Incurvatus in se

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(Homo) incurvatus in se (lat; dt: „der auf sich selbst verkrümmte Mensch“) ist eine prominente Formel der christlichen Theologie. Sie kennzeichnet die Selbstbezogenheit des Menschen anstelle von Gott- und Nächstenbezogenheit (Liebe) als das Wesen der Sünde.

Die Formel geht ursprünglich auf Augustinus zurück und spielt später eine bedeutende Rolle in Martin Luthers Auffassung von der Sünde.

„Unsere Natur ist durch die Schuld der ersten Sünde so tief auf sich selbst hin verkrümmt (lat.: tam profunda est in seipsam incurva), daß sie nicht nur die besten Gaben Gottes an sich reißt und genießt, ja auch Gott selbst dazu gebraucht, jene Gaben zu erlangen, sondern das auch nicht einmal merkt, daß sie gottwidrig, verkrümmt und verkehrt alles (...) nur um ihrer selbst willen sucht.“

Martin Luther: Scholion zu Röm 5,4 Lut, WA 56, 304, 25 - 29.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matt Jenson: Gravity of Sin: Augustine, Luther and Barth on Homo Incurvatus in Se. T & T Clark Ltd., London - New York 2007
  • Bernhard Lohse: Luthers Theologie. Göttingen 1995.
  • Isaiah Berlin: The crooked timber of humanity (dt.: Das krumme Holz der Humanität. S. Fischer, Frankfurt am Main 1992. ISBN 3-10-005205-6).