Imedi Media Holding

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Imedi Media Holding
Imedi Media Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2001
Sitz Tiflis
Produkte Rundfunk
Fernsehen
NachrichtenagenturVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.imedi.ge

Die Imedi Media Holding (georgisch: იმედი, dt. Hoffnung Media Holding) ist ein georgisches Medienunternehmen. Sie besitzt den privaten Fernsehsender Imedi TV, die Rundfunkstation Radio Imedi, eine Zeitschrift und die Nachrichtenagentur Imedi News.

Die Holding wurde 2001 gegründet. Besitzer sind der georgisch-russische Geschäftsmann Badri Patarkazischwili (49 %) und Rupert Murdochs News Corporation (News Corp) (51 %). Ein entsprechender Vertrag über den Kauf von Aktien wurde am 28. April 2006 in New York unterzeichnet. Am 31. Oktober 2007 übergab Patarkazischwili News Corp. die Managementrechte seiner Aktien für den Zeitraum eines Jahres.

Radio Imedi[Bearbeiten]

Radio Imedi nahm seine Arbeit im Dezember 2001 In Tiflis auf der Frequenz 105.9 auf. Seit Dezember 2003 ist der Sender in ganz Georgien zu empfangen. Schwerpunkte des Senders sind Nachrichten und Analysen. Am 7. November 2007 wurde der Sendebetrieb von Staatsorganen unterbunden (Näheres unter Imedi TV). Am 6. Dezember desselben Jahres ging Radio Imedi wieder auf Sendung.[1]

Imedi TV[Bearbeiten]

Imedi TV wurde im April 2003 gegründet. Geschäftsführer ist Bidsina Barataschwili. Auch der Fernsehsender stellt Nachrichten und politische Analysen in den Vordergrund. Der Sender kann in fast allen Regionen Georgiens empfangen werden. Von September 2004 bis April 2005 profilierte sich der Sender mit einer in Zusammenarbeit mit UNICEF vorbereiteten Wochenend-Talkshow zur Kindererziehung und -Gesundheit, die enorm hohe Einschaltquoten erzielte.

Nach einer Meinungsumfrage des Umfrageinstituts MGM zwischen im März und April 2006 halten die Georgier Imedi TV für den glaubwürdigsten Fernsehsender im Lande. 67 % der Befragten erklärten, sie trauten Imedi am meisten, während 18,3 % sagten, ihnen erscheine Rustawi 2 glaubwürdiger. Alle anderen georgischen TV-Stationen wurden lediglich von jeweils unter vier Prozent der Befragten als glaubwürdig angesehen.

Der damalige Besitzer der Imedi Media Holding, Patarkazischwili, warf der georgischen Regierung im März 2006 vor, sie versuche über die Finanzbehörden Druck auf den Sender und ihn auszuüben. Dabei stellte er eine Verbindung zur Berichterstattung der Redakteure über den Mordfall Sandro Girgwliani her, in der über die Verwicklung von hochrangigen Mitarbeitern des georgischen Innenministeriums berichtet wurde.

Am 5. Juli 2007 deckte der Sender einen Missbrauch öffentlicher Mittel durch die Minister für Gesundheit, Wladimir Tschipaschwili, und den Minister für Flüchtlinge, Gia Chewiaschwili, auf. Während der Massenproteste in Georgien vom 2. bis 7. November 2007 stellte er sich gegen Präsident Micheil Saakaschwili auf die Seite der Demonstranten. Am 7. November wurden die Räume des Fernsehsenders von Polizeitruppen gestürmt. Der Sender wurde abgeschaltet und die Studiotechnik zum Teil zerstört.[2] Am 14. November wurde Imedi TV offiziell die Sendelizenz entzogen. [3] Nach Protesten des Europarats ging die Fernsehstation am 12. Dezember wieder auf Sendung. [4]

Am 26. Dezember 2007 stellte Imedi TV seine Übertragungen vorübergehend ein, nachdem zwei Tage zuvor mutmaßliche Bemühungen des Mitbesitzers Patarkazischwili bekannt wurden, Präsident Saakaschwili mit einem Staatsstreich von Spezialtruppen des Innenministeriums zu stürzen. Das Management und die Mitarbeiter wollten sich damit von Patarkazischwili und "schmutzigen politischen Spielen" distanzieren. [5]

Nach dem Tod des Miteigentümers von Imedi-TV, des Oligarchen Badri Patarkazischwili, im Jahre 2008 wurde der Sender von der Regierung übernommen. [6]

Am 14. März 2010 löste ein Bericht des Senders Panik unter der Bevölkerung aus, nach dem erneut russische Truppen in Georgien einmarschiert seien und der Präsident getötet worden sei. Erst am Ende der Sendung wurde klargemacht, dass es sich nur um ein Szenario in Bezug auf eine Bedrohung durch Russland handle. Im Anschluss kam es zu Protesten der Bevölkerung gegen den Sender.[7]

Printmedien[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte die am 30. Januar 1994 gegründete Tiflisser Tageszeitung Dilis Gazeti (dt. Morgenzeitung) zur Holding. Sie stellte ihr Erscheinen jedoch am 2. Juli 2004 wegen finanzieller Schwierigkeiten ein. Ihre Leser waren vor allem Beamte, Bankiers und Geschäftsleute gewesen.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. news ru.com: В Грузии возобновила вещание радиостанция "Имеди". 6. Dezember 2007
  2. Georgien Nachrichten: Sender der Opposition in Georgien wird gestürmt. 7. November 2007
  3. Georgien Nachrichten: Justiz in Georgien entzieht Imedi TV die Lizenz, 14. November 2007
  4. Civil Georgia: Imedi TV Resumes Broadcasts. 12. Dezember 2007
  5. Civil Georgia: Imedi TV Suspends Broadcasts, 26. Dezember 2007
  6. http://www.taz.de/Georgischer-Ex-Praesident-Saakaschwili/!143295/
  7. tagesschau.de: Silvia Stöber: ‘Krieg der Welten’ 2010. (Version vom 15. März 2010 im Internet Archive) 14. März 2010