Immelborn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Immelborn
Immelborn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Immelborn hervorgehoben
50.79972222222210.283055555556242Koordinaten: 50° 48′ N, 10° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Barchfeld
Höhe: 242 m ü. NN
Fläche: 12,65 km²
Einwohner: 1751 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36433
Vorwahl: 03695
Kfz-Kennzeichen: WAK
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 041
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Nürnberger Str. 63
36456 Barchfeld
Webpräsenz:
Bürgermeister: Silvia Matern (FWG)
Lage der Gemeinde Immelborn im Wartburgkreis
Karte

Immelborn ist eine Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Barchfeld an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Barchfeld hat.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Im Süden grenzt Immelborn an die Gemeinde Breitungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, im Westen und Norden an die Kreisstadt Bad Salzungen, im Osten bildet die Werra die natürliche Grenze zum Nachbarort Barchfeld. [2]

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Die Gemeinde Immelborn besteht aus den Ortsteilen:

  • Immelborn
  • Übelroda
  • Ettmarshausen
  • Hauenhof

[Bearbeiten] Geologie

[Bearbeiten] Berge

Die Landschaft um Immelborn wird von der Werratalaue und den Vorbergen der Rhön geprägt. Als höchster Punkt (525,7 m ü. NN) der Gemeinde gilt die Hunnkuppe, eine sagenumwobene Anhöhe an der Frauenbreitunger Gemarkungsgrenze. Erwähnenswert sind ferner der Beiersberg (327,8 m ü. NN) und der Kirschberg (321 m ü. NN). [3]

[Bearbeiten] Gewässer

Die Flußaue der Werra wird bei Immelborn seit etwa 100 Jahren zur Kiesgewinnung genutzt, hierbei entstanden drei größere Baggerseen. Als natürliche Gewässer gelten der Erlensee und das Forstloch. Der Hunnbach entspringt am Ortsrand von Übelroda, er mündet in Wilprechtroda in den Pfützbach, einem linken Zufluß der Werra. Weitere Quellbäche entspringen in der Flußaue und münden ungenutzt in die Werra. Bereits im Mittelalter war die Heilkraft der Amalienquelle erkannt worden, diese Mineralquelle entspringt in der Ortslage von Immelborn. [3]


[Bearbeiten] Geschichte

Am Ortseingang nach Immelborn
Die Amalienkirche
Der Hauenhof
Übelroda
Blick über Immelborn
Am Bahnhof
Die Heimatstube
Am Backhaus in Immelborn
Das Gemeindehaus in Übelroda
Am Kieswerk

Die Geschichte von Immelborn und seinen Ortsteilen ist sehr eng mit der Entwicklung des Klosters Frauenbreitungen und der Stadt Bad Salzungen sowie dem Adelsgeschlecht der Frankensteiner verbunden.

[Bearbeiten] Ur- und Frühgeschichte

Auf Grund der günstigen Lage in der Nähe alter Handelsstraßen und der Mündung des Baches Schweina war das Werratal im Abschnitt Barchfeld-Immelborn bereits in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Ausgrabungsfunde aus der Bronzezeit an den Lieseköpfen (Gemarkung Barchfeld) bestätigen dies.[4]

[Bearbeiten] Erste urkundliche Erwähnungen

Immelborn wurde in einer Urkunde des Klosters Frauensee vom 20. Dezember 1302 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort wurde im Mittelalter oft Memelsbrunn - auch Amalienborn bezeichnet. 1355 wurde ein Hof Ubolderoda - mundartlich Immelroda - heute zu Übelroda verfälscht - erstmals erwähnt. Besagter Hof war im Besitz eines Ritters Heinz Schrimpf von der Burg Frankenberg bei Frauenbreitungen. Der Ortsteil Ettmarshausen wurde erstmals 1330 im sogenannten Frankensteiner Verkaufsbrief als Hetmershusen erwähnt, er war somit eine Hörigensiedlung der benachbarten Burg Frankenstein. Die Siedlung ging mit dem Verkauf in hennebergischen Besitz über, wird 1426 als Ottmarshausen erwähnt. Der Hauenhof ist eine Kleinsiedlung am Platz der bereits 1351 als Wüstung bezeichneten Siedlung Huwindorf, welche sich im Lehensbesitz der Bad Salzunger Burgmannen-Familie von Kraluck befand. [5]

[Bearbeiten] Der Amalienborn und Amalienkapelle

Am Fuß der steilen Sandsteinkuppe, auf der die Immelborner Dorfkirche erbaut ist, tritt eine starke Quelle - der Amalienborn zu Tage, diese mineralhaltige Quelle wurde rasch als Heilquelle betrachtet. Die Amalienkapelle [6] wurde im 16. Jahrhundert erneuert (Inschriften), sie wurde durch eine umlaufende Mauer und einen breiten Graben geschützt, diese Details verweisen auf die Anlage einer Wehrkirche. Der heutige Kirchenbau, rechteckiger Grundriß und etwa 17 x 10 m groß, entstand durch Umbauten in den Jahren 1707-1708.[7]

