In Which We Serve

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel In Which We Serve
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1942
Länge 114 Minuten
Stab
Regie Noël Coward
David Lean
Drehbuch Noël Coward
Produktion Noël Coward
Anthony Havelock-Allan
Herbert Smith
Musik Noël Coward
Clifton Parker
Kamera Ronald Neame
Guy Green
Schnitt Thelma Connell
Besetzung

In Which We Serve ist ein britischer Spielfilm aus dem Jahr 1942 von Noël Coward. Coward schrieb das Drehbuch zum Film, führte zusammen mit David Lean Regie und fungierte als Produzent. Außerdem spielte er eine der Hauptrollen und schrieb eine Musiknummer für den Film. 1943 wurde Coward mit einem Ehrenoscar für die Produktion des Films ausgezeichnet. In Which We Serve erhielt zwei weitere Nominierungen für einen Oscar.

Der Film thematisiert die Luftlandeschlacht um Kreta und zeigt die Auswirkungen eines Angriffs der deutschen Wehrmacht auf ein Schiff der Royal Navy.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt mit den Worten: „Dies ist die Geschichte eines Schiffes …“, dazu werden Bilder vom Bau der HMS Torrin in einer britischen Werft gezeigt. An Bord der HMS Torrin wird die Mannschaft 1941 während der Luftlandeschlacht um Kreta in einen Kampf verwickelt. Deutsche Zerstörer feuern aus der Luft auf das Schiff während der einbrechenden Dämmerung. Als die Torrin getroffen wird, muss die Besatzung sie möglichst schnell verlassen, bevor sie kentert. Während die Flugzeuge des Feindes über dem Ozean kreisen und die Überlebenden weiter aus der Luft beschossen werden, während sie hilflos im Wasser treiben, gehen deren Gedanken zurück in eine bessere Zeit und zu ihren Familien. Der Matrose Shorty Blake erinnert sich zurück, wie er um seine Frau Freda geworben hat und Obermaat Walter Hardy denkt an seine tapfere Frau Katherine. Auch Capt. Edward Kinross’ Gedanken gehen zurück zum Sommer 1939 und zu seiner Familie, vor allem zu seiner Frau Alix, die die HMS Torrin immer als ihre Rivalin bezeichnet hatte.

Nachdem die Torrin vollständig gesunken ist, werden aus einem deutschen Flugzeug heraus die auf einem Floß treibenden Männer von Maschinengewehren weiter ins Visier genommen, und es gibt weitere Tote und Verletzte. Kurz darauf naht ein britischer Zerstörer und beginnt mit den Rettungsmaßnahmen ihrer Männer. An Bord spricht Capt. Kinross mit den Überlebenden und nimmt die Namen der Sterbenden auf und spricht ihnen Trost zu. Die Verwundeten der britischen Truppen werden nach Alexandria evakuiert. In Telegrammen werden die Angehörigen, soweit das möglich ist, vom Schicksal ihrer Ehemänner, Söhne oder Väter unterrichtet. Erst als der letzte seiner Männer von Bord gegangen ist, wendet sich auch Capt. Kinross schweigend und emotional ausgebrannt zum Gehen.

Größere und stärkere Schiffe werden ausrücken, um den Angriff auf die Torrin zu rächen, Großbritannien sei schließlich ein Staat mit stolzen, unermüdlichen Menschen, heißt es im Epilog zum Film. Capt. Kinross bekommt das Kommando über ein Schlachtschiff.

Produktion und Hintergrund[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten begannen am 5. Februar 1942. Gefilmt wurde in den Denham Studios nahe Buckinghamshire sowie in den Klippen der Chiltern Hills, den Dunstable Downs in Bedfordshire. Aufnahmen entstanden auch auf der Plymouth Marinewerft in Plymouth und der Marinestation auf der Isle of Portland, sowie an Smeatons Turm an der Küste bei Plymouth Hoe. Der Zerstörer HMAS Nepal stellte die HMS Torrin dar.[1] Im Vereinigten Königreich hatte der Film am 17. September 1942 Premiere, in den USA am 16. Oktober 1942.[2]

Die Geschichte des Films beruht zum Teil auf einer tatsächlichen Katastrophe, die sich in der Royal Navy zugetragen hat. Im September 1939 wurde die HMS Courageous von einem deutschen U-Boot mit zwei Torpedos getroffen und sank nach ca. 17 Minuten. Es gab 741 Überlebende, allerdings auch 518 Tote. Die Geretteten wurde später dem Zerstörer HMS Kelly anvertraut. Im Mai 1940 war der Zerstörer HMS Bulldog an einem Manöver gegen deutsche Minenleger in der mittleren Nordsee beteiligt. Dabei wurde der Zerstörer HMS Kelly, dessen Kommandant Lord Louis Mountbatten war, von einem deutschen Schnellboot torpediert. Die HMS Bulldog schleppte ihn zurück nach Newcastle. Die HMS Kelly wurde am 23. Mai 1941 bei der Evakuierung von Kreta von deutschen Sturzkampfflugzeugen bombardiert und sank in der Folge.[3]

Coward erzählt im semi-dokumentarischen Stil und arbeitet immer wieder mit Rückblenden. Gezeigt werden deutsche Torpedos, die den britischen Zerstörer HMS Torrin zum Sinken bringen und Überlebende, die um ein aufblasbares Rettungsboot kämpfen. Die Szenen, die in den Familien spielen, sind typisch britisch, während die Probleme der verschiedenen Paare sich in allen Gesellschaftsschichten und überall auf der Welt so hätten zutragen können, denn überall gibt es Menschen, die nicht zögern, ihr persönliches Glück hinter ihre Pflicht zurückzustellen.[3]

