Immendingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Immendingen
Immendingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Immendingen hervorgehoben
47.948.7330555555556662Koordinaten: 47° 56′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 662 m ü. NHN
Fläche: 74,03 km²
Einwohner: 5843 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78194
Vorwahlen: 07462, 07733 (Mauenheim)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 025
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossplatz 2
78194 Immendingen
Webpräsenz: www.immendingen.de
Bürgermeister: Markus Hugger
Lage der Gemeinde Immendingen im Landkreis Tuttlingen
Landkreis Konstanz Landkreis Rottweil Landkreis Sigmaringen Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aldingen Balgheim Bärenthal Böttingen Bubsheim Buchheim Deilingen Denkingen Dürbheim Durchhausen Egesheim Emmingen-Liptingen Fridingen an der Donau Frittlingen Geisingen Gosheim Gunningen Hausen ob Verena Immendingen Irndorf Königsheim Kolbingen Mahlstetten Mühlheim an der Donau Neuhausen ob Eck Reichenbach am Heuberg Renquishausen Rietheim-Weilheim Seitingen-Oberflacht Spaichingen Talheim (Landkreis Tuttlingen) Trossingen Tuttlingen Wehingen Wurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild

Immendingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Immendingen liegt an der Oberen Donau. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich Versinkungsstellen der Donauversinkung (im ehemaligen Badischen hat sich der Name „Donauversinkung“, der auch auf den Hinweisschildern steht, durchgesetzt; im Württembergischen wird von der „Donauversickerung“ gesprochen).

Mit dem Höwenegg beginnt in Immendingen die Reihe der Hegauvulkane. Dort wurden unter anderem Säbelzahntiger, Antilopen sowie eines der wenigen gut erhaltenen Urpferde ausgegraben. Im Heimatmuseum in Immendingen findet man Exponate der verschiedenen Ausgrabungen. Den Funden wurde im Naturkundemuseum in Karlsruhe ein eigener Saal, der Höweneggsaal, gewidmet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Talheim, im Osten an die Kreisstadt Tuttlingen, im Südosten an Emmingen-Liptingen, im Süden an Engen im Landkreis Konstanz und im Westen an die Stadt Geisingen sowie die Stadt Bad Dürrheim im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Immendingen mit den früher selbstständigen Gemeinden Hattingen, Hintschingen, Ippingen, Mauenheim und Zimmern gehören 22 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.
Zur ehemaligen Gemeinde Hattingen gehören das Dorf Hattingen, die Höfe Haslerhof, Riedhof, Windegg und die Häuser Bahnstation Hattingen und Witthoh. Zur ehemaligen Gemeinde Hintschingen gehören das Dorf Hintschingen und das Gehöft Eschentalerhof. Zur Gemeinde Immendingen in den Grenzen vor der Gemeindereform in den 1970er Jahren gehören das Dorf Immendingen, der Gemeindeteil Bachzimmern und die Häuser Gundelhof-Höwenegg. Zur ehemaligen Gemeinde Ippingen gehören das Dorf Ippingen und die Häuser Ippinger Mühle und Schmelzlehäusle. Zur ehemaligen Gemeinde Mauenheim gehören das Dorf Mauenheim und die Höfe Büchlehof und Daxmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Zimmern gehören das Dorf Zimmern, die Zinken Amtenhausen und Talhof und das Haus Säge.
Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hattingen liegen die abgegangenen Ortschaften Brunnenhof und Gereut.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet befanden sich die Burg Darrendobel und die Burg Immendingen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurde am 1. Januar 1971 die bis dahin selbstständige Gemeinde Zimmern eingemeindet. Am 1. Dezember 1971 erfolgte die Eingemeindung von Mauenheim. Hattingen, Hintschingen und Ippingen wurden am 1. Dezember 1974 eingemeindet.

Wappen der eingemeindeten Gemeinden

Hattingen
Hattingen
Hintschingen
Hintschingen
Ippingen
Ippingen
Mauenheim
Mauenheim
Zimmern
Zimmern

Politik[Bearbeiten]

Immendingen bildet mit der Nachbarstadt Geisingen den Gemeindeverwaltungsverband „Immendingen-Geisingen“ mit Sitz in Geisingen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,8 % (- 0,6) zu folgendem Ergebnis:[3]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
CDU 67,2 % - 3,3 13 - 1
SPD 32,8 % + 3,3 6 + 1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 18. April 2010 wurde Markus Hugger mit 85,90 Prozent der Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 60,64 Prozent, zum Bürgermeister von Immendingen gewählt. Er löste Helmut Mahler ab, der nach 40 Jahren im Amt am 14. Juni 2010 seinen letzten Arbeitstag hatte.

  • 1970–2010: Helmut Mahler
  • seit 2010: Markus Hugger

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Immendingen zeigt in geteiltem Schild oben in Silber ein wachsender roter Löwe, unten von Blau und Silber dreimal geteilt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Immendingen ist eine Garnisonsgemeinde und einer der drei Standorte der deutsch-französischen Brigade.

Für die örtliche Wirtschaft spielt der Fremdenverkehr eine wichtige Rolle.

Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne und zukünftige Nutzung[Bearbeiten]

Hauptzufahrt der Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne

Seit Dezember 1958 besteht auf dem Talmannsberg die damals neu erbaute Kaserne, die seit dem 27. Mai 1967 zum Gedenken an den ehemaligen Ritterkreuzträger den Namen Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne trägt. Aus den über viele Jahre stationierten und mehrfach umgegliederten Panzergrenadier- und Feldartillerieeinheiten mit überörtlichen Dienststellen wie das VKK 532 und Reservelazarettgruppen, hat sich Immendingen seit Oktober 1996 mit dem Artilleriebataillon 295, der Panzerpionierkompanie 550 und dem 3. französischen Husarenregiment zu einem Standort der deutsch-französischen Brigade entwickelt. Zusätzlich übernimmt das im Zentrum von Immendingen angesiedelte Bundeswehr-Dienstleistungszentrum wichtige Aufgaben der Wehrverwaltung. Der derzeitige Zuständigkeitsbereich des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Immendingen erstreckt sich auf ganz Südbaden und den südlichen Teil Südwürttembergs mit den Standorten Immendingen, Donaueschingen, Müllheim, Efringen-Kirchen, Freiburg, Todtnau-Fahl, Appenweier, Pfullendorf, Ravensburg und Leutkirch- Urlau. Insgesamt sind über 7000 Soldaten und zivile Angehörige der Bundeswehr zu betreuen. Davon leisten in der Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne derzeit beim Artilleriebataillon 295, der Panzerpionierkompanie 550 und dem französischen 3. Husarenregiment insgesamt 1600 Soldaten ihren Dienst. Laut dem aktuellen Stationierungskonzept der Bundeswehr wird die Kaserne im 3. Quartal 2016 geschlossen.[4] Auf dem 450 Hektar großen Gelände ist eine Teststrecke der Daimler AG geplant; die Bauarbeiten sollen im Oktober 2014 beginnen. Die Planungen sehen Investitionen von 200 Millionen Euro, die Schaffung von 300 Arbeitsplätzen und eine Eröffnung der Anlage 2017 vor.[5] Die Vereinbarung wurde bereits im Mai 2013 unterzeichnet.[6]

Bioenergiedorf Mauenheim[Bearbeiten]

Mauenheim, ein Ortsteil von Immendingen mit rund 400 Einwohnern und 148 Gebäuden, ist das erste Bioenergiedorf Baden-Württembergs (am Netz seit dem 1. November 2006) und nach Jühnde in Niedersachsen deutschlandweit das zweite. Die Biogasanlage und Hackschnitzelheizung wird durch eine Photovoltaikanlage ergänzt. Für die Finanzierung und den Betrieb des Projekts wurde eine Gesellschaft gegründet. Nach Berechnungen der Betreiber sollen durch das Projekt etwa 1900 t CO2 pro Jahr eingespart werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Immendingen
Das Ringzug-Bahnbetriebswerk der HZL in Immendingen

Immendingen ist ein für seine Größe äußerst bedeutender Eisenbahnknoten, an dem sich insgesamt drei Bahnlinien treffen. In Immendingen trifft die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Konstanz auf die Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm. Außerdem ist Immendingen Ausgangspunkt der Wutachtalbahn über Blumberg nach Waldshut. Diese Strecke wird seit 2004 als Teil des Ringzug-Konzepts wieder regelmäßig bis nach Blumberg bedient. Neben dem Bahnhof Immendingen verfügt Immendingen außerdem über die Haltepunkte Immendingen Mitte und Immendingen Zimmern. Bis 1934 war Immendingen zudem Endpunkt der Bahnlinie von Stuttgart. Der Betriebsbahnhof Hattingen (Baden), an dem die heutige Gäubahn auf die Schwarzwaldbahn trifft, liegt ebenfalls auf der Gemarkung der Gemeinde Immendingen, so dass sich auf Immendinger Gemeindegebiet ganze vier aktive Eisenbahnlinien befinden: Schwarzwaldbahn, Donautalbahn, Wutachtalbahn, Gäubahn. Immendingen besitzt so für seine Größe eine recht gute Bahnanbindung. Für den Betrieb des Ringzugs hat deren Betreiber, die Hohenzollerische Landesbahn in Immendingen ein Bahnbetriebswerk mit zahlreichen neuen Arbeitsplätzen errichtet, in dem inzwischen auch die Seehäsle-Züge gewartet werden.

Die Auffahrt der Bodenseeautobahn Bundesautobahn 81 befindet sich rund drei Kilometer von der Gemeinde entfernt. Immendingen liegt an der Bundesstraße 311 und hat somit direkten Anschluss nach Ulm oder Freiburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das Obere Schloss aus dem 12. Jahrhundert dient heute als Rathaus.[7]
  • Das Untere Schloss aus dem 13. Jahrhundert diente der ehemaligen „Immendinger Gießerei und Maschinenfabrik GmbH“ als Produktionsstätte.[8]
  • Gedeckte Holzbrücke über die Donau in Zimmern
  • Bachzimmerer Tal (Kohlemeiler)
  • Kloster Amtenhausen

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Donauversinkung: Im trockenen Donau-Flussbett

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schlossfest Immendingen; alle zwei Jahre
  • Weihnachtsmarkt des Bundes der Selbständigen
  • Gewerbeausstellung des Bundes der Selbständigen; alle vier Jahre

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Helmut Mahler, Mit 40 Dienstjahren ist er der älteste Bürgermeister in ganz Baden-Württemberg. Aus diesem Grund wurde er im Juni 2010 durch die Umweltministerin Tanja Gönner mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Bei einem Bürgerfest wurde Mahler die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde verliehen. Er hat sich viele Jahre erfolgreich für den Erhalt der Garnison am Standort Immendingen eingesetzt.[9]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Vögele, Franz Dreyer: Immendingen. Geschichte einer Gemeinde an der Donauversinkung. Thorbecke, Sigmaringen 1989, ISBN 3-7995-4121-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 641–644.
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  4. Bundesministerium der Verteidigung: Schließungszeitpunkte von Liegenschaften der Bundeswehr: Baden-Württemberg. 12. Juni 2012, abgerufen am 13. Juni 2012 (PDF; 14 kB).
  5. Daimler baut neue Teststrecke. faz.net, 18. September 2014, abgerufen am 18. September 2014
  6. Pressemitteilung auf der Seite der Daimler AG, 7. Mai 2013, abgerufen am 18. September 2014
  7. Das obere Schloss auf der Seite der Gemeinde Immendingen
  8. Das untere Schloss auf der Seite der Gemeinde Immendingen
  9. Dienstältester Amtschef Helmut Mahler geehrt. In: Südkurier vom 14. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Immendingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien