Imagine (Album)

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Imagine
Studioalbum von John Lennon
Veröffentlichung 9. September 1971
Label Apple Records, EMI Group
Format LP, CD
Genre Rock
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 39 min 29 s

Besetzung

Produktion John Lennon, Yoko Ono, Phil Spector
Studio Ascot Sound Studios,Tittenhurst Park-Ascot, Record Plant East-New York
Chronologie
John Lennon/Plastic Ono Band
1970
Imagine Some Time in New York City
1972

Imagine ist das zweite Soloalbum von John Lennon. Es erschien am 9. September 1971 in den USA und am 8. Oktober 1971 in Großbritannien.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Aufnahmen für das Album fanden im Mai 1971 in Lennons eigenem Studio in Tittenhurst Park statt. Bei den Aufnahmen wurde Lennon von zahlreichen namhaften Musikern unterstützt. So spielte beispielsweise George Harrison bei fünf Titeln Gitarre (Crippled Inside; I Don’t Want To Be a Soldier, Mama; Gimme Some Truth; Oh My Love und How Do You Sleep?). Klaus Voormann ist an der Bassgitarre zu hören, Alan White und Jim Keltner teilten sich die Schlagzeugarbeit und Nicky Hopkins zeichnete für den größten Teil der Klavierparts verantwortlich. Mike Pinder von den Moody Blues sollte ursprünglich bei der Aufnahme des Stücks I Don’t Wanna Be A Soldier, Mama ein Mellotron spielen, da dieses defekt war, spielte er stattdessen Tamburin.[1] Für die Abmischung der Aufnahmen reiste Lennon in die USA und vollendete das Album dort im Juni bis Juli 1971 mit dem Produzenten Phil Spector und dem Arrangeur Torrie Zito, der für die Orchestrierungen verantwortlich war.

Alle Lieder stammten von John Lennon, wobei eines – Oh My Love – in Zusammenarbeit mit Yoko Ono entstanden war. Es entstand als eine Art „Zwillingsalbum“ zu Onos Album Fly.[2]

2002 setzte die Musikzeitschrift Rolling Stone Imagine auf Platz 76 ihrer Liste der 500 besten Alben aller Zeiten.[3]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

In Großbritannien wurde das Album zusätzlich als Schallplatte mit einer quadrofonischen Abmischung vertrieben.

Imagine war ein großer Erfolg und wurde vielfach mit „Gold“ ausgezeichnet. Es erreichte in den USA Platz 1 der US-Billboard-Charts.[4] In Großbritannien hielt sich das Album achtzehn Wochen lang in den Top-10 der Albumhitparade [5] und erreichte dort ebenfalls die Nummer eins der Charts; in Deutschland platzierte sich das Album auf Platz 10 der Hitparade.

Die Erstveröffentlichung im CD-Format erfolgte im April 1987. Im Februar 2000 wurde das Album in einer remasterten und neu abgemischten Version ohne Bonusstücke wiederveröffentlicht. Weitere Aufnahmen von Titeln des Albums und ein weiteres Lied der Aufnahmesessions, das von Walter Ward komponierte Well (Baby Please Don’t Go), wurden 1998 auf dem Boxset John Lennon Anthology veröffentlicht. Eine Instrumentalversion von How Do You Sleep erschien auf The U.S. vs. John Lennon. Die CD-Veröffentlichung aus dem Jahr 2000 wurde von Mobile Fidelity Sound Lab (MFSL) neu remastert und erschien im August 2003 als 24-karätige vergoldete CD in einer limitierten Auflage. Im Oktober 2010 wurde das Album in einer erneut remasterten Version, diesmal in der originalen Abmischung wiederveröffentlicht. Im November 2011 erschien das Vinyl-Doppelalbum Imagine 40th Anniversary Special Edition anlässlich des Record Store Day, es beinhaltet das reguläre Album Imagine sowie ein weiteres Album mit dem Titel Imagine Sessions in weißem Vinyl mit einer eigenständigen Covergestaltung. Das Album umfasst sechs Titel (Seite Eins: Baby Please Don`t Go/Imagine/How Do You Sleep? Seite Zwei: Jealous Guy/Oh My Love/I Don`t Wanna Be A Soldier), die dem Album John Lennon Anthology entnommen wurden, weiterhin liegen der Box zwei Postkarten, ein Poster sowie ein Beiblatt bei. Beide Alben befinden sich in einer Kartonbox.

