In Extremo

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In Extremo
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In Extremo auf Tour im Jahr 2011
In Extremo auf Tour im Jahr 2011
Allgemeine Informationen
Herkunft DeutschlandDeutschland Deutschland
Genre(s) Mittelalter-Metal
Gründung getrennte Projekte: 1995, Mittelalter-Rock-Band: 29. März 1997
Website www.inextremo.de
Aktuelle Besetzung
Das Letzte Einhorn/Michael Robert Rhein
Gitarre, Cister
Van Lange/Sebastian Oliver Lange (ab 1999 Vertretung, ab März 2000 Vollwertig)
Die Lutter/Kay Lutter
Dr. Pymonte/André Strugala (ab Frühjahr 1996)
Marktsackpfeife, Uilleann Pipes, Schalmei, Drehleier
Flex Der Biegsame/Marco Ernst-Felix Zorzytzky
Marktsackpfeife, Schalmei, Nyckelharpa
Yellow Pfeiffer/Boris Pfeiffer (ab September 1997)
Specki T.D./Florian Speckardt (seit 4.Juni 2010)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Thomas Der Münzer/Thomas Mund (bis 1999)
Marktsackpfeife
Die Rote Füchsin/Conny Fuchs (bis Frühjahr 1996)
Marktsackpfeife
Sen Pusterbalg (bis 1997)
Der Morgenstern/Reiner Morgenroth (bis Februar 2010)

In Extremo ist eine deutsche Band, die dem Mittelalter-Rock zugeordnet wird. Die siebenköpfige Band wurde 1995 in Berlin gegründet. Mit über 1,5 Millionen verkauften Tonträgern ist In Extremo die kommerziell erfolgreichste Band im Bereich des Mittelalter-Rock/Mittelalter-Metal und eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Michael Robert Rhein (alias Das letzte Einhorn)

In Extremo (kurz InEx) entstand aus zwei anfangs voneinander unabhängigen Projekten: einer namenlosen reinen Mittelalter-Band und einer Rockband. Bekannt wurde die Formation durch häufige Präsenz auf Mittelaltermärkten und anderen Veranstaltungen, auf denen die Musiker ihre Akustikstücke spielten. Während der Proben für die Saison 1995 erfand Michael Robert Rhein (alias Das Letzte Einhorn) den lateinischen Projektnamen „In Extremo“, der auf Deutsch „zu guter Letzt“ beziehungsweise „in Vollendung“ bedeutet. Die Band ist bekannt für die auf ihren Konzerten verwendete Pyrotechnik.

1995–1998: Getrennte Projekte[Bearbeiten]

Gründungsmitglieder der Mittelalter-Band waren: Das letzte Einhorn, Flex der Biegsame, Conny Fuchs, die allerdings schon vor dem offiziellen Gründungsdatum aufgrund ihrer Schwangerschaft für Dr. Pymonte Platz machte, und Sen Pusterbalg, der kurze Zeit nach der offiziellen Gründung durch Yellow Pfeiffer ersetzt wurde. Die Rockband bestand ursprünglich auch aus den Mitgliedern mit den Bühnennamen Thomas der Münzer, der Morgenstern und die Lutter.

Die steigenden Besucherzahlen, Druck vom damaligen Plattenlabel und das eigene Interesse brachten In Extremo schon im Jahr 1995 dazu, einen Versuch zu starten, Dudelsäcke mit Rockgitarren zu verbinden. Dafür wurde eine Rockgruppe dazugeholt, die moderne Instrumente wie Schlagzeug, E-Bass und E-Gitarre in die Akustikstücke integrierte.

Im August 1996 begannen die Arbeiten für das erste In-Extremo-Album, das bereits zwei Tracks des neuen Rockprogramms beinhaltete. Da das Album keinen offiziellen Namen hat, wird es wegen des goldenen Covers In Extremo Gold genannt. Ab Februar 1997 wurde es, ebenso wie die Single Der Galgen, in Eigenregie auf Mittelaltermärkten vertrieben.

