Imre Esterházy de Galántha

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Wappen der Fürsten Esterházy
Signatur

Imre (Emmerich) II. Esterházy de Galántha (* 8. November 1663; † 6. Dezember 1745 in Bratislava/Pressburg) war von 1725 bis 1745 Metropolit, Erzbischof von Esztergom und Primas von Ungarn.

Leben[Bearbeiten]

Imre (Emmerich) Esterházy entstammte dem ungarischen Uradel aus dem Geschlecht der „Salamon“, deren urkundliche Gründung in einer Urkunde des Erzbischöflichen Archiv von Esztergom [1] erscheint. Zunächst studierte der junge Imre in Rom und trat dort bereits als ein begabter Prediger, der in der päpstlichen Kapelle predigen durfte, auf, später trat er dem Orden der Paulaner (OM) bei, deren Ordensgeneral er später werden sollte.

In seiner Heimat hielt er theologische und philosophische Vorträge und erhielt eine erzbischöfliche Förderung, die auf den monarchischen Verbindungen seiner Familie mit Wien beruhten. Seine bischöfliche Laufbahn begann mit der Bischofswürde im Bistum Vác, von dort aus wechselte er 1709 nach Zagreb. In Zagreb verteidigte er die von Kaiser Karl VI. festgelegte Pragmatische Sanktion, die zur Erhebung seiner Tochter Maria Theresia als Erbfolgerin für den kaiserlichen Thron von großer Bedeutung war. Diese Nachfolgeregelung wurde am 11. März 1712 vom kroatischen Parlament (Sabor) beschlossen und somit wurde das Erbrecht der weiblichen Linie der Habsburger innerhalb des kroatischen Staatsgebietes anerkennt.[2]

Maria Theresia mit den Insignien der Apostolischen Königin von Ungarn

1715 hatte Imre Esterházy das Grafendiplom erhalten und bekleidete ab 1723 das Amt des Bischofs von Veszprém, dieser Bischofsstuhl galt als das „Sprungbrett“ zu höheren Weihen. Ihm wurde gleichfalls der Ehrentitel eines Geheimrates verliehen und der amtierende Primas von Ungarn Christian August von Sachsen-Zeitz ernannte ihn zum „Coadjutor cum jure successionis“. Somit wurde er 1725 zu dessen Nachfolger berufen und erhielt neben den erzbischöflichen Würden und der Erhebung zum Primas von Ungarn auch noch die Fürstenwürde des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Mit diesen höchsten kirchlichen und fürstlichen Weihen ausgezeichnet, durfte er am 25. Juni 1741 in der St. Martinskirche zu Pressburg Maria Theresia von Habsburg zur Apostolischen Königin von Ungarn krönen.[3] Er starb am 6. Dezember 1745 und wurde in Bratislava (Pressburg) in der St. Martinskirche unter der Nepomukkapelle beigesetzt, die er nach den Plänen seines berühmten Hofbildhauers Georg Raphael Donner an die Kirche hatte anbauen lassen. Ein weißes Marmorrelief Donners schmückt seinen Grabstein.[4]

Barockkirche in Esztergom

Kunstmäzen[Bearbeiten]

Der Primas von Ungarn gab über 2 Millionen Gulden für kirchliche und kulturelle Zwecke aus und war zweifellos der bedeutendste Kirchenfürst der Familie Esterházy. So wurde zum Beispiel die barocke Kirche in Esztergom mit seiner finanziellen Hilfe erbaut.[5] Georg Raphael Donner ein österreichischer Bildhauer wurde 1729 von ihm nach Pressburg berufen, dort errichtete er ihm ein eigenes Gusshaus. In den folgenden Jahren goss Donner hier einige bedeutende Denkmäler in Pressburg, Budapest und Wien.[6] Der Einfluss des Erzbischofs auf viele hier wirkende Künstler war ungeheuer stark, und heute noch zeugen die Skulptur der heiligen Martin und die Kapelle Johannes des Almosengebers im Dom sowie einige Statuetten von seiner großen Kunst. 1735 holte er Donato Felice d’Allio nach Pressburg, um die sich senkenden Mauern der Kapuzinergruft zu untersuchen, bis 1737 erfolgte der Umbau der Kirche. D’Allio war für diverse Adelige als Baumeister und Architekt beschäftigt, außerhalb von Wien war dieser Baumeister als Fortifikations-Ingenieur in Slavonski Brod (1726/7) und in Belgrad (1728) tätig.[7]

Kirchen und Gemeinden[Bearbeiten]

Im Jahre 1683 wurde auch der erzbischöfliche Sitz Gran (Esztergom) endgültig von der osmanischen Herrschaft befreit, aber das Domkapitel blieb bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts weiterhin in Tyrnau, und die Primaten wohnten zunächst in ihrem Pressburger Palais. Mehrere von ihnen trugen maßgeblich zu der Entwicklung von Pressburg bei, zu diesen gehörte auch Emmerich Esterházy, er ließ mehrere Kirchen aufbauen.[8]

Im Jahre 1742 erhielt das Dorf Pilisvörösvár in der Nähe von Budapest einen neuen Grundherrn in der Person von Johann Emmerich Graf Esterházy, dem Erzbischof von Gran. Von ihm erwarb Johann Tersztyánszky von Nádas die damals schon überwiegend von Deutschen bewohnte Siedlung.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogisches Handbuch des Adels – Fürstliche Häuser
  2. EsterházyWiki über Zagreb
  3. EsterházyWiki über Maria Theresia
  4. Kurzbiographie über Imre Esterházy
  5. EsterházyWiki Esztergom
  6. Georg Raphael Donner auf der Landstraße
  7. Eintrag über Donato Felice D'Allio auf Artisti Italiani in Austria, einem Projekt der Universität Innsbruck
  8. Die katholischen Kirchenarchive des historischen Ungarns
  9. Informationen über Pilisvörösvár und Pilisszentiván

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Mihály Dwornikowich Bischof von Waitzen
17061708
Sigismund von Kollonitz
Vorgänger Amt Nachfolger
Martin Brajković Bischof von Agram
17091723
Juraj Branjug
Vorgänger Amt Nachfolger
Otto Chrystophorus Johannes de Volkra Bischof von Weißbrunn
17231725
Péter Ádám Acsády
Vorgänger Amt Nachfolger
Christian August von Sachsen-Zeitz Erzbischof von Gran
17251745
Miklós Csáky