Incheon

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Großstadt Incheon
Hangeul: 인천광역시
Hanja: 仁川廣域市
Revidierte Romanisierung: Incheon Gwangyeoksi
McCune-Reischauer: Inch'ŏn Kwangyŏksi
Basisdaten
Fläche: 965 km²
Einwohner: 2.657.698 (Stand: 1. Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte: 2.754 Einwohner je km²
Gliederung: 8 Stadtteile (Gu)

2 Landkreise (Gun)

Postleitzahl: 400-004 (Jung-gu) –
417-933 (Ganghwa-gun)
Verwaltungssitz: Incheon
Japan Nordkorea de-facto Japan - von Südkorea beansprucht Gyeongsangbuk-do Seoul Daejeon Busan Ulsan Daegu Gwangju Incheon Jeju-do Gangwon-do Gyeonggi-do Chungcheongnam-do Chungcheongbuk-do Jeollanam-do Jeollabuk-do Gyeongsangnam-doIncheon
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Incheon, IPA: intɕʰʌn, in amtlicher Bezeichnung "Großstadt Incheon" (인천광역시, Incheon Gwangyeoksi), ist eine Hafen- und Industriestadt an der Nordwestküste Südkoreas. Sie liegt innerhalb des Gebiets der Provinz Gyeonggi-do, ist aber seit dem 1. Juli 1981 politisch eine eigenständige Einheit. Incheon liegt 28 Kilometer westlich der Hauptstadt Seoul. Mit fast 2,7 Millionen Einwohnern ist die Stadt nach Seoul und Busan die drittgrößte in Südkorea.

Trotz seiner Größe galt Incheon wegen der kurzen Entfernung zu Seoul stets als größte Satellitenstadt der übergroßen Hauptstadt, obwohl die Bewohner von Incheon mit dieser Sichtweise nie vollkommen einverstanden waren. Tatsächlich steht Incheon als "Großstadt" verwaltungspolitisch einer südkoreanischen Provinz und damit auch Seoul gleich.

Seit der Entwicklung des Begriffs Sudogwon und dessen Erweiterung wird Incheon als Entwicklungsachse der Metropolregion gesehen. Die Errichtung des überdimensionalen Flughafens Incheon als zukünftiges Drehkreuz Südostasiens und der bestehende internationale Hafen setzten zudem eine große internationale Funktion hinzu. Die Planung der neuen Freiwirtschaftszone Incheon Free Economic Zone (IFEZ) bestätigte diese neue Rolle Incheons für die Wirtschaft Südkoreas. Die Freiwirtschaftszone besteht aus den drei Planstädten Songdo City, Yeongjong und Cheongna und erweitert wiederum den wirtschaftlichen Handelsraum der Metropolregion Sudogwon.

Trotz der politischen Eigenständigkeit ist Incheon fast lückenlos mit Seoul zusammengewachsenen. Auch die U-Bahn-Netze beider Städte sind inzwischen verbunden.

Die Stadt ist Heimat des K-League-Fußballclubs Incheon United.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Karte Jinsens um 1930
Hafen von Incheon (2006)

Archäologische Funde in der Region Incheon zeigen, dass hier schon seit der Jungsteinzeit Menschen leben. Heute ist Incheon wegen des internationalen Hafens bedeutend, der in einer natürlichen Bucht gut geschützt liegt. Als der Hafen 1883 eröffnet wurde, hatte Incheon gerade 4700 Einwohner.

Am 8./9. Februar 1904 fand während des Russisch-Japanischen Krieges vor Incheon die Seeschlacht von Tschemulpo statt, in deren Verlauf der russische Kreuzer Warjag im Hafen von der Besatzung selbst versenkt wurde.

In der Zeit, als Korea ein Teil des Japanischen Kaiserreichs war (1910 bis 1945), war Japanisch Nationalsprache. Die Stadt trug daher den japanischen Namen Jinsen[1], welches die japanische Aussprache des geschriebenen Stadtnamens 仁川 ist.

Während des Koreakrieges wurde hier vom 15. bis 28. September 1950 die Schlacht um Incheon geschlagen. Alliierte Truppen vor allem der Vereinigten Staaten landeten hier im Rücken der Nordkoreaner. Dies war einer der Wendepunkte dieses Krieges, die nordkoreanische Volksarmee hatte zu diesem Zeitpunkt bis auf Busan bereits fast die gesamte koreanische Halbinsel unter ihrer Kontrolle.

