Immergrünes Felsenblümchen

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Immergrünes Felsenblümchen
Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides)

Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Arabideae
Gattung: Felsenblümchen (Draba)
Art: Immergrünes Felsenblümchen
Wissenschaftlicher Name
Draba aizoides
L.

Das Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides) ist eine Art aus der Gattung der Felsenblümchen (Draba) in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Blätter des Immergrünen Felsenblümchens, Grazer Bergland

Das Immergrüne Felsenblümchen ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 5 bis 10 cm erreicht. Die bis zu 2 cm langen Blätter bilden dichte Rosetten. Es sind keine Stängelblätter vorhanden. Die traubigen Blütenstände sind drei- bis 20-blütig. Die zwittrigen, vierzähligen Blüten sind gestielt. Die Kronblätter sind anfangs gelb und werden oft später weißlich. Die Fruchtstiele werden etwa 5 bis 15 mm lang. Die Früchte sind Schötchen und sind 6 bis 13 mm lang, oben zugespitzt, meist kahl und selten am Rand spärlich behaart.

Die Blütezeit liegt in Mitteleuropa zwischen Februar und August.

Die Art ist diploid mit der Chromosomenzahl 2n = 16.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die kalkliebende Pflanze bevorzugt Felsspalten und Steinschutt bis in die alpine Höhenstufe. Bei den Vorkommen in der kollinen bis montanen Höhenstufe handelt es sich um Eiszeitrelikte.

Das Verbreitungsgebiet der Art ist auf die Bergländer Süd- und Mitteleuropas beschränkt, von den Pyrenäen, dem Appennin und den Alpen bis zu den Karpaten mit Vorposten in Belgien und in Wales.[1]

Ökologie[Bearbeiten]

Das Immergrüne Felsenblümchen gehört zum Grundstock der nivalen Flora und ist durch immergrüne, ledrige Blätter an extreme Standorte ausgezeichnet angepasst. Die im Herbst vorgebildeten Blüten können auch ohne Schneeschutz überwintern. Bei schlechtem Wetter ist auch Selbstbestäubung möglich. Früchte reifen erst im Winter nach. Die Pflanze zählt daher zu den sogenannten Winterstehern.

Unterarten[Bearbeiten]

Man unterscheidet zwei Unterarten; beide mit der Chromosomenzahl 2n = 16:

  • Gewöhnliches Immergrünes Felsenblümchen (Draba aizoides subsp. aizoides): Sie hat kleinere, nur 4-6 mm lange Kronblätter; ihre Rosettenblätter sind meist zusammenneigend und sie blüht zwischen April und Juli.
  • Voralpisches Immergrüns Felsenblümchen (Draba aizoides subsp. beckeri (A.Kern.) Hörandl & Guterm.; Syn.: Draba beckeri A.Kern.): Sie hat größere Kronblätter, die 6-8 mm lang sind; die Rosettenblätter sind meist spreizend und die Blütezeit ist Februar bis April. Sie kommt als Seltenheit nur in Niederösterreich, in der Steiermark und in den Kleinen Karpaten der Slowakei vor.

Literatur[Bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen. Erkennen & bestimmen. Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Bestimmungsbuch für alle in der Republik Österreich, in der Autonomen Provinz Bozen / Südtirol (Italien) und im Fürstentum Liechtenstein wildwachsenden sowie die wichtigsten kultivierten Gefäßpflanzen (Farnpflanzen und Samenpflanzen) mit Angaben über ihre Ökologie und Verbreitung. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. OÖ Landesmuseum, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 10 Cruciferae (Sisymbrium to Aubrieta). Seite 80-81. Helsinki 1994. ISBN 951-9108-09-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 10 Cruciferae (Sisymbrium to Aubrieta). Seite 80-81, Helsinki 1994. ISBN 951-9108-09-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Immergrünes Felsenblümchen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien