Independent Spirit Awards 2008

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Die 23. Verleihung der Independent Spirit Awards fand am 23. Februar 2008 statt, traditionell einen Tag vor der Oscarverleihung. Der Filmpreis zeichnet Hollywood-unabhängige Filmproduktionen des vergangenen Kalenderjahres, so genannte Independentfilme, aus. Die Verleihung wurde live in den USA von dem Fernsehsender IFC ausgestrahlt.

Die Nominierungen wurden von der Organisation Film Independent am 27. November 2007 am Strand von Santa Monica, Kalifornien, bekanntgegeben. Als Favoriten gelten Julian Schnabels und Todd Haynes' Filmbiografien Schmetterling und Taucherglocke (Originaltitel: Le Scaphandre et le Papillon, US-amerikanischer Verleihtitel: The Diving Bell and the Butterfly) beziehungsweise I’m Not There und Jason Reitmans Komödie Juno. Alle drei Spielfilme kamen auf je vier Nominierungen und können sich Chancen auf den Sieg in den wichtigen Kategorien Film und Regie einrechnen. Schnabels französische Produktion hatte bereits im Vorfeld auf den Filmfestspielen von Cannes 2007 den Regiepreis gewonnen. Haynes am Leben von Bob Dylan orientierter Streifen war auf den Filmfestspielen von Venedig 2007 mit dem Darsteller-Preis für Cate Blanchett gewürdigt worden, die als Beste Nebendarstellerin Berücksichtigung fand.

Ebenfalls auf vier Nominierungen kam Tamara Jenkins' Die Geschwister Savage, der jedoch nicht in der Kategorie Bester Film nominiert wurde. In der Komödie sind Laura Linney und Philip Seymour Hoffman als Geschwisterpaar zu sehen, dass sich mit ihrem pflegebedürftigen Vater (gespielt von Philip Bosco) konfrontiert sieht. Je drei Nominierungen erhielten Jeffrey Blitz' High-School-Komödie Rocket Science, Michael Winterbottoms Literaturverfilmung Ein mutiger Weg mit Angelina Jolie, Gus Van Sants Cannes-Beitrag Paranoid Park und Ang Lees erotischer Thriller Gefahr und Begierde. Lees Beitrag, der auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen prämiert wurde, fand unter anderem in den beiden Hauptdarsteller-Kategorien Berücksichtigung, in denen die chinesischen Schauspieler Tony Leung Chiu Wai und Kinodebütantin Tang Wei Chancen haben, mit dem US-amerikanischen Filmpreis ausgezeichnet zu werden. In der Kategorie Bester ausländischer Film treffen mit Cristian Mungius Drama 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage, Sieger der Goldenen Palme von Cannes, und Vincent Paronnauds und Marjane Satrapis Comic-Verfilmung Persepolis die Kandidaten Rumäniens und Frankreichs auf eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film aufeinander. Beide Produktionen buhlten am 1. Dezember 2007 auch um den Europäischen Filmpreis, mit dem besseren Ende für Mungius Film, während der deutsche Oscar-Kandidat Auf der anderen Seite von Fatih Akın nicht nominiert wurde. Eine postume Nominierung erhielt die im November 2006 ermordete Filmemacherin Adrienne Shelly für das Skript zu ihrer letzten Regiearbeit Jennas Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept. Für ihr erstes Drehbuch wurde Zoe Cassavetes Spielfilm Broken English nominiert. Die Tochter des bekannten Filmregisseurs John Cassavetes (1929–1989) und der Schauspielerin Gena Rowlands übernahm bei dem Beziehungsdrama auch die Regie.

Gewinner und Nominierte[Bearbeiten]

Bester Film (Best Feature)[Bearbeiten]

Juno – Produktion: Lianne Halfon, John Malkovich, Mason Novick und Russell Smith

Schmetterling und Taucherglocke (Le scaphandre et le papillon) – Produktion: Kathleen Kennedy und Jon Kilik
I’m Not There – Produktion: Christine Vachon, John Sloss, John Goldwyn und James D. Stern
Ein mutiger Weg (A Mighty Heart) – Produktion: Dede Gardner, Andrew Eaton und Brad Pitt
Paranoid Park – Produktion: Neil Kopp und David Cress

Beste Regie (Best Director)[Bearbeiten]

Julian SchnabelSchmetterling und Taucherglocke (Le scaphandre et le papillon)

Todd HaynesI’m Not There
Tamara JenkinsDie Geschwister Savage (The Savages)
Jason ReitmanJuno
Gus Van Sant – Paranoid Park

Bester Hauptdarsteller (Best Male Lead)[Bearbeiten]

Philip Seymour HoffmanDie Geschwister Savage (The Savages)

Pedro Castaneda – August Evening
Don CheadleTalk To Me
Tony Leung Chiu WaiGefahr und Begierde (色, 戒; Sè, jiè)
Frank Langella – Starting Out in the Evening

Beste Hauptdarstellerin (Best Female Lead)[Bearbeiten]

Ellen PageJuno

Angelina JolieEin mutiger Weg (A Mighty Heart)
Sienna MillerInterview
Parker Posey – Broken English
Tang WeiGefahr und Begierde (色, 戒; Sè, jiè)

Bester Nebendarsteller (Best Supporting Male)[Bearbeiten]

Chiwetel EjioforTalk To Me

Marcus Carl FranklinI’m Not There
Kene Holliday – Great World of Sound
Irrfan KhanThe Namesake
Steve ZahnRescue Dawn

Beste Nebendarstellerin (Best Supporting Female)[Bearbeiten]

Cate BlanchettI’m Not There

Anna KendrickRocket Science
Jennifer Jason LeighMargot und die Hochzeit (Margot at the Wedding)
Tamara Podemski – Four Sheets to the Wind
Marisa TomeiTödliche Entscheidung – Before the Devil Knows You’re Dead

Bestes Drehbuch (Best Screenplay)[Bearbeiten]

Tamara JenkinsDie Geschwister Savage (The Savages)

Ronald HarwoodSchmetterling und Taucherglocke (Le scaphandre et le papillon)
Fred Parnes und Andrew Wagner – Starting Out in the Evening
Adrienne ShellyJennas Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept (Waitress)
Mike WhiteYear of the Dog

Bester Erstlingsfilm (Best First Feature)[Bearbeiten]

Die Regeln der Gewalt (The Lookout) – Regie: Scott Frank

2 Tage Paris (Deux jours à Paris) – Regie: Julie Delpy
Great World of Sound – Regie: Craig Zobel
Rocket Science – Regie: Jeffrey Blitz
Vanaja – Regie: Rajnesh Domalpalli

Bestes Erstlingsdrehbuch (Best First Screenplay)[Bearbeiten]

Diablo CodyJuno

Jeffrey BlitzRocket Science
Zoe Cassavetes – Broken English
Kelly MastersonTödliche Entscheidung – Before the Devil Knows You’re Dead
John OrloffEin mutiger Weg (A Mighty Heart)

Beste Kamera (Best Cinematography)[Bearbeiten]

Janusz KamińskiSchmetterling und Taucherglocke (Le scaphandre et le papillon)

Mott HupfulDie Geschwister Savage (The Savages)
Milton Kam – Vanaja
Mihai Malaimare Jr.Jugend ohne Jugend (Youth Without Youth)
Rodrigo PrietoGefahr und Begierde (色, 戒; Sè, jiè)

Beste Dokumentation (Best Documentary)[Bearbeiten]

Crazy Love – Regie: Dan Klores

Lake of Fire – Regie: Tony Kaye
Manufactured Landscapes – Regie: Jennifer Baichwal
The Monastery: Mr. Vig and the Nun – Pernille Rose Grønkjær
The Prisoner or: How I Planned to Kill Tony Blair – Petra Epperlein und Michael Tucker

Bester ausländischer Film (Best Foreign Film)[Bearbeiten]

Once – Regie: John Carney (Irland)

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage (4 luni, 3 săptămâni şi 2 zile) – Regie: Cristian Mungiu (Rumänien)
Die Band von nebenan (Bikur Ha-Tizmoret) – Regie: Eran Kolirin (Israel)
Lady ChatterleyPascale Ferran (Frankreich)
PersepolisVincent Paronnaud und Marjane Satrapi (Frankreich)

John Cassavetes Award[Bearbeiten]

(Beste Filmproduktion mit einem Budget unter 500.000 US-Dollar)

August Evening – Regie: Chris Eska

Owl and the Sparrow – Regie: Stephane Gauger
The Pool – Regie: Chris Smith
Quiet City – Regie: Aaron Katz
Shotgun Stories – Regie: Jeff Nichols

Robert Altman Award[Bearbeiten]

I’m Not There – Regie, Casting-Regisseur und Schauspielensemble

Axium Truer Than Fiction Award[Bearbeiten]

(jährlich seit 1997 zu vergebender Regiepreis an einen herausragenden nonfiktionalen Film. Inbegriffen ist eine finanzielle Beihilfe)

Laura Dunn – The Unforeseen

Gary Hustwit – Helvetica
John Maringouin – Running Stumbled

Axium Producers Award[Bearbeiten]

(jährlich seit 1998 zu vergebender Preis an einen Produzenten, der einen qualitativ hochwertigen Independentfilm produziert hat. Inbegriffen ist eine finanzielle Beihilfe)

Neil Kopp – Paranoid Park bzw. Old Joy

Anne Clements – Ping Pong Playa bzw. Quinceañera
Alex Ferris – Cthulhu bzw. Police Beat

IFC/Acura Someone to Watch Award[Bearbeiten]

(jährlich seit 1995 zu vergebender Preis an einen Independent-Filmemacher von außergewöhnlichem Talent. Inbegriffen ist eine finanzielle Beihilfe)

Ramin Bahrani – Chop Shop

Lee Isaac Chung – Munyurangabo
Ronnie Bronstein – Frownland

Weblinks[Bearbeiten]