Während dem wirtschaftlichen Aufstieg Südkoreas seit den 1970er spielte der Hafen von Incheon eine bedeutende Rolle.

Am 10. Januar 1979 wurde die University of Incheon eröffnet, seit September 2009 auf neuem Campus in der Planstadt Songdo City.

Der Wachstum Incheons lag stets im Zusammenhang mit der Entwicklung Seouls. Obwohl Incheon die viertgrößte Stadt Südkoreas war, galt sie durch die kurze Entfernung zu Seoul als größte Satellitenstadt von Seoul. Tatsächlich wurde Incheon im Jahr 1981 als "Großstadt" bestimmt und glich verwaltungsmäßig einer südkoreanischen Provinz und damit auch Seoul.

In den 1980er und 90er Jahren erweiterte sich die Stadtgrenze. Mit dieser Erweiterung, dem Wachstum der Bevölkerung, die Errichtung der Infrastruktur (Flughafen Incheon) und der Planung der neuen Freihandelszone Incheon wuchs die Stadt rasant zur drittgrößten Stadt.

Wenn Incheon früher im Schatten Seouls und lediglich als Teil des Ballungsraums Sudogwon galt, wird Incheon spätestens seit der Jahrtausendwende als Entwicklungsachse der Region gesehen und definiert sich neu im Gegensatz zu der überlasteten Hauptstadt Seoul.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 haben drei Spiele in dem erst 2001 fertiggestellten Incheon-Munhak-Stadion stattgefunden.

Geografie[Bearbeiten]

Die höchsten Erhebungen sind der Manisan (469 Meter) und Gyeyangsan (395 Meter), alle weiteren Berge sind nicht höher als 300 Meter. Trotzdem ist auch die Küste zum Gelben Meer sehr bergig und lässt nur wenig flachen Strand offen. Unter der Verwaltung Incheons stehen auch 152 Inseln, von denen allerdings 113 unbewohnt sind. Die Flüsse Gulpocheon, Cheongcheoncheon und Gyesancheon münden in den Hangang, die übrigen, darunter Sicheoncheon, Seunggicheon, Mansucheon, Jangsucheon und Unyeoncheon ins Gelbe Meer. Keiner dieser Flüsse ist länger als 12 km.

Klima[Bearbeiten]

Incheon hat, verglichen mit dem Süden des Landes, ein relativ trockenes Klima. Hier fallen im Durchschnitt nur 1152 mm Regen pro Jahr. Es gibt durchschnittlich 101 Regentage pro Jahr, an 22 weiteren Tagen fällt Schnee und an etwa 49 Tagen im Jahr herrscht Nebel vor. Besonders der Juli ist bekannt dafür. Die Durchschnittstemperatur beträgt 11,9 °C, wobei der Januar mit -3,1 °C der kälteste und der August mit 24,9 °C der wärmste Monat ist. Regelmäßig wird die Region auch von Taifunen bzw. deren schwächeren Ausläufern heimgesucht.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Der 2001 eröffnete Incheon International Airport
Die U-Bahn zwischen Seoul und Incheon International Airport

Der amtliche koreanische Name lautet "Großstadt Incheon" (인천광역시, Incheon Gwangyeoksi). Die Stadt ist damit der Verwaltungsebene der Provinz gleichgestellt.

Dennoch folgt sie der Untergliederung aller anderen normalen Städte - in Stadtbezirke (, , Gu) und Stadtviertel (, , Dong). Incheon ist in acht Stadtbezirke und zwei Landkreise (Gun) unterteilt:

  • Bupyeong-gu (부평구, 富平區)
  • Dong-gu (동구, 東區)
  • Gyeyang-gu (계양구, 桂陽區)
  • Jung-gu (중구, 中區)
  • Nam-gu (남구, 南區)
  • Namdong-gu (남동구, 南洞區)
  • Seo-gu (서구, 西區)
  • Yeonsu-gu mit der Planstadt Songdo City (연수구, 延壽區)
  • Ganghwa-gun (강화군, 江華郡)
  • Ongjin-gun (옹진군, 甕津郡)

Partnerstädte[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Incheon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. The Chosun Ilbo & Digital Chosun Ilbo: Newly Liberated Korea as Seen From the Air, Version vom 20. Juni 2007

37.463888888889126.64861111111Koordinaten: 37° 28′ N, 126° 39′ O