt wird, so bringt er zusammen mit Piccolo Gustl beide in angrenzenden Ferienzimmern unter und ermöglicht ihnen so ein Rendezvous.

Giesecke hat andere Pläne für Ottilie. Er will sie mit dem Sohn seines ärgsten Konkurrenten verkuppeln, und Dr. Siedler, mit dem er einen Waffenstillstand aushandelt, soll den jungen Sigismund und Ottilie zusammenbringen. Sigismund jedoch hat sich auf der Zugfahrt bereits in die Tochter seines früheren Professors Hinzelmann, Klärchen, verliebt, während Dr. Siedler weiterhin um Ottilie wirbt. Josefa ahnt davon nichts und organisiert weiterhin den Betrieb nur um Dr. Siedlers Wohlbefinden herum. Leopold reicht es – er kündigt, da er hofft, dass Josefa im Hochbetrieb endlich erkennen wird, welche Bedeutung der Oberkellner für die laufenden Geschäfte hat. Josefa jedoch nimmt seine Kündigung regungslos an. Nach einer Nacht auf der Straße hat Leopold Glück: Für ein Volksfest hat sich der Kaiser persönlich im Ort angekündigt und will im Weißen Rößl übernachten. Josefa ist nun auf Leopold angewiesen, und der diktiert seine Bedingungen: Dr. Siedler soll aus dem Rößl ausziehen, und Josefa soll mit ihm – Leopold – zum Fest gehen. Josefa nimmt an. Auf dem Fest erkennt sie zum ersten Mal, dass Dr. Siedler in Ottilie verliebt ist. Sie reagiert entsetzt, und Leopold ahnt an ihrer Reaktion, dass er nie eine Chance bei ihr haben wird. Er kündigt endgültig.

Am Tag nach dem Fest offenbart Dr. Siedler Giesecke, dass er Ottilie zu heiraten gedenkt. Sigismund wiederum verkündet seine Eheabsichten mit Klärchen. Josefa kommt ungeplant in die Feiergesellschaft und ist nun so niedergeschlagen, dass der Kaiser sie beim Servieren des Gabelfrühstücks nach ihrem Kummer fragt. Sie stehe zwischen zwei Männern und könne sich nicht entscheiden. Der Kaiser rät ihr mit einem Spruch im Stammbuch des Hotels, nicht nach unerreichbar Hohem zu streben, wenn das Glück doch eigentlich ganz nahe liege. Sie weiß nun, dass Leopold der richtige für sie ist. Der wartet nur noch darauf, von ihr das Arbeitszeugnis zu erhalten, und sie trägt ihm nun schriftlich an, dass er als Oberkellner entlassen sei, jedoch ihr Ehemann auf Lebenszeit werden dürfe. Es kommt zum Happy End.

Produktion[Bearbeiten]

Im weißen Rößl entstand nach dem Lustspiel Im weißen Rößl von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg sowie dem gleichnamigen Singspiel von Hans Müller und Erik Charell. Der Film wurde im September und Oktober 1952 im Filmatelier München-Schwanthaler Höh gedreht. Ursprünglich war Paula Wessely für die Rolle der Rösslwirtin vorgesehen, war jedoch vertraglich an eine andere Produktionsfirma gebunden, weswegen die Rolle der Wirtin für die jüngere Johanna Matz umgeschrieben wurde. Vor und während der Dreharbeiten kam es immer wieder zu Spannungen: Zunächst sprangen Karl Hartl und Helmut Käutner als Regisseure des Films ab, da sie mit dem als schwierig geltendem künstlerischen Oberleiter Erik Charell nicht zusammenarbeiten wollten. Willi Forst wiederum kam mit den Darstellern in Konflikt, da er ihnen keine Eigeninterpretation der Rollen erlaubte. „Er spielt einem alles vor, die eigene Arbeit ist futsch. Es geht wie beim Automaten: Tönchen, Tönchen, Päuschen, Päuschen, Gesichtchen, Gesichtchen“, so Johanna Matz in einem Interview.[1]

Der Film erlebte am 18. Dezember 1952 im Stachus-Filmpalast in München seine Premiere. Im Jahr 1960 wurde die Operette unter dem Titel Im weißen Rößl erneut verfilmt.

Kritik[Bearbeiten]

„Beim Anblick der Majestät und der biedermeierlichpummeligen Hannerl Matz und der Vorweltkriegsperiode träumt sich’s schön von der guten alten Zeit. Klare Agfacolor-Farben, verheerende Blenden“, befand Der Spiegel.[2]

Das Lexikon des Internationalen Films beschrieb den Film als „Liebesirrungen und -wirrungen im Stil eines musikalischen Heimatfilms“.[3]

Cinema schrieb: „Trotz Grandseigneur Heesters enttäuscht die Version der beliebten Operette.“[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Liabe in der Matz. In: Der Spiegel, Nr. 51, 17. Dezember 1952.
  2. Neu in Deutschland: Im weißen Rößl. In: Der Spiegel, Nr. 2, 7. Januar 1953.
  3. Klaus Brüne (Hrsg.): Lexikon des Internationalen Films. Band 4. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1990, S. 1776.
  4. Vgl. cinema.de