Imperfekt

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Imperfekt als sprachliche Zeitstufe; für einen Teil der Verbalkategorie Aspekt siehe Imperfektiver Aspekt.

Der Ausdruck Imperfekt bezeichnet die sprachliche Zeitstufe (Tempus) der Vergangenheit, die − der Wortbedeutung nach − eine unvollendete Handlung darstellt. Sprachen mit (echtem) Imperfekt sind in diesem Sinne u. a. das Altgriechische, das Lateinische und die meisten romanischen Sprachen (etwa Französisch, Italienisch, Spanisch) und in gewissem Sinne auch das Englische (past progressive).

Beeinflusst von der lateinischen Schulgrammatik wird der Ausdruck in der deutschen Grammatik auch als Synonym für Präteritum verwendet. Dies ist im wissenschaftlichen Gebrauch unüblich, jedenfalls im Wortsinn irrtümlich, da das deutsche Präteritum in der Hochsprache auch als Haupt-Erzählzeit (mit im Grunde Aorist-Funktion) dient bzw. sogar vor allem für diese Funktion bekannt ist. Wo allerdings im Oberdeutschen überhaupt noch ein Präteritum ausgebildet wird − etwa zu den Verben sein, wollen usw. − wird es in der Tat meist in Imperfektfunktion eingesetzt, während für abgeschlossene Handlungen auch hier das Perfekt bevorzugt wird.