Nach damaligen Berichten, soll Coward den Löwenanteil der Regie Lean überlassen haben, da er diese Arbeit als eher ermüdend empfunden haben soll. Sein Co-Regisseur David Lean war zur damaligen Zeit ein hochgeachteter Redakteur in der britischen Filmindustrie. Diese Arbeit war sein Regiedebüt. Coward und Lean arbeiteten unmittelbar nach diesem Film in drei weiteren Coward-Stücken zusammen. Zusätzlich zu den vielen Szenen, die das häusliche Leben und die Familienbeziehungen thematisieren, gab es auch Action-Szenen um und auf der Torrin, die die Crew bei heftigen Kämpfen mit dem Feind zeigten. Diese Szenen wurden teils aus aufwendigen Studioaufnahmen und tatsächlichen Kriegsaufnahmen aufwendig zusammengesetzt.[3]

Der Film bot eine Reihe von führenden britischen Schauspielern auf, so gab Richard Attenborough hier sein bemerkenswertes Debüt. Er hat einige Szenen, die sich einprägen. Auch für Juliet Mills, die einjährige Tochter von John Mills, war es ihr Debüt in den Armen ihres Vaters, da sie auch dessen Filmtochter spielte.[3]

Historischer Hintergrund

Bei der Luftlandeschlacht um Kreta handelt es sich um eine Schlacht im Zweiten Weltkrieg. Es war die erste große Luftlandeoperation der Geschichte. Nachdem Griechenland im Verlauf des Balkanfeldzuges 1941 eingenommen worden war, wurde auch Kreta, das von alliierten Truppen verteidigt wurde, durch die deutsche Wehrmacht erobert und blieb bis 1945 besetzt. Nachdem die britischen Truppen vom griechischen Festland abgezogen worden waren, war auf Anweisung Churchills ein Teil des britischen Expeditionskorps nach Kreta transportiert worden zur Verstärkung von Verteidigungsmaßnahmen. Das Gros der britischen Truppen war jedoch nach Ägypten verlagert worden.

Louis Mountbatten, 1. Earl Mountbatten of Burma (1900–1979) war im Zweiten Weltkrieg zunächst Kommandant einer Zerstörerflottille. Man rühmte ihn für seine mutigen und gewagten Einsätze. Als er im Januar 1942 eine Landungsoperation der Westalliierten leitete, die unter dem Namen Operation Jubilee in die Geschichte einging, führte das zu großen Verlusten und wurde allgemein als Fehlschlag gewertet. Daraus zog man Erkenntnisse für die Operation Overlord. Von 1943 bis 1946 war Mountbatten dann Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Südostasien. Dort zeichnete er sich im Burmafeldzug aus. Nach Beendigung des Krieges wurde er in Anerkennung seiner Leistungen mehrfach geehrt. So wurde er als einziger britischer Admiral des Zweiten Weltkriegs in den Hosenbandorden aufgenommen.

Musik im Film[Bearbeiten]

ausgeführt von Muir Mathieson und dem London Symphony Orchestra
Musik: John B. Dykes, Text: William Whiting
Komposition von Johann Strauss
  • Run Rabbit Run
Musik: Noel Gay, Text: Ralph T. Butler
  • Beer Barrel Polka
Musik: Jaromír Vejvoda , Text: Wladimir A. Timm (englisch: Lew Brown)
  • Good King Wenceslas – Text: John M. Neale
  • Underneath the Arches – Musik: Bud Flanagan und Reg Connelly
  • If You Were the Only Girl in the World
geschrieben von Nat Ayer und Clifford Grey

Kritik[Bearbeiten]

Von den damaligen Kritikern und auch vom Publikum wurde der Film überwiegend positiv beurteilt. Nicht ganz so gut wurde er von der Admiralität aufgenommen, die den Filmtitel in ihrer Kritik abänderte in In Which We Sink.

Bosley Crowther von der New York Times war der Ansicht, dass nur wenige Filme die grausame Realität des gegenwärtigen Krieges so eindringlich und ergreifend gezeigt hätten wie dies in ‚In Which We Serve‘ geschehe. Mr. Coward zeige in diesem Film die nationale Stärke der Briten und ihren gesunden Stolz.[4]

Für Variety war der Film eine düstere Geschichte, aufrichtig verfilmt und ausgezeichnet dargestellt. Bemängelt wurde jedoch, dass der Filme einzelne Details zu sehr in die Länge ziehe.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1943 erhielt Noël Coward den Ehrenoscar seine „herausragende Produktionsleistung“ in In Which We Serve. 1944 war Coward mit dem Film in den Kategorien „Bester Film“ und „Bestes Originaldrehbuch“ für einen Oscar nominiert. Der Oscar „Bester Film“ ging an Jack L. Warner und den Filmklassiker Casablanca, der für das „Beste Originaldrehbuch“ an Norman Krasna für die Filmkomödie Der Pilot und die Prinzessin.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philip Hoare: Noël Coward: A Biography, New York, 1995, Verlag Simon & Schuster ISBN 0-684-80937-0
  2. In Which We Serve (1942) bei IMDb. Abgerufen am 28. Januar 2014.
  3. a b c d In Which We Serve (1942) Articles bei TCM – Turner Classic Movies (englisch)
  4. Bosley Crowther: In Which We Serve (1942) In: The New York Times, 24. Dezember 1942 (englisch). Abgerufen am 28. Januar 2014.
  5. In Which We Serve (1942) Bewertung In: Variety, 31. Dezember 1942. Abgerufen am 28. Januar 2014.