Im November 1985 erschien der 60-minütige Videofilm Imagine the Film auf VHS-Videokassette, der sämtliche Titel von Imagine, den Singletitel Power to the People, sowie die zwei Yoko-Ono-Titel Don’t Count the Waves und Mrs. Lennon enthält. Eine Veröffentlichung auf DVD erfolgte bislang nicht. Im April 2000 wurde die DVD John Lennon - Gimme Some Truth: Making of the Album "Imagine" veröffentlicht, die wiederum alternative Versionen und neue Abmischungen beinhaltet.

Single-Auskopplungen[Bearbeiten]

Imagine[Bearbeiten]

Als Single wurde in den USA und Deutschland im Oktober 1971 Imagine / It’s so Hard aus dem Album ausgekoppelt (USA Platz 3; Deutschland Platz 18).

In Großbritannien war Imagine mit der B-Seite Working Class Hero erst im Oktober 1975 als Single erhältlich und erreichte bis 1999 dreimal die Top-Ten (Im Jahr 1981: Platz eins).

Jealous Guy[Bearbeiten]

Eine weitere Single wurde nicht mehr zeitnah veröffentlicht; Jealous Guy (B-Seite: Going Down on Love) wurde im November 1985 in Großbritannien und im Oktober 1988 (B-Seite: Give Peace A Chance) in den USA veröffentlicht (GB Platz 65; USA Platz 80).

Titelliste[Bearbeiten]

Seite 1[Bearbeiten]

  1. Imagine – 3:01
  2. Crippled Inside – 3:47
  3. Jealous Guy – 4:14
  4. It’s So Hard – 2:25
  5. I Don’t Wanna Be A Soldier, Mama – 6:05

Seite 2[Bearbeiten]

  1. Gimme Some Truth – 3:16
  2. Oh My Love – 2:44
  3. How Do You Sleep – 5:36
  4. How – 3:43
  5. Oh Yoko – 4:20

Bedeutung der Liedtexte[Bearbeiten]

Das Titelstück „Imagine“ gehört zu den erfolgreichsten Kompositionen John Lennons und beschreibt die Vision einer besseren und gerechteren Welt. Mit seinen Äußerungen in Bezug auf Religion im Song "Imagine" verletzte Lennon vermutlich die religiösen Gefühle seines späteren Mörders Mark David Chapman, was wohl hauptsächlich zu dem Attentat führte.

„How Do You Sleep“ ist eine Abrechnung mit Paul McCartney und eine Reaktion auf dessen Ram-Album von 1971. Die Textzeile „those freaks was right when they said you was dead“ ist eine Anspielung auf die Paul-is-dead-Verschwörungstheorie.

„Oh My Love“ und „Oh Yoko!“ thematisieren die Liebe zu Yoko Ono.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chip Madinger and Mark Easter: Eight Arms To Hold You - The Solo Compendium 44.1 Productions 2000, ISBN 0-615-11724-4. (Seite 45 bis 57)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruce Spizer: The Beatles Solo on Apple Records, S. 55
  2. Katrin Berndt dt: Yoko Ono - In Her Own Write. Ihr musikalisches Schaffen und der Einfluß von John Lennon. Marburg 1999, S. 28
  3. Levy, Joe (Hrsg.): Rolling Stone. Die 500 besten Alben aller Zeiten. (Originalausgabe: Rolling Stone. The 500 Greatest Albums of all Time. Wenner Media 2005). Übersetzung: Karin Hofmann. Wiesbaden: White Star Verlag, 2011, S. 87
  4. http://www.allmusic.com/album/mw0000198860
  5. http://everyhit.com/

Weblinks[Bearbeiten]