In Extremo spielten weiter getrennt als Mittelalter- und als Rockformation, bis sie am 29. März 1997 ihr erstes gemeinsames Live-Rock-Konzert gaben; daher gibt die Band dieses Datum als Gründungsdatum an. 1998 wurde das 2. Mittelalter Album Hameln veröffentlicht, sowie das Mittelalter-Live-Album Die Verrückten sind in der Stadt.

1998–2000: Erste Jahre als Mittelalter-Rock-Band[Bearbeiten]

Im Januar 1998 wurden die beiden Projekte offiziell zusammengelegt und am 11. April 1998 fand auf Burg Rabenstein in Brandenburg das erste In Extremo-Konzert in „großer Besetzung“ statt. Das Berliner Independent-Label Vielklang wurde daraufhin auf In Extremo aufmerksam, die Band unterschrieb ihren ersten Künstlervertrag und nahm zwei Monate nach ihrem letzten Studioaufenthalt in nur zwölf Tagen ihr Mittelalterrock-Debüt Weckt die Toten! auf. Das Album besteht hauptsächlich aus mittelalterlichen Liedern, die teilweise in mittelalterlichen Sprachen verfasst sind. Nur wenige Lieder wurden von In Extremo selbst geschrieben. Darauf folgte eine Tour in Deutschland, während die Leser des Rock-Hard-Magazins die Band zum Newcomer des Jahres wählten.

Zum Jahreswechsel nahm man das nächste Album in Angriff. Im Frühjahr 1999 unterschrieben In Extremo beim Major-Label Mercury/Universal. Zum zweijährigen Geburtstagskonzert der Band erlitt Frontmann Michael Robert Rhein alias „Das letzte Einhorn“ im Mannheimer Capitol schwerste Verbrennungen bei einer Feuerspuck-Showeinlage. Zwei Monate später betritt Das letzte Einhorn auf dem Dynamo-Festival in Holland wieder die Bühne zum ersten Auslandskonzert der Band.

Die Promo-CD, eine Cover-Version des The-Sisters-of-Mercy-Klassikers This Corrosion mit zugehöriger Videoclip-Premiere, läutete das folgende Album Verehrt und angespien ein. Überraschend erreichte das Album Platz 11 in den deutschen Charts. Nach der Veröffentlichung des letzten Albums ging In Extremo in Deutschland und im Ausland auf Tour. Gitarrist Thomas Mund alias Thomas der Münzer litt an schweren Depressionen, sodass er sich in eine Klinik einweisen ließ. Sein Nachfolger wurde Sebastian Oliver Lange alias Van Lange.

2000–2006: neues Jahrtausend[Bearbeiten]

Mit der Veröffentlichung der Single Vollmond wurde das nächste Studioalbum Sünder ohne Zügel angekündigt, welches 2001 erschien. Erstmals erreichte In Extremo die Top Ten der deutschen Albumcharts und die Albumcharts von Österreich. Danach hatten In Extremo ihren ersten und einzigen virtuellen Auftritt in dem deutschen Erfolgscomputerspiel Gothic, des deutschen Computerspieleentwicklers Piranha Bytes, mit der Akustikversion des Lieds Herr Mannelig vom Album Verehrt und Angespien. In Extremo gab daraufhin eine kleine Festival-Tournee, während der auch das Live-Video zur Promo Wind entstand. Bassist Lutter ließ sich einen Tag vor Beginn der Herbsttournee ins Krankenhaus einliefern und erhielt die Diagnose Darmkrebs. Die Tour wurde vorerst verschoben, später aber, mit dem Bassisten Toddy von der Band BOON, als Vertretung doch noch durchgeführt. Bei der nächsten Weihnachtstournee stand Bassist Die Lutter wieder auf der Bühne. Die Band wurde für den 'Echo' in der Sparte 'National NU Metal/ Alternative Rock' nominiert, den aber Rammstein gewann. Daraufhin wurde die erste Live-DVD Live – 2002 veröffentlicht, welche Konzerte vom Kyffhäuser- und vom Taubertal-Festival enthielt. Parallel dazu wurde auch eine passende Live-CD veröffentlicht.

Das nächste und insgesamt siebte Studioalbum wurde 2003 unter dem Titel Sieben veröffentlicht. Es erreichte Platz 3 der deutschen, der schweizerischen und der österreichischen Albumcharts. Die Videos zu den Singles Küss mich und Erdbeermund wurden oft im Fernsehen gesendet. Die darauf folgende Tour war die bis dato erfolgreichste von In Extremo.

2005 wurde dann das nächste Studioalbum Mein rasend Herz mit der Single Nur ihr allein veröffentlicht, zu dem ein Musikvideo mit echten japanischen Touristen gedreht wurde. Im Video spielte auch Michael Robert Rheins Tochter Jaella mit. Das gleichnamige Album erreichte wie Sieben Platz 3 der deutschen, der schweizerischen und der österreichischen Album-Charts. Die nächste Tour war noch erfolgreicher und anschließend wurde die Single Horizont veröffentlicht.

Im Juni 2005 spielten In Extremo ein etwa einstündiges Set beim Vaya-con-Tioz-Festival auf dem Lausitzring, welches gleichzeitig das Abschiedskonzert der Band Böhse Onkelz war.

2006–2007: Kein Blick zurück[Bearbeiten]

Anfang 2006 spielte In Extremo erstmals in Russland. Im Februar waren In Extremo bei TV Total zu Gast um die nächste Single Liam, ein Song vom letzten Album Mein rasend Herz, und die Teilnahme am Bundesvision Song Contest mit diesem Titel, sowie die Live-DVD Raue Spree vorzustellen. Die DVD und die parallel veröffentlichte Doppel-CD verkauften sich sehr gut und das Video zur Single Liam war der Live-Mitschnitt von der letzten DVD. Beim Bundesvision Song Contest erreichte In Extremo für Thüringen den 3. Platz.

Später ging man wieder auf Tour, unter anderem auf dem Wacken Open Air (kurz W:O:A). Nach der Tour entschied sich In Extremo, die ersten beiden Studioalben In Extremo – Gold und Hameln unter den Namen Die Goldene 2006 und Hameln 2006 wiederzuveröffentlichen. Gleichzeitig wurde das Best-Of Kein Blick zurück herausgebracht, welches neben von In Extremo neu eingespielten Liedern auch von den Fans ausgewählte sowie zwei bisher unveröffentlichte Lieder enthielt. Zudem wurde eine Limited-Edition-CD veröffentlicht. Auf dieser CD wurden bekannte In-Extremo-Lieder von anderen Bands und Musikern gecovert.

2008–2012: Sængerkrieg, Wahre Jahre und Sterneneisen[Bearbeiten]

Am 9. Mai 2008 wurde das neue Album Sængerkrieg veröffentlicht. Vorab erschien am 25. April 2008 die Single Frei zu sein, dessen Musikvideo eine Hommage an den Hollywood-Klassiker Einer flog über das Kuckucksnest ist. Mit dem Album Sængerkrieg (2008) kehrt In Extremo zu einem rockigen Stil zurück. Das Album erreichte als erstes Platz 1 der deutschen Charts. Im Sommer 2008 startete eine Tour unter dem Motto: Ius primae noctis – Das Recht der ersten Nacht, deren Auftrittsorte (unter anderen Merseburg, Creuzburg, Wasserschloss Klaffenbach) nach Angabe der Band vor allem im Hinblick auf ein stimmungsvolles Umfeld und die Publikumsreaktionen bei früheren Auftritten ausgewählt wurden. Am 31. Juli wurde ein Konzert in Bonn unverzögert im Internet übertragen.[1] Außerdem spielten In Extremo 2008 Konzerte in Österreich und Russland. Am 17. Oktober erschien die Single Neues Glück, sowie am 28. Oktober das Akustikalbum Sængerkrieg Akustik Radio-Show, welches am 16. Oktober beim Radio Fritz Konzert aufgezeichnet wurde. Im Dezember 2008 fand eine weitere Sængerkrieg-Tour statt, bei der die Band ihren Auftritt im Kölner Palladium aufzeichnete. Die zugehörige DVD mit dem Namen Am goldenen Rhein wurde am 15. Mai 2009 veröffentlicht.[2]. Das Live Album erreichte Platz 8 und hielt sich insgesamt 12 Wochen in den Charts.

Im Februar 2010 hat Der Morgenstern die Band wegen musikalischer Differenzen verlassen. Auf der folgenden Akustik-Tour sprang Roadie Adrian Otto für ihn ein. Bei Rock im Park 2010 stellte In Extremo ihren neuen Schlagzeuger Specki T. D. (Florian Speckardt), den ehemaligen Schlagzeuger der Band Letzte Instanz, vor.

2010 spielten In Extremo ein 15-Jahre-Jubiläumsfestival in Erfurt mit Grüßaugust (Band), Oomph, Pothead, Fiddler's Green, Korpiklaani und Ohrenfeindt als Vorbands. Während des Konzerts wurde die Band von Joey Kelly, In Extremo Gründungsmitglied Conny Fuchs und von Götz Alsmann unterstützt.

Am 25. Februar 2011 erschien das neue Album Sterneneisen, welches sich wie der Vorgänger auf dem ersten Platz der deutschen Album Charts platzieren konnte. Im April ging die Band auf große Sterneneisen-Tour quer durch Deutschland und Österreich und die Schweiz. Im November 2011 begab sich In Extremo auf große Europa-Tournee durch Russland, Ukraine, Tschechien, Slowakei, Niederlande, Portugal und Spanien. Im Dezember setzte die Gruppe ihre erfolgreiche Sterneneisen-Tour mit einem zweiten Teil in den deutschsprachigen Ländern fort.

2012 spielen In Extremo auf dem 70000-Tons-of-Metal-Festival in Miami und der Karibik und auf dem Hellfest in Frankreich. Außerdem sind In Extremo Headliner des Metalfestes 2012 und werden in Italien, Tschechien, Deutschland (zwei Festivals), Polen, Österreich, Ungarn und Kroatien spielen. Am 28. Januar 2012 gaben In Extremo wieder ein Konzert in Mexico-City, das erste in Mittel- und Südamerika seit 2007. Des Weiteren traten sie auf dem Wacken Open Air auf und waren Headliner beim Blackfield Festival in Gelsenkirchen.

Seit 2013: Kunstraub und 20 Wahre Jahre[Bearbeiten]

Auf der Full Metal Cruise, dem Kreuzfahrt-Festival der Wacken Open Air Veranstalter, gaben In Extremo am 19. Mai. 2013 bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz bekannt, dass im September 2013 das neue Album "Kunstraub" erscheinen wird, im gleichen Atemzug folgte auch eine Tourbestätigung. Am 27. September 2013 wurde nach der Vorab-Single Feuertaufe das Album Kunstraub dann auch veröffentlicht. Eine dazugehörige gleichnamige Tour durch Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Frankreich, Tschechien und Luxemburg folgte dann von Ende Oktober bis Mitte Dezember. Das Jahr 2014 wird durch die erste große Tour durch Russland und die Ukraine eröffnet (sechs Konzerte in Russland, zwei in der Ukraine), woraufhin die Festivalsaison folgt, unter anderem mit Rock am Ring, Rock im Park und dem Deichbrand Festival, sowie 14 weiteren Festivals im In- und Ausland. Am 24. März 2014 sagte die Band aufgrund der unsicheren politischen Lage in der Ukraine die beiden geplanten Konzerte ab.[3] Nachdem In Extremo eine Wintertour für Dezember 2014 und einen Auftritt auf dem Wacken Open Air 2015 ankündigten, gaben Sie auf dem Metalfest auf der Loreley bekannt, dass am gleichen Ort am 4. und am 5. September 2015 das 20-jährige Bestehen der Band mit einem abermaligen Festival unter dem Namen 20 Wahre Jahre geplant ist.

Musik und Stil[Bearbeiten]

Instrumente[Bearbeiten]

Neben E-Gitarre, Bass und Schlagzeug zeichnen sich In Extremo durch – für eine Rockband – unkonventionelle Instrumente hauptsächlich mittelalterlicher Herkunft aus. Zu nennen sind Drehleier, Sackpfeife (ugs. Dudelsack), Schalmei, Nyckelharpa, Harfe, Cister, Trumscheit, Hackbrett, Tabla, Davul und Klangbaum.

Die Dudelsäcke wurden zum Teil selbst angefertigt (Dr. Pymonte), werden aber zum Teil auch von einem bekannten Sackpfeifenbauer gebaut. Selbstgebaut ist auch eine mit einer ganzen Pferdehaut bespannte Rahmentrommel, genannt „Das Pferd“. Die meisten anderen Instrumente werden nur noch von wenigen Instrumentenbauern gefertigt.

Texte[Bearbeiten]

Viele Texte der ersten Alben und ein paar Texte der neueren Alben sind nicht von der Band selbst gedichtet, sondern stammen – wie die Instrumente – aus verschiedenen Regionen des europäischen Mittelalters (8. bis 15. Jahrhundert) und der frühen Neuzeit (bis 18. Jahrhundert). Daher sind sie in vielen verschiedenen Sprachen abgefasst, die von den Bandmitgliedern nicht alle beherrscht werden. Zu den Sprachen gehören Isländisch, Schwedisch (genauer Nysvenska), Alt-Französisch, Mittelhochdeutsch und Althochdeutsch, Latein, Hebräisch und viele weitere. Als bekanntester Verfasser einiger Texte ist der französische Dichter François Villon zu nennen (z. B. Rotes Haar oder Erdbeermund, in der deutschen Nachdichtung von Paul Zech). Aber auch Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe (Rattenfänger), Ludwig Uhland (Des Sängers Fluch – das In Extremo leicht veränderten und Spielmannsfluch nannten) und Frank Wedekind (Der Tantenmörder, von In Extremo in Albtraum umbenannt) sowie Texte aus dem mittelalterlichen Textbuch Carmina Burana wurden verwendet. Auf dem Album Mein rasend Herz haben In Extremo den selbstverfassten Text des Songs Liam erst auf Deutsch geschrieben und dann von Rea Garvey, der auch Gastsänger bei diesem Lied ist, ins Gälische übersetzen lassen.

Auftritte[Bearbeiten]

Ihr erster großer Auftritt war im ersten Teil des Computerspiels Gothic, als sie im zweiten Kapitel zur Belustigung der Buddler im alten Lager die Akustikversion des Lieds Herr Mannelig vom Album Verehrt und Angespien zum Besten gaben, das aber aus Rechtsgründen nur in der deutschsprachigen Ausgabe des Spiels enthalten ist.

Mit dem Erfolg wurden auch die Musiksender auf In Extremo aufmerksam. So wurden sie zur Fernsehsendung Viva Interaktiv eingeladen. Dort standen sie 15 Minuten lang Rede und Antwort und spielten zwei Lieder. Eine Einladung von Top of the Pops, um dort Küss Mich zu spielen, lehnten sie damals ab, weil es laut „Das Letzte Einhorn“ nicht ihr Milieu gewesen sei. Dennoch nahmen sie 2005 eine weitere Einladung an und spielten im Rahmen der Sendung das Stück Nur Ihr Allein.

Zu dieser Zeit wuchs auch das Publikum bei Live-Auftritten. Der Weg der Band führte weg von Marktplätzen und Mittelalterfesten hin zu Festivals wie Wacken Open Air, Rock am Ring, dem Taubertal-Festival oder dem Nova Rock (Österreich). Außerdem waren In Extremo als Supportband auf dem Abschlusskonzert der Böhsen Onkelz (17./18. Juni 2005), auf dem sich ca. 120.000 Zuschauer befanden.

Am 9. Februar 2006 nahmen In Extremo am Bundesvision Song Contest von Stefan Raab für das Land Thüringen teil. Die Gruppe belegte mit Liam (deutsch) den dritten Platz. Zuvor hatten sie sich am 2. Februar bereits in der Sendung TV total vorgestellt.

Weiterhin traten In Extremo 2006 auf dem Wacken Open Air sowie auf dem M’era Luna Festival in Hildesheim auf. Ende 2006 spielten sie im Rahmen ihrer 10 Jahre Jubiläumstour in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Mitte 2007 auf dem Nova Rock Festival in Österreich, im Juli 2007 auf dem Rockharz Open Air in Förste, im August 2007 auf dem Summer Breeze in Dinkelsbühl und im Juni 2008 auf dem Greenfield Festival in der Schweiz. Am 29. November 2008 traten sie bei der TV total Stock Car Crash Challenge und 2009 abermals auf dem Wacken Open Air und Novarock auf. 2002 und 2009 spielte die Band beim Open Flair in Eschwege.

Im Dezember startete, aufgrund der positiven Erfahrungen beim ersten Akustik-Konzert auf Radio Fritz, die Tranquilo-Akustik-Tour.

Anfang Dezember 2009 gab die Band auf ihrer offiziellen Homepage bekannt, sie plane am 24. und 25. Juli 2010 in der Zitadelle Petersberg (Erfurt) mit dem Festival Wahre Jahre – 15 Jahre In Extremo ihr 15-jähriges Bestehen zu feiern.

Am 4. Juni 2010 traten In Extremo bei Rock im Park mit ihrem neuen Schlagzeuger auf. Am 18. Juni 2010 spielten sie auf dem Feuertanz-Festival in Abenberg. 2010 spielte In Extremo ihr eigenes 15-Jahre-Jubiläumsfestival in Erfurt Wahre Jahre – 15 Jahre In Extremo mit bekannten Bands (s. o.) vor über 20.000 Zuschauern.

Am 4. August 2012 spielte In Extremo auf dem größten Festival Europas, dem Woodstock-Festival in Polen vor über einer halben Million Menschen. Dies war der größte Auftritt in der Bandgeschichte.

Erfolge[Bearbeiten]

Das erste Album, mit dem In Extremo Aufmerksamkeit erregte, war Verehrt und Angespien. Es erreichte einen für damals überraschenden 11. Platz in den deutschen Albumcharts. Das Nachfolgealbum Sünder ohne Zügel erreichte den 10. Platz.

Großen Erfolg hatte die Band mit ihrem Album 7, es kam in den deutschen Albumcharts auf Platz 3. Das Video der Singleauskopplung Küss mich wurde häufig im deutschen Musikfernsehen gezeigt. Die Singles selbst konnten hohe Chartplatzierungen erreichen.

Das achte Album Mein rasend Herz erreichte im Jahr 2005 den 3. Platz in den Albumcharts. Aus diesem Album wurden drei Singles veröffentlicht. Nur ihr allein am 17. Mai 2005, Horizont am 12. September 2005 und Liam (deutsch) am 3. Februar 2006. Am 10. Februar 2006 wurde die zweite Live-CD/DVD Raue Spree veröffentlicht, sie schaffte es auf den 4. Platz der deutschen Albumcharts. Weiter erreichten die DVD Live 2002 Ende 2006 sowie die CD 7 und die DVD Raue Spree Anfang 2007 Gold-Status.

Mit dem Album Sængerkrieg erreichte In Extremo erstmals in der Bandgeschichte Platz Eins der Album-Hitparade: Am 19. Mai 2008 erreichte es in Deutschland Platz 1, in Österreich Platz 13 und in der Schweiz Platz 22.[4] Dieses Album wurde Anfang Juni 2010 zum zweiten Mal mit Gold ausgezeichnet

Das Album Sterneneisen platzierte sich wie sein Vorgänger auf Platz Eins der deutschen Albumcharts, so wie auf Platz Fünf in Österreich und Platz 14 in der Schweiz. Das Album wurde ebenfalls mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Außerdem erhielten In Extremo ihre erste Platinschallplatte für 50.000 verkaufte Einheiten ihrer Live-DVD Am goldenen Rhein.

Ehemalige Mitglieder[Bearbeiten]

Conny Fuchs (Die Rote Füchsin) war die einzige Frau und Mitbegründerin von In Extremo. Ihr Instrument war u. a. der Dudelsack. Im Frühjahr 1996 verließ sie die Band aufgrund ihrer Schwangerschaft. Ihr Nachfolger ist Dr. Pymonte. Heute spielt sie in der mittelalterlichen Frauenband Filia Irata.

Sen Pusterpalk von Colnrade (Mathias „Sen“ Aring) war ein weiteres Mitglied der Band. Er spielte Dudelsack, Drehleier und Schalmei und war damit auf den ersten beiden CDs vertreten. Im September 1997 verließ er die Band und spielt heute in der HistoRock-Band Geyers. Sein Nachfolger ist Yellow Pfeiffer.

Thomas Mund (Thomas der Münzer) spielte die Gitarre. Er verließ im Oktober 1999 die Band. Sein Nachfolger ist Van Lange (erst als Vertretung, ab März 2000 dann als vollwertiges Mitglied). Heute spielt er in seinem eigenen Projekt unter dem Namen "Der Münzer".

Reiner Morgenroth (Der Morgenstern) (der seit Beginn bei In Extremo Schlagzeug gespielt hatte) und In Extremo trennten sich 2010 einvernehmlich, weil seine musikalischen Vorstellungen und die der anderen Bandmitglieder nicht mehr vereinbar waren. Sein Nachfolger ist Specki T.D. Seit August 2013 spielt er ebenfalls bei Der Münzer mit seinem ehemaligen Bandkollegen Thomas Mund. Nebenbei ist er Mitglied bei den Buzz Dees.

Gastsänger[Bearbeiten]

  • In Extremo wurden mehrfach von Teilen der The Kelly Family unterstützt. So singt Paddy Kelly im Refrain von Küss Mich aus dem Album Sieben mit. Joey und Angelo Kelly spielten mit In Extremo für die RTL-Sendung Die Die ultimative Chartshow ein Cover des Lieds Why Why Why der Kelly-Family ein. Während der Show spielte Adrian Otto, ein Roadie von In Extremo, das Schlagzeug, da In Extremo zu der Zeit ohne Schlagzeuger war.
  • Thomas D von den Fantastischen Vier: Spricht den lateinischen Sprechgesang im Stück Ave Maria aus dem Album Sieben, in der DVD Live 2002 ist er auch kurz zu sehen.
  • Rea Garvey, Sänger von Reamonn: Singt im Lied Liam aus dem Album Mein rasend Herz neben Das Letzte Einhorn mit. Außerdem hat er den Text übersetzt, so dass In Extremo eine deutsche Version produzierten, die aber nur auf der Single Liam und als Hidden Track auf dem Album zu hören ist.
  • Marta Jandová von Die Happy: Singt im Refrain von Horizont aus dem Album Mein rasend Herz mit. Im Video zur Single ist allerdings Jaella, die Tochter von Michael Rhein, zu sehen.
  • Robert Beckmann: Spricht im Lied Poc Vecem aus dem Album Mein rasend Herz mit und spielt im Lied Singapur Violine, außerdem ist er auf der DVD Raue Spree zu sehen.
  • Henning Wehland von H-Blockx: Singt im Background im Stück Königin, das die B-Seite der Single Küss mich ist.
  • José Andrëa von der spanischen Folk-Metal-Band Mägo de Oz: Singt einen Teil der Verse und den Refrain des Stücks En esta Noche aus dem Album Sängerkrieg mit. Diese Version ist nur auf der Single Neues Glück zu hören. José Andrëa schrieb den Text von En esta Noche mit.
  • Der Graf von Unheilig: Singt einen Teil der Verse und des Refrains im Stück Hol die Sterne auf dem Album Sterneneisen.
  • Mille Petrozza von Kreator: Singt im Stück Unsichtbar aus dem Album Sterneneisen mit.

Außerdem werden auf der Bonus-CD des Best-of-Albums Kein Blick zurück In-Extremo-Songs durch folgende Künstler gecovert: Blind, Götz Alsmann, Grave Digger, Ougenweide, Randalica, Silbermond und Paul Raven.

Trivia[Bearbeiten]

Das von Die Lutter geschriebene Buch Spielmannsfluch gibt Einblicke in die Vorgeschichte der Band (bis ca. 2003) und deren ehemalige Bandbesetzungen. Ebenso wurde von Die Lutter das Buch: Short Stories part 1 veröffentlicht.

Im Video zur Single Nur ihr allein spielten echte japanische Touristen mit, die während des Drehs von Das letzte Einhorn mit dem Liedtext vertraut gemacht wurden.

Der Sänger von Korn, Jonathan Davis, ist auf der DVD Live 2002 zu sehen.

In Extremo, beziehungsweise einzelne Mitglieder der Band, hatte mehrere heimliche und zum Teil unbezahlte Akustikauftritte auf Mittelaltermärkten unter dem Pseudonym Unbefleckt. Nachdem ihr Pseudonym bekannter wurde und Veranstalter mit diesen Auftritten auch warben, beendete die Band dieses Spaßprojekt.

Auf der CD/DVD Hexenkessel der Band Schandmaul singt Das Letzte Einhorn zusammen mit Thomas Lindner, Sänger der Band Schandmaul, dessen Lied Willst du. Im Bonusmaterial ist Das letzte Einhorn ebenfalls zu sehen.

Außerdem spielten In Extremo am 18. Juni 2005 beim Vaya Con Tioz, dem Abschiedsfestival der Böhsen Onkelz.

Im August 2008 steuerten In Extremo eine Cover-Version des Metallica-Songs I Disappear zu dem Musikprojekt German Tribute to Metallica unter Anderem mit den Kilians und den Donots bei.

Das Video zur Single Frei zu Sein ist eine Hommage an den Hollywood-Klassiker Einer flog über das Kuckucksnest.

In Extremo coverten den Song Yeah Yeah Yeah von den Fantastischen Vier für das Album A Tribute to Die Fantastischen Vier, bei dem weitere Künstler wie Oomph!, Xavier Naidoo und Mario Barth mitgewirkt haben.

Die Band setzt sich für das Lesen- und Schreibenlernen im Rahmen der Kampagne iCHANCE ein, die vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung durchgeführt wird.[5][6]

In Extremo war bereits sechsmal für den Echo nominiert (2002, 2004, 2006, 2009, 2012, und 2014), gewann den Preis jedoch nie.

Die Biografie Wir werden niemals knien - Die Geschichte einer unnormalen Band erschien Anfang April 2012. Es beschreibt die Anfänge der einzelnen Musiker zu Zeiten der ehemaligen DDR, sowie den Werdegang der Band bis Februar 2012. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit Wolf-Rüdiger Mühlmann.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: In Extremo/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7] Anmerkung
DE AT CH
1996 In Extremo Erstveröffentlichung: 1996
1997 Gold Erstveröffentlichung: 1997
1998 Hameln Erstveröffentlichung: 1998
1998 Weckt die Toten! Erstveröffentlichung: 1. Mai 1998
Verkäufe: + 450.000[8]
1999 Verehrt und angespien 11
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. August 1999
2001 Sünder ohne Zügel 10
(8 Wo.)
44
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. September 2001
2003 7 3
(8 Wo.)
15
(4 Wo.)
78
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. September 2003
Verkäufe: + 100.000
2005 Mein rasend Herz 3
(16 Wo.)
22
(7 Wo.)
40
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Mai 2005
2008 Sængerkrieg 1
(30 Wo.)
13
(6 Wo.)
22
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Mai 2008
Verkäufe: + 100.000
2011 Sterneneisen 1
(18 Wo.)
5
(7 Wo.)
14
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Februar 2011
Verkäufe: + 100.000
2013 Kunstraub 2
(6 Wo.)
19
(2 Wo.)
23
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. September 2013

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In Extremo. Am 31. Juli „Ius Primae Noctis“ live im Internet. naanoo.com, abgerufen am 2. Juni 2013.
  2. The-Pit.de: Am goldenen Rhein kommt im Mai, abgerufen am 9. März 2009
  3. http://www.inextremo.de/news/ukraine-shows-abgesagt---192-.html
  4. Rundbrief der Band vom 20. Mai 2008
  5. iCHANCE Profi Portal: Promis. Abgerufen am 2. August 2011.
  6. YouTube: IN EXTREMO über Lesen und Schreiben. 5. September 2008, abgerufen am 2. August 2011.
  7. Chartquellen: DE AT CH
  8. Verkäufe von Weck die Toten!

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: In Extremo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien