Immobilienblase

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Eine Immobilienblase ist eine Form einer Spekulationsblase. Hierbei kommt es auf einem regional und nutzungsspezifisch abgegrenzten Teilsegment des Immobilienmarktes zu einer deutlichen Überbewertung von Immobilien, die sich durch einen dramatischen Preisverfall innerhalb kurzer Zeit normalisiert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliche Immobilienblasen [Bearbeiten]

Ursachen für Immobilienblasen [Bearbeiten]

Kreditinduzierte Immobilienblasen [Bearbeiten]

Kreditinduzierte Immobilienblasen resultieren aus einer deutlichen Ausweitung oder Verbilligung[6] des Angebots an Immobilienfinanzierungen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Der Effekt ist häufig auf fehlende Markttransparenz oder fehlende Regulierung zurückzuführen.

Durch eine deutliche Ausweitung des Kreditangebots durch die systematische Ausweitung der Kreditgewährung auch an Darlehensnehmer mit geringer Bonität („Subprime-Kredite“) entsteht eine erhebliche zusätzliche Immobiliennachfrage, die auf ein, aufgrund der Begrenzung der Ressource Boden, beschränktes Angebot trifft. Das geschah z.B. in den USA bis 2007. Dies führt in der Folge der steigenden Nachfrage zu steigenden Immobilienpreisen. Der gleiche Mechanismus wirkt bei einer deutlichen Verbilligung der Kreditkosten z. B. durch ein Sinken des Zinsniveaus. Jeder Kreditnehmer kann sich in der Folge „mehr“ Immobilie bei gleichbleibender laufender Belastung leisten. Auch hier führt die erhöhte Nachfrage zu steigenden Immobilienpreisen. Unterbleibt, wie in den USA geschehen, bei einem Zusammentreffen derartiger Faktoren eine Intervention durch die zuständigen Aufsichtsgremien, z. B. weil die positiven konjunkturellen Folgen der starken Immobilienpreissteigerung gewollt sind,[7] und fehlt auch die Gegenreaktion des Marktes auf die steigende Kreditnachfrage (durch steigende Kreditkosten bzw. Zinsen), so entwickelt sich eine Immobilienblase. Es kommt zu einer sich selbst tragenden Entwicklung, da immer mehr Nachfrage immer höhere Preise rechtfertigt.

Fiskalinduzierte Immobilienblasen [Bearbeiten]

Durch staatliche Eingriffe in den Immobilienmarkt, z. B. durch spezielle steuerliche Anreize, kann es ebenfalls zu erheblichen Fehlentwicklungen am Immobilienmarkt kommen. Träge staatliche Steuerungspolitik und träge Marktentwicklung (der Bau einer Immobilie ist regelmäßig ein Vorhaben mit erheblicher Laufzeit) führen zu einer zu spät erkennbaren Fehlentwicklung.

So wurden in Deutschland nach der Wiedervereinigung erhebliche Investitionen in den neuen Bundesländern, unter anderem in Büroimmobilien, induziert. Grund dafür waren steuerliche Anreize für Investoren auf dem Immobilienmarkt. Diese lösten einen Bauboom aus, der – nach mehrjähriger Dauer bis zur Fertigstellung der Gebäude – auf eine deutlich zu geringe Nachfrage traf, in dessen Folge der Preis dieser Immobilien empfindlich abstürzte.

Im Zusammenhang mit der Einführung des Euros im Jahre 2002 versuchten in Spanien zahlreiche Personen und Firmen, Schwarzgeld in Peseten durch Immobilienkäufe zu „waschen“. Dies löste einen Preisanstieg aus. Zudem sanken die Kreditzinsen (Nominalzinsen und Realzinsen) deutlich. Der Markt entwickelte eine Eigendynamik, die erst im Sommer 2007 stoppte.[8][9]

Ausblick [Bearbeiten]

Zahlreiche Beobachter befürchten in China eine Immobilienblase.[10]

In China werden jährlich mehrere (etwa 10 ?) Städte „auf der grünen Wiese“ (Planstadt = Retortenstadt) gebaut. Zheng Zhou New District ist bis heute eine Geisterstadt; ebenso Kangbashi. Auch in Anting gibt es hohe Leerstandsquoten.

Quelle [Bearbeiten]

  1. The Monetary Policy of Fourteenth Century Florence von Carlo Maria Cipolla
  2. http://www.safehaven.com/article-5813.htm
  3. [1]
  4. http://www.welt.de/finanzen/article4090334/Ferienimmobilien-sind-drastisch-im-Preis-gefallen.html
  5. http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_housing_bubble
  6. http://www.quadlet.com/RE/REReport.html
  7. Benedikt Fehr: Der Weg in die Krise. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt am Main, 18. März 2008 (abgerufen am 30. April 2009)
  8. http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.82227.de/08-17-1.pdf
  9. http://emagazine.credit-suisse.com/app/article/index.cfm?fuseaction=OpenArticle&aoid=276397&coid=7805&lang=DE
  10. capital.de Juni 2011

Literatur [Bearbeiten]