Immenstaad am Bodensee

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Immenstaad am Bodensee. Eine ähnlich lautende Stadt heißt Immenstadt im Allgäu.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Immenstaad am Bodensee
Immenstaad am Bodensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Immenstaad am Bodensee hervorgehoben
47.6666666666679.3666666666667403Koordinaten: 47° 40′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Höhe: 403 m ü. NHN
Fläche: 9,26 km²
Einwohner: 6317 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 682 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88090
Vorwahl: 07545
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 024
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dr.-Zimmermann-Str. 1
88090 Immenstaad am Bodensee
Webpräsenz: www.immenstaad.de
Bürgermeister: Jürgen Beisswenger (FWI)
Lage der Gemeinde Immenstaad am Bodensee im Bodenseekreis
Bodensee Österreich Schweiz Bayern Bermatingen Daisendorf Deggenhausertal Eriskirch Frickingen Friedrichshafen Hagnau am Bodensee Heiligenberg (Bodenseekreis) Immenstaad am Bodensee Kressbronn am Bodensee Langenargen Markdorf Meckenbeuren Meersburg Neukirch (Bodenseekreis) Oberteuringen Owingen Salem (Baden) Sipplingen Stetten (Bodenseekreis) Tettnang Überlingen Überlingen Uhldingen-Mühlhofen Landkreis Konstanz Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis SigmaringenKarte
Über dieses Bild

Immenstaad am Bodensee ist eine Gemeinde am Bodenseeufer im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus dem Kernort Immenstaad und den Dörfern Kippenhausen und Frenkenbach.[2] Verwaltungsrechtlich gehört Frenkenbach dabei zum Ortsteil Kippenhausen.[3]

Wappen Ort Einwohner Fläche
Immenstaad Immenstaad (Kernort) 6236 (09.2012)  ?
Kippenhausen Kippenhausen  ?  ?
Frenkenbach Frenkenbach  ?  ?

Klima[Bearbeiten]

Monatsmittelwerte für Immenstaad am Bodensee, 1961 bis 1990
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Niederschlag (mm) 52,1 49,0 52,5 73,8 92,6 109,3 108,7 100,8 78,1 56,6 63,3 54,6 Σ 891,4
T
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m
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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a
g
52,1
49,0
52,5
73,8
92,6
109,3
108,7
100,8
78,1
56,6
63,3
54,6
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD Klimadaten Deutschland[4]

Der Jahresniederschlag liegt bei 891 mm und ist damit vergleichsweise hoch, da er in das obere Viertel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 77 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,2 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die jahreszeitlichen Schwankungen sind groß. An nur 8 % der Messstationen werden höhere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Teichhuhn beim Nestbau

Natur- und Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet Immenstaads sind zurzeit je zwei Naturschutzgebiete („Lipbachmündung“, „Lipbachsenke“), Landschaftsschutzgebiete („Bodenseeufer“, „Lipbachsenke“) und FFH-Gebiete („Bodenseehinterland zwischen Salem und Markdorf“, „Bodenseeufer westlich Friedrichshafen“) ausgewiesen. (Stand: 31. März 2012).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name „Immenstaad“ wird dem alemannischen Gründer Immo zugeschrieben.[5] Die erste bekannte urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1094, als der bayerische Herzog Welf IV. dort liegende Güter dem Kloster Weingarten übertrug. Kippenhausen, als Chippenhusen 1158 ersterwähnt, gehörte 1165 zu den Besitzungen der Welfen. Das Dorf kam dann an die Grafen von Montfort, hierauf zur Reichsgrafschaft Ittendorf und bildete mit Reute und Frenkenbach eine Vogtei. Der Flecken Frenkenbach (Frenkinbach[6]) kam vor 1143 aus welfischen Besitz an das Kloster Weingarten, die Vogtei befand sich von 1281 bis 1693 bei den Schenken von Schmalegg/Ittendorf. Aus dem späten Mittelalter, um 1340, stammt das Wrack, das 1981 im Uferbereich des Kippenhorns entdeckt wurde und das sich als ältester Schiffsfund im Bodensee erwies. Archäologen bargen und konservierten das große Wrack in einer aufwändigen, jahrelangen Aktion, so dass es jetzt im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz besichtigt werden kann (siehe auch → Schiffswracks im Bodensee). Im Dreißigjährigen Krieg war Immenstaad durch den Seekrieg auf dem Bodensee (1632–1648) betroffen.

Die Immenstaader Herrschaftsverhältnisse waren stark zersplittert, bis im späten 18. Jahrhundert das Haus Fürstenberg den gesamten Ort kaufte. Bereits 1716 wurde aufgrund des Testaments des Priesters Stephan Brodmann die erste Schule im Ort gegründet. 1806 wurde der Ort zu einer Grenzstadt von Baden mit dem Grenzbach zwischen Immenstaad und Fischbach als Grenze.

Am 1. Februar 1972 wurde Kippenhausen mit dem Weiler Frenkenbach nach Immenstaad mit Helmsdorf eingemeindet.

In den 1960er und 1970er Jahren gab es eine direkte Verkettung zwischen dem wirtschaftlichen Wachstum der Firma Dornier mit der sprunghaften Verdopplung der Bevölkerung. Die Folge war, dass eine Siedlungsentwicklung mit Hochhäusern im Osten einsetzte, dem sogenannten Dorniergelände, auf dem sich inzwischen EADS und eine ganze Reihe innovativer Unternehmen niedergelassen haben. Der westliche Teil Immenstaads weist noch heute Dorfcharakter auf. Eine Entwicklung, die sich aufgrund der räumlichen Nähe zur schnellwachsenden Industriestadt Friedrichshafen weiter fortsetzt. Die steigende Nachfrage nach Wohnraum ist ein Problem, mit dem sich die Gemeinde seit nun fast 50 Jahren auseinandersetzt.[2]

Religionen[Bearbeiten]

Neben je einer römisch-katholischen Kirchengemeinde in Immenstaad und Kippenhausen gibt es in Immenstaad auch eine evangelische Kirchengemeinde. Seit den 50er Jahren leben auch Anhänger der Bahá'í-Religion im Ort. 1999 wurde dann eine Bahá'í-Gemeinde mit örtlichem Verwaltungsgremium (Geistiger Rat) ins Leben gerufen.

Politik[Bearbeiten]

Immenstaad ist mit Friedrichshafen eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[7]
Wahlbeteiligung: 60,3 % (2004: 62,5 %)
 %
40
30
20
10
0
36,4 %
29,9 %
20,2 %
13,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,0 %p
-1,0 %p
+5,2 %p
-2,3 %p

Nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Freie Wähler Immenstaad (FWI) 36,4 % 6 Sitze –1
CDU 29,9 % 5 Sitze ±0
GRÜNE 20,2 % 3 Sitze +1
SPD 13,5 % 2 Sitze ±0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 27. September 2009 wurde Jürgen Beisswenger mit 97,03 Prozent aller Stimmen bei einer Wahlbeteiligung 74,31 Prozent zum zweiten Mal als Bürgermeister wiedergewählt. Seine dritte Amtsperiode endet 2017.

  • 1969–1993: Heinz Finkbeiner (CDU)[8]
  • seit 1993: Jürgen Beisswenger (FWI)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen ist in Rot mit einem im Wellenschnitt von Blau und Silber geteilten Bord. Es zeigt in Gold die Pilgerzeichen Jodoks: Pilgermuschel, die gekreuzten Pilgerstäbe und die abgelegte Krone.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Hersberg
Romanische Kirche Frenkenbach

Museen[Bearbeiten]

  • Das Heimatmuseum im Haus Montfort ist in einem 1796 errichteten oder erneuerten Haus untergebracht, Bauherren waren nach der Inschrift im Balken über dem Eingang Simeon Schitterle und seine Frau Ursula geb. Rigler. Zum Ende des 20. Jahrhunderts nahm die Gemeinde einen umfangreichen Umbau vor. Das Gebäude ist mit einem Walmdach gedeckt und zeigt prachtvolles Fachwerk mit Zierrat, der Ausleger des Wirtschaftsschildes stammt von der Linde in Schussenried. Der Bau wurde 1936 in die Liste der Baudenkmäler eingetragen.[9] In der Galerie im Obergeschoss werden wechselnde Ausstellungen von Künstlern aus der Region gezeigt. Das Konzept des Heimatmuseums ist anhand von alten Gegenständen, überwiegend des täglichen Gebrauchs, die Lebenskultur vergangener Jahrhunderte und die Arbeit der Menschen in der näheren Umgebung zu zeigen. Handwerkliche und bäuerliche Geräte sind Teil der Ausstellung, die teilweise noch erforscht werden muss. Haushaltsgegenstände und die Einrichtung eines alten Kaufmannsladens runden die Ausstellung ab. Die Exponate zur Ur- und Frühgeschichte sind Leihgaben des Landesdenkmalamtes. Sehenswert sind auch die Trachten der närrischen Traditionsgruppen.[10]
  • Die Galerie Seebär beheimatet eine nahezu komplette Sammlung an Steiff-Tieren und eine große Ausstellung von Barbie-Puppen.[11]

Bauwerke[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Jodokus

Katholische Pfarrkirche St. Jodokus[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Jodokus ist ein ortsbildprägendes Kirchengebäude. Die Gemeinde gehört zur Seelsorgeeinheit Immenstaad im Erzbistum Freiburg[12] Ein gotischer Chor, ein alter Turm und ein Kirchenbau aus neuerer Zeit sind zu einer Einheit zusammengewachsen.[13]

Geschichte der Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Die kleine Gemeinde besaß ursprünglich eine kleine Kapelle, sie war Filialgemeinde der Pfarrei in Bermatingen, die etwa drei Wegstunden entfernt war. Bermatingen gehörte zur Zisterzienserabtei Salem. Die Gläubigen aus Immenstaad wollten wegen des weiten Fußweges einen eigenen Pfarrer, dies wurde von der Abtei Salem vehement abgelehnt. Die Gemeinde wandte sich an Papst Johannes XXIII., dieser residierte in Bologna. Die Immenstaader bauten die Kapelle zu einer Kirche um und legten einen Friedhof an. Nach dem Konstanzer Konzil wurde die Gemeinde zur Pfarrei erhoben.[14]

Baugeschichte[Bearbeiten]

Der Grundstein der ersten Kirche wurde 1474 gelegt, sein Turm hat bis heute überdauert. Die Fertigstellung erfolgte 1487. Der asymmetrisch angelegte Chor lässt noch heute den gotischen Einfluss erkennen.

Das Kirchenschiff war im Laufe der Jahrhunderte etlichen Veränderungen unterworfen, es wurde 1980 abgebrochen. Der Chor blieb als Seitenkapelle erhalten. Die danach neu gebaute Kirche weihte Bischof Karl Gnädinger aus Freiburg am 24. Oktober 1982 ein. Der Pfarrsaal und verschiedene Veranstaltungsräume fanden im Untergeschoss Platz. Das ehemals gotische Netzgewölbe musste einer barocken Decke aus Gips weichen. Der Chorbogen ist ebenfalls noch ein Zeugnis aus gotischer Zeit. Die barocke Ausstattung wurde dem Zeitgeschmack entsprechend gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch eine im neugotischen Stil ersetzt.[15]

Die Pläne für den Neubau erstellte der Architekt Hanns B. Schlichte aus Friedrichshafen. Es gelang ihm, eine harmonische Einheit zu erreichen. Die neue Kirche im Verbund der Bauteile aus verschiedenen Jahrhunderte beinhaltet als Leitgedanken die Vision des Johannes (Apokalypse 21,3): Seht das Zelt Gottes unter den Menschen. Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und er, Gott, wird bei ihnen sein. Dies wird auch durch das Zeltdach symbolisiert.[16] Baubeginn war der 29. September 1980, davor gab es über fünf Jahre lang Querelen und Prozesse zum Thema der Erhaltung des ehemaligen Kirchenschiffes. Der Grundstein wurde am 8. November 1981 gelegt, das Pfarrheim im Untergeschoss des Neubaus wurde Ende 1982 fertiggestellt. Weihbischof Karl Gnädiger aus Freiburg konsekrierte die Gebäude am 24. Oktober 1982. Diese neue Kirche stand wie gehabt, unter dem Patrozinium des Jodokus. Die Verehrung diese Heiligen war besonders im Bistum Konstanz weit verbreitet. Die siebzehn Kirchenfenster aus Buntglas wurden 1982 nach Entwürfen von Hermann Geyer gestaltet. Die Ausführung lag bei der Glaswerkstatt Derix in Rottweil.[17] Sie sind sehr farbenfroh gehalten und zeigen die Schöpfungstage, den Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies, Gestalten aus dem alten Testament, die Geburt Christi die Kreuztragung Jesu und sein Tod. Weitere Themen sind die Grablegung und die Auferstehung und die Szene mit den Emmausjüngern.[18] Der ehemals gotische Chor blieb erhalten und wird heute als Seitenkapelle genutzt. An der Wand vor dem Chor hängt das Ölbild mit der Darstellung der Krönung der Maria. Es ist von beschnitzten und gefassten Rosenkranz-Medaillons umrahmt, die von einem alten Rosenkranzaltar aus der Barockzeit stammen. Die Kirchenfenster stellte 1877 die Glasmalerei Lütz aus Sigmaringen her. Sie stellen die Kirchenlehrer Augustinus, Ambrosius, Hieronymus und Gregorius dar. Das Südfenster, 1952 von Hans Breinlinger geschaffen, zeigt die Geburt Christi.[19] Das Maßwerk der Fenster und der Spitzbogen am Eingang des Chores sind Relikte aus der Zeit der Gotik. Das alte Netzrippengewölbe wurde bei der Barockisierung des Gebäudes durch eine Stuckierte Decke ersetzt.

Ausstattung[Bearbeiten]
  • Der Zeremonienaltar, der Ambo, die Tabernakelstele und die Sedilien goss der Goldschmied Egino Weinert aus Köln nach Entwürfen des Architekten Schlichte in Bronze, Weinert führte auch die Emailarbeiten aus. Auf den Türen der Tabernakelstele ist ein Abendmahlsbild angebracht. Der Ambo ist mit einem Emaillebild, das die Aussendung des Heiligen Geistes zeigt, geschmückt. Der Altar ist das Zentrum des Gebäudes, er wird von den großen Dachflächenfenstern mit Licht betont.[20]
  • Den neugotischen Hochaltar baute Karl Reihing aus Tettnang 1877. Auf ihm steht über dem Tabernakel ein gekrönte Marienfigur aus der Zeit um 1460, auf ihrem linken Arm sitzt das Jesuskind mit einer Kugel in der Hand. Maria trägt in der rechten Hand ein Szepter. Figuren des Dominikus und der Katharina von Siena stehen neben der Madonna, flankiert von Konrad von Konstanz und Jodokus. Im oberen Teil stehen die Figuren des auferstandenen Christus, begleitet von Katharina von Alexandrien und Veronika mit dem Attribut Schweisstuch.
  • An der Decke über dem neugotischen Altar ist ein Ölgemälde von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu sehen, es zeigt das letzte Abendmahl.[21]
  • Auch der Reliquienschrein für Jodokus ist eine Arbeit von Weinert. Er schuf ihn 1982.[22]
  • Das Wandgemälde im Altarraum ist eine Arbeit von Hermann Geyer aus Ulm.
  • Ein Hängekreuz mit einem Kruzifix von 1525[23] hängt von der Decke herab.
  • An der Nordseite befindet sich das Grabmal für die Familie Dankenschweil, ihr gehörte zeitweise das Schloss Helmsdorf. Esaias Grueber der Jüngere fertigte das Grabmal nach 1608 an.
  • Zwei Epitaphe aus Stein schuf Dominikus Hermengild Herberger. Eines war für seine eigene Familie bestimmt, das andere für Anna Maria Rauber, geb. Dafinger. Da Herberger kein eigenes Familienwappen besaß, schmückte er das Epitaph mit der Darstellung der heiligen Familie auf der Flucht nach Ägypten, ergänzt um einen Totenkopf und einen Putto mit traurigem Gesichtsausdruck.[24]
  • Die Chorstühle stammen vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, 1713 wurden das Wappen der Kommende Mainau und das Zeichen des Jodokus eingefügt.
  • Die Orgel passt sich in Form- und Farbgebung an den Innenraum an, der Orgelbaumeister Mönch baute das Instrument 1933 ein.[25]
  • Den Reliquienschrein an der Seitenwand zum Hauptausgang schuf Egino Weinhart 1982. In dem Reliquiar befindet sich eine Reliquie des Jodokus. Der Schrein ist mit Emaillebildern, die das Leben des Heiligen zeigen, geschmückt. An der hohen Giebelwand wurde zur Erinnerung an Jodokus eine Bronzefigur angebracht.[26]
  • Im neugotischen Hochaltar von 1877 steht eine gekrönte Madonna mit dem Jesuskind aus der Zeit um 1470. Dies ist eine der bedeutendsten gotischen Plastiken in der gesamten Bodenseeregion.
  • An der Wand zur Sakristei hängt ein Ölgemälde aus der Barockzeit, es zeigt die Marienkrönung. Es ist umgeben von Rosenkranzmedaillons, die von einem alten Barockaltar stammen. Die Medaillons mit der Geburt und der Himmelfahrt sind verloren gegangen.[27]
  • Die Holzfiguren der Heiligen Katharina von Siena und Dominikus aus der Zeit um 1665, sowue des Bischofs Konrad von Konstanz und des Jodokus von 1877 flankieren die gekrönte Madonna.
  • Die Apostel- und Christusstatuen sind zum Teil Arbeiten des Daniel Schenk, der von 1633 bis 1691 lebte.
  • Zwei Epitaphe aus Sandstein sind Arbeiten von Dominikus Hermengild Herberger, er starb 1760 in Immenstaad. Er schuf auch um 1733 die Holzfigur Christus im Kerker, die in einer Nische an der Chorwand steht.[28]
Turmuhr[Bearbeiten]

Die Johann Mannhard´sche Königlich Bayrische Hof-Turmuhren-Fabrik in München fertigte 1893 die Turmuhr an und baute sie ein. Die maschinell gefertigten Uhren galten als Meilensteine in der Entwicklung des Turmuhrenbaus. Die Uhr arbeitete bis 1982 zuverlässig, danach ging sie gemäß einem Ablösevertrag in den Besitz der Pfarrgemeinde über, die bis dahin finanziell für den Unterhalt der Uhr aufkam. Die Uhr wurde 2002 demontiert und zwischengelagert. Der Heimatverein übernahm ab 2005 die Bewahrung und Pflege.[29]

Glocken[Bearbeiten]

Eine mittelalterliche Glocke mit dem Ton g störte das Zusammenspiel des Geläutes, die anderen Glocken aus mittelalterlicher Zeit klangen homogen.

Die Glocken der Gießerei Wolfart aus Lauingen erklangen sehr günstig mit dem c -Moll-Akkord der anderen alten Glocken aus dieser Gießerei.

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

  • Michaeliskapelle: In unmittelbarer Nachbarschaft der Pfarrkirche steht die Michaeliskapelle. Sie wurde 1713 errichtet und enthält einen sehenswerten Altar und eine Deckenbemalung im Stil des 18. Jahrhunderts.[30]
  • Haus Michael, 1461, ältestes profanes Gebäude, 1999 - 2001 aufwändig saniert, 2003 mit dem Landesdenkmalpreis ausgezeichnet
  • Schwörerhaus, 1578
  • Haus „Alte Vogtei“, 1723 erbaut, wurde 1981 umgebaut, wobei Gemäuer und Fachwerk wieder in den Urzustand versetzt wurden.
  • Altes Rathaus, 1716 für die Deutschorden-Kommende Mainau erbaut[31]
  • Das Schloss Kirchberg war ehemals ein Gutshof des Klosters Salem. Es wurde umgebaut und modernisiert und derzeit als Campingplatz Jachthafen und Weingut genutzt.[32]
  • Das Schloss Hersberg wurde zwischen 1550 und 1696 als mächtiger Staffelgiebelbau errichtet, der Rudolf von Hersberg übernahm die Anlage 1618. Heute beinhaltet es das Bildungszentrum der Pallottiner und eine Pflegeeinrichtung.[33]
  • Das Schloss Helmsdorf gehörte den Herren von Helmsdorf, einer ortsadligen Familie. Bekannt war der geistliche Dichter Konrad von Helmsdorf, er schrieb um 1330 den Heilsspiegel. Derzeit werden auf dem Gelände ein Jachthafen und ein Campingplatz betrieben.[34]
  • Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt im Ortsteil Kippenhausen geht auf das 15. Jahrhundert zurück (Turm, Umfassungsmauern des Chors). Sie steht auf einer Anhöhe mitten im Dorf. Der Ort wurde 1275 urkundlich als selbstständige Pfarrei erwähnt. Das Kirchenschiff und der Chor wurden 1710 im Auftrag des Abtes Sebastian Hyler aus Weingarten neu im Stile des Barock errichtet. Die Inneneinrichtung ist prunkvoll. Zur Kirche gehört das gegenüber stehende historische Pfarrheim, es wurde um 1800 als schwarz-weißes Fachwerkhaus errichtet.[35] Das Kloster Ochsenhausen ließ den Chor im 18. Jahrhundert umfangreich renovieren. Die großen Stuckreliefs unter der der Decke zeigen die vier Evangelisten. Es ist nicht überliefert, wer das Monogramm mit der Maria geschaffen hat. Das Altarbild des Hochaltares aus der Zeit um 1500 ist dem Johann Georg Bergmüller zugeschrieben, er war Direktor der Akademie. Das Bild zeigt Jesus, wie er die Lehren des Benedikt und des Hieronymus vermittelt. Er wird von Josef und Maria begleitet. Oberhalb der Mensa steht in einer Nische in einer Zinnvase ein Blumenstrauß mit bemalten Blumen aus Blech.[36]
  • Im Ortsteil Frenkenbach steht die romanische Kirche St. Oswald und St. Otmar. Die aus Feldsteinen errichtete Kirche wird im Volksmund „Frenkenbacher Münster“ genannt. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut.[37] An den Längswänden sind oben noch die mittlerweile zugemauerten ursprünglichen Fenster zu erkennen. In der Kirche finden sich zwei Skulpturen, links ein Schmerzensmann (um 1400), rechts eine Anna selbdritt (18. Jahrhundert). Die ursprünglichen Fresken sind nicht mehr vorhanden. Der Kirchenraum wirkt dadurch sehr schlicht, aber dennoch beeindruckend.
  • Markgräflicher Badepavillon im „Kichberger Wäldle“[2]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Maifest Kippenhausen auf dem Kippenhauser Dorfplatz (am 1. Mai jeden Jahres)
  • Gartenfest des Musikvereins an sechs Terminen in den letzten zwei Juliwochen, auf der Festwiese unterhalb des Schulgeländes
  • Dorffest Kippenhausen auf dem Kippenhauser Dorfplatz (immer am vorletzten Augustwochenende)
  • Weinfest auf dem Rathausplatz (immer am letzten Augustwochenende)
  • Jedes Jahr zur Fasnet wird in Immenstaad und Kippenhausen je ein Narrenbaum gestellt, was mit einem Umzug durch das Dorf verbunden ist.
  • Die Prinzenhochzeit, ein Immenstaader Brauch, der immer am Schmotzigen Dunnschtig (Weiberfastnacht) auf dem Rathausplatz zelebriert wird. Immenstaad ist eine der wenigen Gemeinden, die sich trotz Zugehörigkeit zur alemannischen Fasnacht (ANR) ein Prinzenpaar gönnen.
  • Der „Funken“, eine traditionelle Veranstaltung am Sonntag nach Aschermittwoch an der eine Hexenpuppe verbrannt wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Schloss Kirchberg bei Immenstaad

Immenstaad war bis in das 20. Jahrhundert hinein nahezu vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, wobei der Anbau von Wein die wirtschaftliche Grundlage bildete. Die Reben von 14 Familien mit 34 Hektar in Immenstaad werden genossenschaftlich (Hagnau) ausgebaut und vermarktet.[38] Weitere Rebflächen werden markgräflich (Salem) bewirtschaftet. Eine besondere Einzellage ist der Kirchberger Schlossberg mit rund 18 ha Rebfläche. 1925 wurde hier durch Verwalter und Weinbaumeister Röhrenbach gegen den Willen des Markgrafens von Baden erstmals die damals neue Rebzüchtung Müller-Thurgau angepflanzt, der inzwischen zum Inbegriff des Bodenseeweißweins avancierte.[2] Heute werden hier Spätburgunder, Müller-Thurgau und Weißburgunder auf den Schotterböden, die von Gletschern aus der Eiszeit übrig blieben, angebaut.[39]

Auch heute noch spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Neben dem Anbau von Wein hat in jüngerer Zeit der Obstanbau an Bedeutung gewonnen.

Industrie[Bearbeiten]

Eine besondere Rolle spielte nach dem Zweiten Weltkrieg die Ansiedlung der Dornier-Werke. Heute sind Firmen wie Astrium und Cassidian, Nortel Networks, CSC hauptsächlich am östlichen Rand von Immenstaad angesiedelt.

Tourismus[Bearbeiten]

Nach der Eröffnung des Immenstaader Landestegs als Dampfbootanlegestelle 1875 war Immenstaad mit dem Schiff bequemer zu erreichen, aber der Fremdenverkehr kam nur ganz langsam in Gang. 1926 wurden bereits nahezu 3000 Kurgäste gezählt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 2009 wurden 316.000 Übernachtungen registriert. [2]

Sportmöglichkeiten[Bearbeiten]

Immenstaad ist der Liegeplatz einer nachgebauten Lädine, die für Rundfahrten zur Verfügung steht. In Immenstaad befindet sich ein Strand- und Hallenbad, das Aquastaad, sowie der „Abenteuer-Park“ mit großem Hochseilgarten. Dieser gliedert sich in Parcours mit 11 Schwierigkeitsgraden in bis zu 10 Meter Höhe zwischen Bäumen.[40]

Der Immenstaader Apfelspazierweg informiert an 21 Stationen über alles rund um den Apfelanbau. Der etwa sechs Kilometer lange Wanderweg führt durch die Immenstaader Ortsteile und Obstbaugebiete mit immer wieder phantastischen Ausblicken auf See und Berge.[41]

Daneben hat Immenstaad Yachthäfen, Campingplätze und eine Skateanlage.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Immenstaad liegt etwa neun Kilometer westlich der Kreisstadt Friedrichshafen an der Bundesstraße 31. Mit den Linien der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) ist die Gemeinde auch vom See her zu erreichen. Der ÖPNV wird vom Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) gewährleistet. Als direkt am See liegende Gemeinde ist Immenstaad auch Station des Bodensee-Radwegs und des Bodensee-Rundwegs.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Immenstaad besteht mit der Stephan-Brodmann-Schule eine Grundschule. Bis zum Ende des Schuljahres 2006/2007 war eine Hauptschule mit Werkrealschule angeschlossen, die aber wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen wurde. Weiter betreibt die Gemeinde fünf Kindergärten, von denen einer im Ortsteil Kippenhausen liegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Heinz Finkbeiner (1934–2009), Altbürgermeister, Ehrenbürger und Träger des Ehrenrings der Gemeinde Immenstaad[8]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Stephan Brodmann (1640–1715), katholischer Priester und Stifter der ersten Schule im Ort

mit Immenstaad verbunden[Bearbeiten]

  • Joseph von Laßberg (1770-1855), Forstmann, Germanist und Schriftsteller, von 1798 bis 1802 Eigentümer von Schloss Helmsdorf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Hallmann, Wolfgang Trogus: Festschrift 850 Jahre Kippenhausen, 1158–2008. Hrsg. von der Gemeinde Immenstaad am Bodensee. Immenstaad am Bodensee 2008
  • Christoph Schmider: St. Jodokus Immenstaad. Bemerkungen zur 600jährigen Geschichte einer Pfarrgemeinde am Bodensee, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 129. Jg. 2011, S. 133–142 (Digitalisat)
  • Wilhelm Weißbecher St. Jodokus Immenstaad am Bodensee. Hrsg. vom Katholischen Pfarramt St. Jodokus, Immenstaad. Hannes Oeffele Verlag, Ottobeuren 1982

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e Andrea Fritz: Immenstaad. „Immenstaad ist eine Zwittergeschichte“. In: Die Region stellt sich vor. Wir sind hier. Sonderbeilage des Südkurier vom 19. November 2010, S. 22.
  3.  AUSFERTIGUNG DER HAUPTSATZUNG der Gemeinde Immenstaad am Bodensee. § 6 Benennung der Ortsteile. (Online als PDF, 39 KiB).
  4. [1] Deutscher Wetterdienst
  5. a b Rolf Zimmermann: Am Bodensee. Verlag Friedrich Stadler, Konstanz 2004. ISBN 3-7977-0507-7, S. 55
  6. Andere Schreibweisen sind: Frenckenbach, Frenckhenbach, Frengkenbach, Frünkenbach, Frankenbach
  7. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=GE435024
  8. a b Susann Ganzert: Trauer um Finkbeiner. In: Südkurier vom 6. Februar 2009, suedkurier.de. Abgerufen am 27. April 2011.
  9. Heimatmuseum
  10. Exponate
  11. Galerie Seebär. In: Bodensee Ferienzeitung. Ausgabe 2/2009. Südkurier GmbH Medienhaus, Konstanz 2009, S. 11.
  12. Zugehörigkeit der Pfarrgemeinde
  13. Drei Bauphasen
  14. Gemeindegeschichte
  15. Wilhelm Weißbecher: St. Jodokus Immenstaad am Bodensee HrsG Katholisches Pfarramt St. Jodokus, Hannes Oeffele Verlag Ottobeuren 1982, Seiten 2 bis 4.
  16. Geschichte des Neubaus
  17. Wilhelm Weißbecher: St. Jodokus Immenstaad am Bodensee HrsG Katholisches Pfarramt St. Jodokus, Hannes Oeffele Verlag Ottobeuren 1982, Seite 12.
  18. Buntglasfenster
  19. Wilhelm Weißbecher: St. Jodokus Immenstaad am Bodensee HrsG Katholisches Pfarramt St. Jodokus, Hannes Oeffele Verlag Ottobeuren 1982, Seiten 10 und 11.
  20. Der Altar und die Ausstattung
  21. Wilhelm Weißbecher St. Jodokus Immenstaad am Bodensee HrsG Katholisches Pfarramt St. Jodokus Hannes Oeffele Verlag Ottobeuren 1982 Seiten 10 und 11
  22. Wilhelm Weißbecher St. Jodokus Immenstaad am Bodensee HrsG Katholisches Pfarramt St. Jodokus Hannes Oeffele Verlag Ottobeuren 1982 Seite 5
  23. Alter des Kreuzes
  24. Wilhelm Weißbecher St. Jodokus Immenstaad am Bodensee HrsG Katholisches Pfarramt St. Jodokus Hannes Oeffele Verlag Ottobeuren 1982 Seite 11
  25. Orgel von Mönch
  26. Reliquiar des Jodokus
  27. Wilhelm Weißbecher St. Jodokus Immenstaad am Bodensee HrsG Katholisches Pfarramt St. Jodokus Hannes Oeffele Verlag Ottobeuren 1982 Seiten 11 und 12
  28. Epitaphe und Chrisutsfigur von Herberger
  29. Kirchturmuhr
  30. Michaeliskapelle
  31. Bodensee – DuMont Kunstreiseführer, Eva Moser, 1998, ISBN 3-7701-3991-7
  32. Schloss Kirchberg
  33. Schloss Hersberg
  34. Schloss Helmsdorf
  35. Ersterwähnung als Pfarrei und Pfarrheim
  36. Mariä Himmelfahrt
  37. Orte der Einkehr und der Gebetes, Herausgeber Kreisarchiv Bodenseekreis, 2007
  38. Zusatzangabe „Immenstaader Weine“ in Weinpreisliste Hagnauer 03/2009, S. 4
  39. Infotafel am Hofgut des Markgrafen von Baden in Birnau
  40. AbenteuerPark Immenstaad. In: Bodensee Ferienzeitung. Ausgabe 2/2009. Südkurier GmbH Medienhaus, Konstanz 2009, S. 18.
  41. Urlaubsideen rund um den Apfel. Lehrpfad, Museen und Feste. In: Bodensee Ferienzeitung. Ausgabe 2/2009. Südkurier GmbH Medienhaus, Konstanz 2009, S. 6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Immenstaad am Bodensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien