Index (Semiotik)

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Index ist ein Fachwort (Terminus) der Zeichentheorie (Semiotik), das ein Zeichen bezeichnet, dessen Zeichencharakter aus einer direkten, physischen hinweisenden Beziehung zwischen ihm und dem Bezeichneten besteht[1]. Meist ist dies ein kausaler Zusammenhang (Ursache-Wirkungs-Zusammenhang). Ein Index ist somit ein Zeichen, das einen zeitlichen und räumlichen Bezug zu seinem Referenten hat.

Als Synonyme werden u.a. verwendet: Hinweis, Hinweisungszeichen; Index-Zeichen; Anzeichen; Symptom. Von einem indexikalischen Zeichen spricht man teils im Sinne von Index, teils im Sinne von Ausdrücken, die "einen eindeutigen Bezug erst durch den Äußerungskontext erhalten"[2] (siehe Indikator (Linguistik)).

In der Terminologie von Peirce ist das Index vom Symbol (Zeichen (nur) auf Grund von Konvention) und vom Ikon (Zeichen auf Grund von Ähnlichkeit) zu unterscheiden.

In der Diktion von Peirce selbst: "Ein Index ist ein Zeichen, dessen zeichenkonstitutive Beschaffenheit in einer Zweitheit oder einer existentiellen Relation zu seinem Objekt liegt. Ein Index erfordert deshalb, dass sein Objekt und er selbst individuelle Existenz besitzen müssen. Er wird zu einem Zeichen aufgrund des Zufalls, dass er so aufgefasst wird, ein Umstand, der die Eigenschaft, die ihn erst zu einem Zeichen macht, nicht berührt."[3]

Man kann unterscheiden zwischen natürlichen Indizes, die in einem natürlichen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zu ihrem Referenten stehen (z. B. Rauch als Hinweis auf Feuer) und künstlichen Indizes, bei denen der Zusammenhang zwischen dem Zeichen (Signifikant, Repräsentamen) und dem Referenten durch die jeweilige Kommunikationssituation erzeugt wird und bei denen unabhängig von dieser konkreten Kommunikationssituation nicht verständlich ist, auf was sich der Index bezieht (z. B. Lesezeichen in einem Buch, Pronomen "dieser").

Teilweise werden nur natürliche Indices als Index bezeichnet.

Soweit Indices nicht intendiert sind (Bsp.: Rauch - natürliches Feuer) werden sie auch den echten Zeichen (Symbol, Ikon) gegenübergestellt [4] und als unechte Zeichen bezeichnet bzw. nicht als Zeichen anerkannt. Für die Anerkennung als Zeichen wird angeführt, dass es im Bereich der Mode, des menschlichen Verhaltens/Sich-Gebens praktisch unmöglich sei, zwischen intendierten und nicht-intendierten Signalen zu unterscheiden[5]. Insoweit indexikalische Zeichen nicht auf einer Kommunikationsabsicht beruhen, werden sie den kommunikativen Zeichen (Ikonen, Symbolen) entgegengesetzt.[6].

Jedes Verhalten kann indexikalisch interpretiert werden[7]; jede sprachliche Äußerung ist zugleich Symptom (Bühler) (Index)[8].

Inhaltsverzeichnis

Beispiele[Bearbeiten]

für natürliche Indizes
  • dichter Rauch ist ein Hinweis auf ein Feuer
  • hohes Fieber ist ein Hinweis auf eine bestehende Krankheit
für künstliche Indizes
  • ein Lesezeichen in einem Buch
  • das Pronomen "dieser"
  • Verkehrsschild
  • Statussymbole[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Index – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Trabant, Semiotik (1996), S. 22
  2. Beckermann, Ansgar: Einführung in die Logik. 2. Auflage. de Gruyter, Berlin, New York, 2003, S. 5
  3. Peirce, Charles S.: Phänomen und Logik der Zeichen. - 2. Auflage. - Suhrkamp, Frankfurt a.M., 1993, S. 65
  4. Kocsány, Piroska: Grundkurs Linguistik: ein Arbeitsbuch für Anfänger. - Paderborn: Fink, 2010, S. 42
  5. Linke, Angelika; Markus Nussbaumer; Paul R. Portmann: Studienbuch Linguistik. - 5. Auflage. - Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004, S. 21
  6. Kjørup, Søren: Semiotik. W. Fink, Paderborn, 2009, S. 7 f.
  7. Rehbock, Helmut: Index. In: Glück, Helmut (Hg.): Metzler Lexikon Sprache. 4. Auflage. Metzler: Stuttgart, Weimar 2010.
  8. Rehbock, Helmut: Index. In: Glück, Helmut (Hg.): Metzler Lexikon Sprache. 4. Auflage. Metzler: Stuttgart, Weimar 2010.
  9. Rehbock, Helmut: Index. In: Glück, Helmut (Hg.): Metzler Lexikon Sprache. 4. Auflage. Metzler: Stuttgart, Weimar 2010.