Imgenbroich

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50.5734816.263494545Koordinaten: 50° 34′ 25″ N, 6° 15′ 49″ O

Imgenbroich
Stadt Monschau
Ortsteil-Logo von Imgenbroich
Höhe: 545 m ü. NHN
Fläche: 9,45 km²
Einwohner: 2010 (31. Dez. 2006)
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52156
Vorwahl: 02472
Imgenbroich (Nordrhein-Westfalen)
Imgenbroich

Lage von Imgenbroich in Nordrhein-Westfalen

Imgenbroich ['ɪm.ʃɛn.bʀʊx] ist ein Stadtteil von Monschau in der Städteregion Aachen und liegt direkt oberhalb Monschaus auf den Eifelhöhen.

Bis 1972 gehörte Imgenbroich als eigenständige Gemeinde zum ebenfalls aufgelösten Kreis Monschau und dieser zum ebenfalls aufgelösten Regierungsbezirk Aachen (siehe Aachen-Gesetz).

Geschichte[Bearbeiten]

Imgenbroich wird erstmals in einer Tausch-Urkunde vom 25. Juni 1361 erwähnt, in der damaligen Schreibweise „Ymgenbroich“. Die Siedlung gehörte zum Amt Monschau im Herzogtum Jülich. Die einheimische Tuchmacherfamilie um Matthias Offermann (um 1670) war maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. Die Blütezeit lag zwischen 1770 und 1790. Die wenigen, aber bedeutenden evangelischen Tuchmacherfamilien bauten sich einen Friedhof und eine Kirche in Menzerath (1683). 1838 bekam Imgenbroich eine eigene evangelische Kirche, kurz zuvor wurde eine evangelische Schule eingerichtet. Die heutige katholische Kirche geht auf einen Kapellenbau von 1690 zurück.

Wie das gesamte Monschauer Land gehörte auch Imgenbroich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Herzogtum Jülich. Nachdem 1794 das gesamte Linke Rheinufer während des Ersten Koalitionskrieges besetzt war, gehörte das Gebiet von 1798 bis 1814 zu Frankreich. Imgenbroich gehörte zum Kanton Montjoie im Arrondissement Aachen im Rur-Département und war Sitz einer Mairie, von der aus auch die Gemeinden Konzen, Mützenich und Eicherscheid verwaltet wurden. Aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde das Gebiet dem Königreich Preußen zugeordnet. Imgenbroich war von 1816 an Sitz einer Bürgermeisterei (1927 umbenannt in Amt) im Kreis Montjoie im Regierungsbezirk Aachen und von 1822 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Teil der Rheinprovinz.[1]

Zwischen 1883 und 1966 wurde eine Landwirtschaftliche Winterschule unterhalten. Zu Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Imgenbroich fast vollständig durch Granaten zerstört, insbesondere auch die Patrizierhäuser der Tuchmacherzeit. Seit den 1970er Jahren findet eine verstärkte Industrieansiedlung in Imgenbroich statt.

Am 1. Januar 1972 wurde Imgenbroich in die Stadt Monschau eingegliedert.[2]

Name[Bearbeiten]

Der Namensteil Imgen stammt vermutlich von dem mittelalterlichen Personennamen Imicho ab. Eine andere Theorie besagt, dass Imgen von einem römischen Gut abstammt, welches in diesem Gebiet lag. -broich bedeutet Bruch, Moor. Große Teile Monschaus liegen im Gebiet des Hohen Venns.

Heute[Bearbeiten]

HIMO

Imgenbroich ist das Einkaufs- und Industriezentrum Monschaus. Im Industriegebiet befindet sich unter Anderen das HIMO (Handwerker-Innovationszentrum Monschau), das jungen Betrieben und Existenzgründern Büro- und Produktionsräume zu günstigen Konditionen bietet, sowie eine der größten deutschen Offset-Druckereien „Weiss Druck“, die zu den bedeutenden Arbeitgebern der Region zählt. Im Ortsteil Hargard befindet sich die zweite Jugendherberge Monschaus.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.archive.nrw.deInformationssystem der Archive in Nordrhein-Westfalen – Verwaltungszugehörigkeit Stadt Monschau
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 309.