[Bearbeiten] Immelborn im Mittelalter

Der bereits im Hochmittelalter bedeutende Ort Breitungen mit Doppelklosteranlage, das auf einen Königshof (daher Königsbreitungen) zurückgeführt wird, war über eine am Talrand der Werra bei Übelroda vorbeiziehende Altstraße mit den Orten Bad Salzungen, Dorndorf und Vacha verbunden. An dieser Straße entwickelte sich Immelborn zunächst als eine Siedlung des Klosters Frauenbreitungen. Auf der Hunnkuppe soll eine Burg und auf der 3 km südöstlich davon gelegenen Kilianskuppe soll eine Wallfahrtskapelle gestanden haben. Zu den Befestigungsanlagen, die die Henneberger zur Sicherung ihres Gebietes anlegten, gehört auch eine Landwehranlage - Hähl genannt, die im 15. Jahrhundert südlich von Immelborn in Richtung Weilar angelegt wurde. Nach den Verwüstungen des Bauernkrieges bestimmten die Salzunger Burgmannen-Familien von Cralach (Craluck) und von Buttlar zu Wildprechtroda im Ort. Immelborn wurde zum Pfarrort für die kleineren Ortsteile.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat aus Immelborn setzt sich aus 12 Ratsmitgliedern zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

[Bearbeiten] Bürgermeister

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Silvia Matern wurde am 26. Juni 2004 gewählt.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaftliche Entwicklung

Die industrielle Entwicklung beginnt 1873 mit der Gründung der Metallwarenfabrik Deubach und Stöber. Weitere metallverarbeitende Betriebe siedelten sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Bahnhofsnähe an. Während der DDR-Zeit wurden im VEB Hartmetallwerk Immelborn, einem Betrieb des Werkzeugkombinates Schmalkalden, hochwertige Schneidwerkzeuge und Sinterhartmetallteile entwickelt und produziert. Am Ortsrand von Ettmarshausen entstand ein Heizwerk. In Immelborn war ein Sägewerk und in Übelroda eine LPG entstanden. Nach 1990 wurde am Ostrand von Bad Salzungen das Gewerbegebiet Ober der Brück angesiedelt, die bestehenden Industrieansiedlungen am Bahnhof Immelborn wurden ausgebaut. Als erstes Unternehmen der Baustoffindustrie entstand 1872 die Ziegelei Ranft. In den 1930er Jahren setzte sich der Werkstoff Beton im Straßen-, Brücken- und Industriebau durch, hierzu wurden um 1960 die ergiebigen Kiesvorkommen durch das spätere Kieswerk Suhl-Immelborn in der Werraaue erschlossen. [8]1971 entstand ein Werk für zementgebundene Dachziegel.[9]

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

  • Hartmetallwerk Immelborn GmbH
  • Kieswerk Wernshausen GmbH
Datenquelle: http://www.bundesfirmenregister.de

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Durch die Ortslage Immelborn und Ettmarshausen verläuft ein Abschnitt der B 62. [2]

[Bearbeiten] Schienenverkehr

Im Jahr 1872 wurde der Betrieb auf der Bahnstrecke Bad Salzungen - Breitungen - Meiningen der heutigen Süd-Thüringen-Bahn aufgenommen. Die Liebensteiner Bahn wurde ab 1885 als Anschlussgleis nach Bad Liebenstein und Steinbach gebaut, diese Nebenbahnlinie war bis 1973 in Betrieb. Das Intercity- und ICE-Netz der Deutschen Bahn besteht in Fulda und Eisenach.

[Bearbeiten] Öffentlicher Personennahverkehr

Nach Immelborn verkehren folgende Buslinien der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH [10]:

Linie Fahrstrecke
L-71 Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Schweina – Ruhla – Eisenach
L-104 Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Witzelroda – Gumpelstadt – Möhra
L-106 Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Schweina – Bad Liebenstein – Steinbach
L-107 Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Steinbach – Brotterode – Tabarz – Trusetal – Bad Liebenstein
L-134 Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Gotha – Erfurt
L-135 Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Gumpelstadt – Etterwinden – Eisenach
L-440 Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Schmalkalden – Suhl

[Bearbeiten] Sonstiges

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 200-300 Frauen und Männer, vorwiegend aus der Ukraine, Zwangsarbeit verrichten: in der Metallwarenfabrik Schmöle & Co. und im Sägewerk Hellmann.[11]

[Bearbeiten] Literatur

  • H. Hölzer Immelborner Historie - Heimatgeschichte aus Immelborn und Umgebung (1302-1945). Bad Salzungen 1996.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Immelborn – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. a b Thüringer Landesvermessungsamt TK350 Übersichtskarte - Thüringen , Erfurt (ab 1991)
  3. a b Thüringer Landesvermessungsamt TK25 - Blatt 5227 Bad Salzungen S, Erfurt 2008, ISBN 978-3-86140-400-2
  4. Klaus Schmidt Natur- und Heimatbuch Barchfeld/Werra 2008 - Barchfeld 2008 S. 6
  5. Ludwig Hertel Hauenhof - Ettmarshausen - Immelborn - Übelroda In: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Herzogtum Sachsen-Meiningen, Heft XXXV Amtsgerichtsbezirk Salzungen S.47,70,74,114 und 126.
  6. Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Immelborn. In: Superintendentur Bad Salzungen - Dermbach Onlineplattform. Abgerufen am 3. März 2009.
  7. Ludwig Hertel Immelborn, die Kirche In: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Herzogtum Sachsen-Meiningen, Heft XXXV Amtsgerichtsbezirk Salzungen S.126f.
  8. W. Ranft Die Kiesgewinnung im Werratal und ihre wirtschaftliche Bedeutung - Manuskript beim Heimatverein Immelborn
  9. Fritz Kühnlenz Erlebnisse an der Werra - Heimatgeschichtliche Wanderungen. Greifenverlag zu Rudolstadt 1973 S. 266
  10. Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH - Fahrplan
  11. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 324f., ISBN 3-88864-343-0
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