Indietronic

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Der Begriff Indietronic (alternativ: Indietronics oder Indietronica) bezeichnet die sich seit Mitte der 1990er Jahre entwickelnde Mischung von Indie-Pop und -Rock mit Stilmitteln der elektronischen Musik. Damit werden sowohl traditionelle Musiker, die zunehmend elektronische Komponenten in ihre Stücke einarbeiten als auch Musiker des elektronischen Lagers, die das Songformat für sich entdecken, bezeichnet. Die Musik ist grundsätzlich als Mischung von Pop, Electronica und Indie-Rock zu beschreiben, kann dabei Elemente aus Hip-Hop, Folk, Jazz, Post-Rock und Krautrock aufweisen und neigt meist zu eher sanfter, melancholischer Stimmung[1].

Erstmals tauchte der Begriff Ende der 1990er Jahre auf und wurde eine Zeit lang parallel zu Alternativbezeichnungen wie Data Pop (nach einer 2001 erschienenen Compilation der Spex), Indie-Dance, Indie-Electro oder Lap-Pop benutzt, die mittlerweile nicht mehr gebräuchlich sind. Mit steigender Verfügbarkeit professionell einsetzbarer elektronischer Instrumente näherten sich auch Künstler aus dem Indie-Sektor an Stilmittel der elektronischen Musik an und nahmen dabei vor allem Bezüge aus der IDM auf. Als erstes populäres Album dieser Richtung gilt Shrink von The Notwist, das 1998 erschien[2]. 2002 erschienen die Compilation Indietronica Vol. 1 und das Album Neon Golden von The Notwist. Give Up von The Postal Service entwickelte sich 2003 zum größten kommerziellen Erfolg des Labels Sub Pop seit Nirvanas Debütalbum "Bleach"[3]. 2006 waren mehrere Alben (etwa Hot Chip mit The Warning oder So This Is Goodbye von Junior Boys) insbesondere bei Kritikern erfolgreich[4].

Weitere wichtige Alben dieser Spielart sind Yesterday Was Dramatic, Today Is Okay von Múm (1999), A Pack of Lies von Turner und Nothing‘s Lost von Styrofoam (2004). Einige weitere Künstler dieser Stilrichtung sind beispielsweise Dntel, Duo505, The Knife, Stereolab, Lali Puna, Ms. John Soda, Console, Her Space Holiday, Electric President, Finn., Werle & Stankowski, Tarwater und Ulrich Schnauss. Labels mit einem Schwerpunkt auf Musik dieser Richtung sind z.B. Too Pure und Warp Records aus dem englisch- bzw. Alien Transistor, City Centre Offices, Hausmusik, Ladomat2000, Morr Music, Payola und Schinderwies Productions aus dem deutschsprachigen Raum[1].

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Indietronics auf indiepedia.de
  2. Wie Indie in die Matrix ging, Digitalisierung des melancholischen Schluffitums: Indietronic auf musicline.de
  3.  Paoletta, Michael: Postal Service Delivers 'Give Up'. In: Billboard. 116, Nr. 32, 7. August 2004, S. 34 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Jahrescharts (Spex), 2006 auf indiepedia.de