Impulswahlverfahren

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Impulswahlverfahren (IWV) ist die Bezeichnung für das älteste Signalisierungsverfahren der automatischen Telefonvermittlung.

Früher war es das einzige Wählverfahren und brauchte daher keinen Eigennamen. Heute ist es für analoge Telefonanschlüsse weitgehend vom Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV), auch DTMF (Dual-tone multi-frequency) genannt, abgelöst.

Telefon mit Wählscheibe für das Impulswahlverfahren

Mit der Erfindung der Wählscheibe (Nummernschalter) und der zugehörigen Vermittlungstechnik wurde die Funktionsweise und das Protokoll des Wählverfahrens festgelegt.

Durch das Abheben des Telefonhörers beim analogen Endgerät wird eine Stromschleife zur Vermittlungsstelle geschlossen und von der Vermittlungsstelle der Wählton zum Teilnehmer gesendet. Das Betätigen des Nummernschalters unterbricht diese Schleife entsprechend der gewählten Ziffer: Bei Wahl der Ziffer 1 einmal, bei Ziffer 2 zweimal, ... bei Ziffer 0 zehnmal. Ein einzelner Impuls dauert 100 ms. Das gebräuchlichste Impuls-Pause-Verhältnis ist 60/40, was bedeutet, dass der Kontakt bei einer Impulsdauer von 100 ms, 60 ms geöffnet und 40 ms geschlossen ist. Nach Ablauf der Impulsfolge bleibt der Kontakt geschlossen.

Die gewählten Ziffern werden auf diese Weise in Stromimpulse umgesetzt, die in der Vermittlungsstelle die Schrittmagnete der Drehwähler ansteuerten. Im Telefonhörer ist das bei manchen Telefonen ohne Kurzschlussschaltung über dem Audioteil während der Wahl als eine Folge von Knackgeräuschen zu hören.

Sobald eine etwas längere Pause folgt, wartet die Telefonvermittlung auf die nächste Ziffer. Rasches Betätigen des Gabelumschalters erzeugt Impulse, die – bei richtigem Timing – von der Vermittlungsstelle als Wählimpulse interpretiert werden. Einige Telefone (z. B. der Tln Mü 55b) haben daher eine zusätzliche Verzögerungseinrichtung (mechanisch oder elektrisch) im Gabelumschalter, um eine „Gabelwahl“ zu verhindern.

Die Pause zwischen den gewählten Ziffern beträgt mindestens die Zeit zweier Impulse, also 200 ms. Diese Pause wird Inter-digit pause (engl.), selten auch Spatium genannt.

Ältere Telefone mit Tastenwahlblock und Tonruf (Mehrfrequenzwahlverfahren) lassen sich in der Regel auch auf das Impulswahlverfahren umstellen. Die Wählpulse werden nicht mechanisch, sondern elektronisch erzeugt.

Da die Signalisierung über den normalen Sprachkanal vorgenommen wird (und deshalb auch im Telefonhörer wahrgenommen werden kann), spricht man von einer In-Band-Signalisierung. Bei ISDN und anderen digitalen Telefonnetzen wird dagegen für die Signalisierung ein eigener Kanal (bei ISDN der D-Kanal) verwendet. Dieses Verfahren wird als Out-of-Band-Signalisierung bezeichnet.

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