In the Mood for Love

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel In the Mood for Love
Originaltitel Fa yeung nin wa
Produktionsland Hongkong
Frankreich
Thailand
Originalsprache Kantonesisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Wong Kar-Wai
Drehbuch Wong Kar-Wai
Produktion Wong Kar-Wai
Musik Michael Galasso
Shigeru Umebayashi
Kamera Christopher Doyle
Pin Bing Lee
Schnitt William Chang
Besetzung

In the Mood for Love (Originaltitel: 花樣年華, Fa yeung nin wa) ist ein Film von Wong Kar-Wai aus dem Jahr 2000, der in Hongkong spielt.

Handlung[Bearbeiten]

Hongkong, 1962: Chow, Chefredakteur einer lokalen Zeitung, bezieht mit seiner Frau ein neues Appartement in einem Haus in der Shanghai-Community. Dabei begegnet er Li-zhen, die am selben Tag einzieht. Da die Ehepartner der beiden die meiste Zeit an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz sind, verbringen Chow und Li-zhen mehr und mehr Zeit miteinander. Schon bald müssen sie erfahren, dass ihre beiden Partner eine Affäre miteinander haben. Während sie sich nun ebenfalls immer näherkommen, beginnen sie in einem Hotelzimmer mit der Nummer 2046 damit, zusammen Martial-Arts-Geschichten zu schreiben.

Beide Paare erkennen jedoch, dass ihre Liebe keine Zukunft haben kann. Li-zhen kehrt schließlich zu ihrem Ehemann zurück. Deprimiert reist Chow nach Singapur. Chows Aufenthalt in Singapur und seine Rückkehr als Schriftsteller nach Hongkong wird in dem Fortsetzungsfilm 2046 geschildert.

Hintergründe[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte sich der Film hauptsächlich in dem Hotelzimmer mit der Nummer 2046 abspielen, in der sich Chow und Li-zhen regelmäßig treffen. Wongs Arbeitsweise (kein detailliertes Drehbuch, improvisierte Szenen, tatsächliche Herstellung des Films beim Schnitt) führte allerdings zu einem etwas anderen Ergebnis.

Der nachfolgende Film erhielt dann den Titel 2046. Die kurze Erwähnung in dem Film 2046, dass die Nummer 2046 für Chow eine besondere Bedeutung habe, ist der Verweis auf In the Mood for Love.

Musik[Bearbeiten]

Wong Kar-Wai arbeitete mit dem japanischen Komponisten Shigeru Umebayashi zusammen, dessen Yumeji's Theme sich wie ein roter Faden durch den Film zieht. Des Weiteren wird in dem Film zeitgenössische chinesische Folklore verwendet sowie Musik aus dem Hongkong der 60er-Jahre. Ferner sind drei Lieder von Nat King ColeTe Quiero Dijiste, Aquellos Ojos Verdes und Quizás, quizás, quizás – zu hören. Der Text von letzterem ist zu Beginn der Fortsetzung 2046 zu sehen.

Dramaturgie[Bearbeiten]

" In fünfundsiebzig in sich abgeschlossenen, teilweise auch fragmentarischen szenischen Situationen wird diese Geschichte in ihren wesentlichen Drehpunkten vom Anfang bis zum Ende chronologisch erzählt. Dabei entstehen kleinere oder größere Abschnitte, die durch deutliche Abblenden voneinander getrennt werden. Diese Zäsuren stellen kein erkennbares System von zeitlicher Ordnung dar, sondern gruppieren die Situationen eher thematisch. Innerhalb der Abschnitte werden die Einstellungen zum Teil mit Zeitsprüngen, auch unchronologisch, verbunden. Zusammenhänge von Handlungen, die der Zuschauer zu erkennen glaubt, erweisen sich oft als nicht relevant oder sogar als falsch geschlussfolgert. Kollidierende Handlungen oder gar eine Enthüllung gegenseitiger Untreue finden nicht statt. (...) Fast alle für die Fabel-[Plot-]entwicklung wichtigen Vorgänge finden 'hinter der Bühne', für den Zuschauer unsichtbar, statt. (..) Der Film entspricht in seiner gesamten Erzählweise dem (...) Prinzip: "Viele Dinge beginnen, ohne dass man es merkt" [1]

Trivia[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten wurden von Peking nach Macao verlegt, da es Probleme mit den chinesischen Behörden gab. Sie hätten gern ein Drehbuch vorgelegt bekommen, was Wong Kar-Wai jedoch selten benutzt. Er zieht es vor, mit den Schauspielern zu improvisieren. Für ihn entsteht so eine Geschichte und die Stimmung des Films.

Die Dreharbeiten alleine dauerten 15 Monate.

Maggie Cheung trägt in fast jeder Szene ein anderes Kleid (sogenannte Qipao bzw. Cheongsam). Insgesamt gab es davon 46, im Film sind jedoch nicht alle zu sehen.

Etwa eine Woche vor dem Debüt in Cannes war Wong Kar-Wai noch immer mit Arbeiten an dem Film, insbesondere dem Schnitt beschäftigt.

Den Titel für den Film fand Wong Kar-Wai, als er einen Song von Brian Ferry hörte, der einen ähnlichen Titel (I'm in the mood for love) hat – die Coverversion eines Liedes aus den 1930ern. Dieser Song fand dann Verwendung in den Kinotrailern.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Bester männlicher Darsteller, Cannes Filmfestival 2000 (Tony Leung Chiu Wai)
  • Beste Kamera (Technical Grand Prize), Cannes Filmfestival 2000 (Christopher Doyle, Pin Bing Lee, William Chang)
  • Screen International Award, Europäischer Filmpreis 2000
  • Bester internationaler Film, Deutscher Filmpreis 2001
  • Bester internationaler Film (Meilleur film étranger), César 2001
  • Bei den Hong Kong Film Awards 2001 gewann der Film Preise in fünf Kategorien: Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Beste Art Direction, Bestes Kostüm- und Makeup-Design und Bester Schnitt. Außerdem war er noch für 7 weitere Auszeichnungen nominiert: Bester Film, Bester Regisseur, Bestes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Original-Filmmusik (Michael Galasso), Beste Nebendarstellerin (Dick-Wah Poon) und Bester New Performer (Ping Lam Siu).
  • Beim Asia-Pacific Film Festival im Jahr 2000 gewannen Christopher Doyle und Pin Bing Lee den Preis für die beste Kamera und William Chang die Auszeichnung für den besten Schnitt.
  • In the Mood for Love hat bei vielen weiteren Preisverleihungen Auszeichnungen und Nominierungen erhalten. Zum Beispiel war der Film für den BAFTA Film Award als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert.
  • Chlotrudis Awards 2002: 6 Nominierungen; Sieger in den Kategorien: Bester Film und Beste Kamera

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rabenalt, Peter: Filmdramaturgie. Berlin/Köln 2011, Seite 140 - 141

Weblinks[Bearbeiten]